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24.04.1981

Die Orientierungslosigkeit im CeBIT ist nicht mehr ganz so stark wie in früheren Zeiten:Anwender zeigten sich kenntnisreicher und problembewußter

HANNOVER (je) - Insgesamt zufrieden mit dem Messeergebnis sind die in Hannover vertretenen BDU-Mitgliedsfirmen. Dies teilt Klaus Schütte, Vorsitzender der BDU-Fachgruppe Datenverarbeitung als Resultat einer ersten Erhebung mit. Im nächsten Jahr, sagt er voraus, wird der BDU wiederum mit einem Gemeinschaftsstand an der Messe teilnehmen - dann in Halle 3 und mit annähernden gleicher Konzeption.

In BDU-Kreisen wird erwartet, daß sich mittel- und langfristig noch weitere Mitgliedsunternehmen als Einzelaussteller an der Messe beteiligen werden, berichtet Schütte. Die abgelaufene Messe hat nach Schüttes Meinung die gestärkte Position der Softwarebranche deutlich gemacht, abzulesen einmal an der gestiegenen Zahl der Ausstellerfirmen, vor allem aber daran, daß die Hardwarehersteller ihre Produkte zunehmend über die Problemlösung offerieren.

Für die Reif Unternehmensberatung GmbH, Calw, deren Geschäftsführer er ist, zieht Schütte folgendes Messefazit: Wir haben rund 20 Prozent mehr Besucher zu verzeichnen gehabt als im letzten Jahr, darunter überwiegend neue Kontakte. Die Nachfrage richtete sich fast immer sehr gezielt auf konkrete Problemlösungen oder Produkte. Es gab seltener "das Gespräch im allgemeinen", wie wir es in der Vergangenheit kannten.

Nicht Fähigkeit - Erfahrung zählt

Die Gespräche begannen durchweg mit der Klärung der Frage, ob auf unserer Seite ein der gegebenen Problemstellung adäquates Know-how vorhanden sei - insbesondere natürlich auf Softwaregebiet. Fragen der Art, wie wir sie früher erlebten: "Habt ihr die Fähigkeit, unser Problem zu lösen?" spielten keine Rolle mehr. Die Leute verlangten von uns den Nachweis der konkreten Realisierung eines zumindest ähnlichen Projektes.

Wir haben im Rahmen der Messe auch sehr gute Gespräche mit Herstellern gehabt und mit ihnen ganz konkrete Vorhaben besprochen, die jetzt in der Nachmessezeit endgültig unter Dach und Fach gebracht werden dürften. Auch wenn es sich hierbei um alte Kontakte handelte, so muß doch gesagt werden, daß die Messe hier zusätzliche Impulse gegeben hat: Man hat sich noch einmal informiert und orientiert und auf dieser verbreiterten Basis die Verhandlungen ein gutes Stück vorangebracht.

In der Zukunft wird unser Haus die strikte Ausrichtung auf ganz konkrete Problemlösungen - also Applikationen - und Produkte beibehalten und ausbauen. Denn die Tendenz, die wir auch im CeBIT insgesamt gesehen haben, geht eindeutig zu solch handfesten, nachprüfbaren Leistungen. Die Orientierungslosigkeit im CeBIT ist nach unseren Beobachtungen nicht mehr ganz so stark wie in früheren Zeiten.

Unzureichend antizyklisch

Die pdv Unternehmensgruppe, Hamburg/Bremen, die im Rahmen des BDU-Gemeinschaftsstandes zum zweiten Male in Hannover ausstellte, teilt als Resümee zur Messe mit: pdv ist mit dem Ergebnis "alles in allem" zufrieden. Während der acht Messetage kam es zu einer großen Anzahl von Gesprächen mit Interessenten, bei denen bestehende Kontakte vertieft, aber auch neue geknüpft wurden. Das Interesse konzentrierte sich auf die Spezialisierung der pdv in den Bereichen Datenfernverarbeitung und TP-Management, hier insbesondere auf "Cosmos" für BS1000/BS2000. Beachtung fand hierbei die Ankündigung, Cosmos auch für BS3000 zu entwickeln.

