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08.03.2002 - 

Messe-Rundgang: Handhelds

Die Palm-Fraktion setzt sich zur Wehr

MÜNCHEN (ba) - Die Palm-Fraktion im Handheld-Geschäft lässt sich etwas einfallen, um gegen die Vertreter mit dem Microsoft-System Pocket PC zu bestehen. Wie Hewlett-Packard und Compaq statten nun auch Palm, Handspring und Sony ihre neuen Geräte mit mehr Zusatzfunktionen aus. Die Zeiten, in denen sich Handhelds auf Organizer-Funktionen wie Adressen- und Terminverwaltung beschränkten, scheinen vorbei.

Die goldenen Zeiten im Handheld-Geschäft sind Vergangenheit. Im Jahr 2000 gelang es den Herstellern noch, ihren Absatz weltweit gegenüber dem Vorjahr zu verdoppeln. Im letzten Jahr mussten sie sich nach Angaben der Gartner mit einem Wachstum von 18 Prozent begnügen. In Westeuropa, das nach Stückzahlen etwa ein Sechstel des Weltmarktes ausmacht, verzeichnete man 2001 lediglich 0,9 Prozent Zuwachs. Weltweit verkauften alle Hersteller zusammengenommen 13,1 Millionen Geräte.

Besonders hart traf diese Entwicklung die Vertreter der Palm-Fraktion. Im Jahr 2000 arbeiteten noch 66 Prozent aller verkauften Handhelds mit dem Betriebssystem Palm OS, im letzten Jahr waren es nur mehr 57 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang auf 52 Prozent. Vor allem Marktführer Palm hat unter dem rückläufigen Trend zu leiden. Der Marktanteil des Handheld-Pioniers schrumpfte weltweit von 48,1 auf 38,6 Prozent. Demgegenüber konnten die Hersteller mit dem Microsoft-System Pocket PC 2002 deutlich zulegen. Ihre Marktanteile stiegen 2001 auf insgesamt 21 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einer weiteren Steigerung auf etwa 25 Prozent.

Diesen Trend wollen Palm, Handspring, Sony und Co. nicht kampflos hinnehmen. Mit weiterentwickelten Geräten und einer neuen Version von Palm OS, die für Mitte des Jahres angekündigt ist, wollen sich die Hersteller der Pocket-PC-Herausforderung stellen.

Marktführer Palm (Halle 2, Stand B36) zeigt auf der diesjährigen CeBIT seine neuen, kurz vor der Messe vorgestellten Modelle "m130" und "m515". Der Palm m130 rundet die 100er-Serie mit dem "m105" und "m125" noch oben ab. Das Einstiegsmodell "m100" wird aus dem Programm genommen. Auffälligstes Merkmal des m130 ist das Display, das 65 536 Farben darstellen kann. Ansonsten entsprechen die technischen Details dem m125. Der Handheld arbeitet mit einem Dragonball-Prozessor von Motorola, der mit 33 Megahertz läuft, und bietet eine Speicherkapazität von 8 MB. Zusätzlich besitzt das Gerät einen Erweiterungs-Slot für Secure-Digital-(SD-)Speicherkarten und eine Infrarot-Schnittstelle. Für die Verbindung zum PC gibt es eine USB-Docking-Station. Mit einem Gewicht von 153 Gramm ist der neue Handheld das Schwergewicht in der Palm-Familie. Die Maße von 12,7 x 7,8 x 2,2 Zentimeter entsprichen denen des m125.

Als Betriebssystem kommt Palm OS, Version 4.1, zum Einsatz. Neben den üblichen Organizer-Anwendungen wie Kalender, Adressbuch und Aufgabenliste legt Palm seinem neuen Handheld Programme zum Bearbeiten von Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien bei. Ferner kann man mit der "MGI Photosuite" Bilder und Video-Clips und mit dem "Palm Reader" Texte betrachten. Für E-Mail- und den Internet-Zugang gibt es "Multimail SE" sowie den "Neomar" WAP-Browser.

Highend-Palm mit doppelten SpeicherplatzAlle diese Anwendungen finden sich auch bei dem neuen Highend-Modell "m515", das den "m505" ablöst. Wie sein Vorgänger ist auch der m515 mit einem Farbdisplay ausgestattet. Eine Vordergrundbeleuchtung samt Reflexbeschichtung soll jedoch für eine klarere Darstellung als beim Palm m505 sorgen, dessen Display mit Hintergrundbeleuchtung arbeitet. Die Speicherkapazität hat der Hersteller gegenüber den anderen Modellen auf 16 MB verdoppelt. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Der Palm-Handheld arbeitet mit einem 33 Megahertz schnellen Dragonball-Prozessor und besitzt einen SD-Card-Slot sowie eine Infrarot-Schnittstelle. Über den "Palm-Universal Connector", den bis auf den m105 alle Palm-Modelle bieten, lassen sich Zusatzgeräte wie Modems, Tastatur oder eine Kamera an den Handheld anschließen. Mit einem Gewicht von 139 Gramm und einer Dicke von 1,3 Zentimetern fällt der m515 deutlich zierlicher aus als die Geräte der m100er-Serie.

