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07.02.1992 - 

Entwickler-Tools für Unix System V 4.0 vorgestellt

Die OSI-Erfolge verleihen Retix Mut für den Gang an die Börse

SULZBACH/TAUNUS (CW) Der OSI-Anbieter Retix segelt weiter auf Erfolgskurs. Sieben Jahre nach Gründung der Firma wagten die Kalifornier den Gang an die Börse. Gleichzeitig begann das Unternehmen mit der Auslieferung einer kompletten OSI-Lösung für Unix-Systeme unter der Betriebssystemumgebung Unix System V 4.0. Damit nicht genug: An den E-Mail-Softwarelieferanten Soft Switch linzenzierte Retix seine neuen 1988er X.400- und X.500-Messaging-Systeme.

Optimistisch gab sich Steve Frankel, President und CEO der Retix Inc., anläßlich der Bekanntgabe der Börsennotierung beim Besuch der deutschen Retix-Niederlassung. Kein Wunder, denn die in Santa Monica ansässigen OSI-Spezialisten blicken von Beginn an zurück auf kontinuierlich wachsende Umsätze - zuletzt, 44,2 Millionen Dollar in den ersten neun Monaten des Jahres 1991 (Vorjahreswert im gleichen Zeitraum: 39,6 Millionen Dollar). Hauptmotiv für den Börsengang war laut Frankel vor allem, mehr Handlungsfreiheit im Markt zu bekommen - verbunden mit einer größeren Flexibilität bei der Kapitalbeschaffung. Nicht völlig ausschließen wollte der Retix-Boß in diesem Zusammenhang Vermutungen, daß man sich in der Retix-Zentrale auch Gedanken über geeignete Firmenaufkäufe macht.

Seit Januar 1992 jedenfalls ist Retix an der New Yorker Börse notiert. Der Emissionskurs lag

nach Notierungen der Wall Street bei neun Dollar pro Aktie und stieg, wie Frankel betonte innerhalb weniger Tage bereits auf bis zu 14 Dollar. Nach eigenen Angaben brachte Retix 2,2 Millionen Anteile in den freien Handel, 1,2 Millionen Aktien werden von privaten Anteilseignern angeboten. Bis auf 600 000 Aktien, die auf dein internationalen Wertpapiermarkt zum Handel im freien Verkehr angeboten werden, werden alle Retix-Papiere an den Börsenplätzen in den USA und Kanada gehandelt. Die hierdurch erzielten Kapitalmittel sollen als Arbeitskapital wieder in das Unternehmen eingebracht werden.

Festhalten wollen die Retix-Verantwortlichen auch weiterhin an der Dreiteilung ihrer Produktlinie mit dem Open-Server-400-Bereich und den End-user-Produkten wie Bridges und Router sowie der Linzenzierung von OSI-Software-Tools. Dieser Tradition gewissermaßen folgend, lizenzierte Retix seine 1988er-Versionen der Messaging-Softwareprodukte X.400 und X.500 im Rahmen einer neuen OEM-Vereinbarung wieder an Soft-Switch. Schon vor drei Jahren hatte sich der E-Mail-Spezialist mit einem X.400-Gateway basierend auf dem 1984er X.400-Standard von Retix auf dem Markt für unternehmensweite Messaging-Systeme einen Namen gemacht. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben zu den größten Anbietern standardbasierter E-Mail- und Netzwerk-Management-Software in den USA.

Die nette OSI-Lösung für Unix System V 4.0 beinhaltet nach Angaben von Retix ein umfangreiches Paket von OSI-Applikationen und OSI-Stack-Produkten, um ein standardisiertes Betreiben von Netzen auch im Unix-Bereich zu ermöglichen. Die Softwarepakete wurden speziell für Unix System V 4.0 entwickelt und sollen zunächst an die Entwickler von Netzwerklösungen sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich gehen, die Produkte unter diesem Unix-Derivat herstellen. Die Entwickler-Tools enthalten bereits Applikationen wie X.400, X.500 Directory Services, File Transfer, Acces und Management (FTAM) und Virtual Terminal (VT).

Ziel von Retix ist Software für integrierte OSI-Kommunications-Platformen zu unterstützen, die alle APIs enthalten, die den Richtlinien der Unix International entsprechen. Diese beinhalten die Transport Library Interfaces (TLI), Data Link Provider Interface (DLPI) und das neue Programming Interface - das ACSE/Presentation Library Interface (APLI). Der Core-Stack von Retix ist eine Kernelbasierte Streams-Implementation von APLI, die Presentation- und Session-Technologie stammt aus den Unix-System Laboratories (USL).