Damit wird die Kompatibilität der Anwendungssysteme auch für die Zukunft gesichert und erhöht den Entscheidungsspielraum der Anwender. Zum ersten Male präsentierte die pdv in Hannover "Avus", ein Dialog-System zur Steuerung des RZ-Betriebes, und "Cargo", ein arbeitsplatzorientiertes Dialog-System für die Abwicklung integrierter Transportabläufe. Beide Produkte sind Eigenentwicklungen und werden kurzfristig zum Einsatz kommen.

Außerdem stellte die pdv ihre in den letzten Jahren verstärkten Aktivitäten im Bereich der Management-Beratung vor. Sie registriert zunehmende Bereitschaft, derartige Leistungen in Anspruch zu nehmen. Allerdings war auch auf der Hannover-Messe die konjunkturbedingte Zurückhaltung spürbar. Antizyklisches Verhalten, nämlich gerade in rezessiven Zeiten technologische Innovationen einzuführen und für sich zu nutzen, hat sich noch nicht in vollem Umfang durchgesetzt.

Software für Hersteller und Anwender

Der Mathematische Beratungs- und Programmierungsdienst (mbp) GmbH, Dortmund, hat nach eigenen Angaben auf der diesjährigen Hannover-Messe mehr ernsthafte Kontakte denn je verzeichnet. mbp: Darunter befanden sich besonders viele Erstkontakte. Die Anzahl der Besuchergespräche ist gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gestiegen.

Unser Motto "Software für Hersteller und Anwender" ist gut angekommen. Erstmals haben wir neben anspruchsvollem Service auch eine große Palette qualitativ hochwertiger Software-Produkte vorgestellt, und das auf Anlagen ganz unterschiedlicher Hersteller. Besonderes Interesse fand dabei unsere Standard-Anwendungssoftware. Anwender sehen darin zunehmend die Möglichkeit, Realisierungszeiten zu verkürzen und Kosten zu sparen.

Fachgespräche mit der Fachabteilung

Unser Konzept der "offenen Ausstellungslandschaft" zur Darstellung der Vielfalt der Exponate ist von unseren Besuchern positiv vermerkt worden. Daß die Schach-Simultanpartie des Ex-Weltmeisters Boris Spasskij gegen 25 mbp-Gäste und unseren Computer sich als der erhoffte Publikumsmagnet erwiesen hat, hat uns sehr gefreut. Fazit: Wir sind insgesamt zufrieden.

Fritz Lassig, Bereichsleiter der Orga-Ratio GmbH, Nordhorn, berichtet: Es ist eine allgemein gestiegene Tendenz gegenüber den Vorjahren festzustellen. Unsere anwendungsorientierte Orag-Dialogsoftware zog insbesondere Gesprächspartner aus den entsprechenden Fachbereichen an. 70 Prozent unserer Gespräche waren qualifizierte Fachgespräche, die vor allem folgende Dialog-Anwendungsbereiche zum Thema hatten: Einkauf, Vertrieb, Material, Anlagenbuchhaltung und Finanzbuchhaltung.

Sehr positiv wurde von unseren Gesprächspartnern dabei aufgenommen, daß wir am Bildschirm diese angebotenen Produktlinien präsentieren und vorstellen konnten. Wir konnten sowohl Anschlußaufträge bei bestehenden Kunden verbuchen wie auch sehr viele neue Kontakte aufbauen. Die Messe hat sich für die Orga-Ratio gelohnt und die Erwartungen voll er(...). Orga-Ratio wird mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder in Hannover vertreten sein.

Mehr Dialog mit und zwischen Transporteuren

Von der Nürnberger Unternehmensberatung Dr. Städtler wird gemeldet: Die Konzentration auf Schwerpunktbereiche hat sich gelohnt. Die Bereiche Transportwesen (Logistik, Spedition) sowie Verlage waren Hauptthemen auf dem Stand. Intensive Fachgespräche auf höherer Ebene führten zu konkreten Abschlüssen und Vereinbarungen zur zukünftigen Zusammenarbeit.

Im Transportwesen zeichnet sich folgender Trend ab:

- Der Rationalisierung im Logistikbereich wird erste Priorität eingeräumt.

- Die Frage "arbeitet der Fernverkehr noch rentabel?" wird immer häufiger gestellt. Hier liegt eine große Chance für den Spediteur. Er muß seinen Informations- und Know-how-Vorsprung nutzen und sein Leistungsangebot entsprechend erweitern.

- Neben dem physischen Teil- der Transportkette muß insbesondere der informative Teil stärker ausgebaut werden. Ansatzpunkte hierfür sind der Datenträgeraustausch oder DFÜ-Anschluß zwischen Verlader und Spediteur, zwischen den Korrespondenzspediteuren, aber auch mit dem Empfänger.

- Das Angebot an organisatorischen und EDV-technischen Anwendungslösungen fand großen Anklang. Man hat im Hause Städtler, aber auch bei Anwendern, erkannt, daß die Realisierung der vorgenannten Zukunftsaufgaben nur über eine weitgehende Vereinheitlichung der innerhalb einer Informationskette eingesetzten Hardware- und Software-Systeme beziehungsweise durch die Übereinstimmung der relevanten Schnittstellen möglich ist.

Verlagsrationalisierung

Grundsätzlich konnte bei Verladern und Spediteuren eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Einführung von EDV-gesteuerten Transportabrechnungs-Systemen

festgestellt werden. Die Vorteile haben beide Seiten erkannt. Ein noch engerer Dialog wird in Zukunft notwendig sein, um auf dem Markt den Anforderungen des Transportbereiches gerecht zu werden.

Der weitere Messe-Schwerpunkt von Städtler lag im Bereich des Verlagswesens. Auch hier hat sich noch ein beträchtlicher Rationalisierungsbedarf gezeigt. Gefragt waren vor allem Organisationslösungen für

- Abonenntenverwaltung im Dialog,

- Versand von Postvertriebsstücken,

- dialoggesteuerte Auftragsabwicklung im Bereich Buchverlage.

Hoher Informationsstand

Andreas Braun nimmt für die Stuttgarter Unternehmensberatung Dr. Fischer (UDF) GmbH zur Messe Stellung:

Trotz einer verglichen mit 1980 etwas geringeren Anzahl von Messe-Kontakten, kann der Erfolg der HM '81 in der Tendenz als gut bis sehr gut beurteilt werden. Herausragend bei den meisten Gesprächen war der Informationsstand der Besucher und die klare Definition der vorliegenden Probleme und Aufgabenstellungen.

Neben den üblichen Nachfragen bezüglich bestimmter Softwarepakete waren die Bereiche

- Fertigungswirtschaft und Lagerwirtschaft mit Prozeßsteuerung,

- Computer Aided Design,

- technisch-wissenschaftliche EDV-Spezialaufgaben und

- Wirtschaftsverbindungen zum nordamerikanischen Kontinent

Gegenstand der Fachgespräche.

Insgesamt kann gesagt werden, daß zwar weniger, aber wesentlich konkretere Gespräche geführt wurden, wobei bei einigen schon im Verlauf der Messe mündliche Auftragszusagen erteilt wurden.

Tools im Vormarsch

Horst Böhm, Geschäftsführer der Böhm & Salaske Unternehmensberatung GmbH, Gummersbach, teilt mit: Wir hatten einen guten Messeverlauf.

Rund zwei Drittel unserer Besucher war in Richtung Softwarewerkzeuge gestimmt. Wir beobachteten ein starkes Interesse an integrierten Tools - in sich geschlossenen Werkzeugen, die ein ständiges Wechseln der Parameter oder Definitionen beim Übergang von einem Werkzeug auf das andere unnötig machen.

Wenn wir auf das Vorjahr zurückblicken, so können wir sagen: Man hat jetzt schon selbstverständlicher über diese Werkezuge gesprochen; im letzten Jahr war noch eine größere Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Motivierungsphase war in diesem Jahr beim Anwender nicht mehr ganz so stark; man hat direkt auf der Messe konstruktive Fachgespräche führen können. Trotzdem muß gesagt werden, daß das gesamte Thema Software-Engineering noch drei bis fünf Jahre brauchen dürfte, bis es den absoluten Durchbruch erreicht haben wird.

Standard-Bedarf

Manfred Wannemacher von der Nürnberger D.O.M. Datenverarbeitung GmbH bilanziert: D.O.M. war nun schon im dritten Jahr auf der Hannover-Messe mit einem eigenen

Stand vertreten. Die gesteckten Ziele

- Erhöhung des allgemeinen Bekanntheitsgrades,

- Gesprächsführung mit Stammkunden und Interessenten, losgelöst vom täglichen Termindruck, sowie die

- Förderung des Standard-Software-Vertriebs

glauben wir voll erreicht zu haben. Gegenüber dem Vorjahr war eine deutliche Steigerung des Interesses an Standard-Software zu verzeichnen; wir können für die nächste Zeit mit konkreten Abschlüssen rechnen.

Als Gründe für diese Entwicklung sehen wir vor allem an:

- den steigenden Bedarf an qualifizierter Software,

- unser vermehrtes Angebot an Standard-Software, das insbesondere hinsichtlich unserer Standard-Methoden-Software und Abrechnungs- und Informationssysteme das Interesse der Besucher findet,

- unsere regelmäßige Präsenz auf der Hannover-Messe seit mehreren Jahren. Zusammenfassend können wir sagen, daß wir mit dem Verlauf der Messe voll zufrieden sind und diese Aktivitäten in den nächsten Jahren ausbauen werden.

Datex-P besteht Bewährungsprobe

Hochzufrieden zeigt sich ADV/Orga-Firmenchef und BDU-Präsident Friedrich A. Meyer mit dem Ergebnis der Messe. Das Wilhelmshavener Beratungs- und Software-Unternehmen - so Meyers Messerückblick - konnte diesmal sogar, was in der Softwarebranche unüblich ist, unmittelbar auf der Messe Abschlüsse tätigen.

ADV/Orga weiter: Im Vordergrund stand die erfolgreiche Erprobung der Direktverbindung vom Messestand zum Zentralrechner nach Wihlhelmshaven über Datex-P. Über diesen elektronischen Paketvermittlungsdienst der Post der sich derzeit in der Pilotphase befindet, konnten für die Online-Softwareprodukte "Ifas" (Finanzbuchhaltung) und "Ipas" (Personalabrechnung) Dialoge und Transaktionen unmittelbar auf dem Messestand vorgeführt und damit Software sichtbar gemacht werden.

Erst über Datex-P, das exklusive Standleitungen überflüssig macht, konnte den Interessenten die fachliche und technologische Leistungsstärke dieser beiden Produkte unmittelbar demonstriert werden. Beide Systeme wurden auf der Grundlage der KDBS/KDCS-Schnittstellentechnik bei strikter Modularisierung der Anwendungsfunktionen konzipiert. Es hat sich gezeigt, daß der Anwender die ADV/Orga-lnvestitionen bei der Umstellung auf industrielle Herstellung der Software honoriert.

Fachlich dokumentierte die Hannover-Messe nach wie vor ihren hohen Stellenwert, denn trotz der offenen Standgestaltung, die - um ein geschlossenes Branchenbild zu vermitteln - von Form und Aufbau her auf die übrigen BDU-Partnerstände abgestimmt war, konnte die ADV/Orga-Messemannschaft kaum Seh-Interessenten, sondern fast ausschließlich fachlich orientierte Besucher begrüßen. Verglichen mit dem Vorjahr, lag die Zahl der pro Messetag geführten Gespräche um zwischen zehn und 30 Prozent höher.

Werkzeug-Experten

Das Urteil der Advis Jörg E. Richter + Partner GmbH, Wiesbaden, über die Hannover-Messe formuliert Firmenchef Richter folgendermaßen:

Für Advis war die Hannover-Messe dieses Jahr ein besonderer Erfolg, denn das Besucherinteresse galt hauptsächlich den modernen Software-Entwicklungs-Methoden und -Werkzeugen. Diese Produkte stellen Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit der Software sicher und sorgen dafür, daß die Anforderungen erfüllt werden. Advis stellte neben der bekannten Tool-Serie Advis/400 die neuen Produkte "Cut" und, Flower" vor.

Cut simuliert die Transaktionsfolgen am Bildschirm, und Flower unterstützt den Programmentwurf maschinell für Benutzer der kleineren IBM- und Siemens-Anlagen. Besonders hervorzuheben sind die fachkundigen Gesprächspartner aus der EDV-Anwendung und von den Hardware-Herstellern, deren Bedarf speziell auf Handhabbarkeit und hohen Leistungsumfang der Software-Werkzeuge ausgerichtet ist.

Der jetzt bereits vorliegende Auftragseingang bestätigt eindeutig die Richtigkeit der von Advis seit Jahren vertretenen Produktphilosophie. Advis' Messeurteil: sehr gut.