In Hannover können sich interessierte Anwender auch über das neue Betriebssystem "Palm OS 5" informieren, das in einer Beta-Version der Entwicklergemeinde bereits zur Verfügung steht. Damit verbunden ist der Wechsel auf einen neuen Prozessortyp. So sollen künftig statt der Dragonball-Prozessoren ARM-Chips, wie sie auch in den meisten Pocket-PC-Handhelds vorhanden sind, in den Palm-Geräten Dienst tun. Die mit über 200 Megahertz getakteten Chips sollen das Palm-OS in vernünftigem Tempo mit Multitasking arbeiten lassen. Vor allem mit Multimedia-Fähigkeiten will der Hersteller Marktanteile zurückgewinnen. So soll Palm OS 5 Audio-Fähigkeiten und eine höhere Display-Auflösung bieten.

Im Mittelpunkt des Messeauftritts von Handspring (bei Viag, Halle 12, Stand B06) steht der "Treo Communicator". Die Kombination aus Handheld und Handy will der Hersteller in zwei Varianten anbieten: Neben der bereits bekannten Version "Treo 180" mit einem Schwarzweiß-Display soll auf der Messe erstmals das Modell "Treo 270" mit einem Farbdisplay zu sehen sein. Ein Klappdeckel schützt bei beiden Varianten die Anzeige.

Der Hersteller offeriert den Treo entweder mit einem kleinen Tastenfeld unter dem Display oder mit einer virtuellen Tastatur, die man per Stifteingabe auf dem Touchscreen bedienen kann. Das Gerät bietet die Funktionalität eines Dual-Band-Handys, das nach einem Software-Upgrade auch mit dem GPRS-Mobilfunkstandard arbeitet. Das Gerät besitzt eine Freisprecheinrichtung sowie Anschlussmöglichkeiten für ein Headset. Die Speicherkapazität beträgt 16 MB.

Das speziell an die Handspring-Bedürfnisse angepasste Betriebssystem "Palm OS 3.5.2H4" bietet die klassischen Organizer-Funktionen eines Palms. Daneben lassen sich in Kombination mit den Mobilfunk-Funktionen SMS-Nachrichten und E-Mails verschicken und empfangen. Mit Hilfe des an das Gerät angepassten Browsers "Blazer" können Anwender auf das Internet zugreifen.

Neben dem Treo zeigt Handspring seine bereits bekannten Modelle der "Visor"-Reihe. Das Modell "Prism" besitzt als einziger Vertreter der Visor-Familie ein Farbdisplay. Der "Visor Edge" ist mit einer Dicke von 1,1 Zentimetern bei einem Gewicht von 136 Gramm der Schlankste der Handspring-Handhelds. Während die Modelle Prism und Edge mit jeweils 8 MB Speicher ausgestattet sind, bringt der "Visor Pro" 16 MB mit. Alle Modelle verwenden mit 33 Megahertz getaktete Dragonball-Prozessoren.

Memory-Stick speichert Multimedia-DatenAuch Sony (Halle 2, Stand C02) hat den Messeauftritt seiner Handhelds unter das Motto Multimedia gestellt. So zeigen die Japaner aus der "Clié"-Familie den bereits im Herbst letzten Jahres vorgestellten "Clié N-770C". Das Farbdisplay dieses Rechners schafft eine Auflösung von 320 x 320 Bildpunkten und bietet damit ein detailreicheres Bild als die Geräte von Palm und Handspring, die mit 160 x 160 Bildpunkten arbeiten.

Der Clié bietet Applikationen zum Abspielen von Audio-Dateien sowie zum Bearbeiten von Bilddaten und zur Wiedergabe von Video-Clips. Die Daten lassen sich dabei entweder via PC auf den Rechner überspielen oder mit Hilfe eines Memory Sticks, der Sony-eigenen Speicherkarten-Variante, zum Handheld übertragen. Daneben verfügt das Betriebssystem Palm OS 4.1, das in einem separaten 4 MB großen Flash-ROM-Baustein residiert, über die klassischen Organizer-Funktionen.

Kamera- und Audio-Modul für mehr FunktionenNeu in Sonys Clié-Familie ist das Modell "T425", mit einer Dicke von 9,9 Millimetern und einem Gewicht von 122 Gramm das schlankste Sony-Modell. Das Display hat wie der N770C eine Auflösung von 320 x 320 Bildpunkten, ist aber monochrom. Ansonsten gleichen sich beide Geräte von den technischen Daten bis zur Anwendungspalette. Auch den "Clié T625C" hat Sony erst kurz vor der CeBIT vorgestellt. Wie der N770C wartet dieser Handheld mit einem hochauflösenden Farbdisplay auf. Der Speicher fällt mit 16 MB doppelt so groß aus wie bei den anderen Clié-Modellen. Die technische Ausstattung wie die verfügbaren Applikationen entsprechen wieder denen der anderen Varianten.

Wie Handspring versuchen auch die Japaner, ihre Handhelds mit Zusatzfunktionen aufzuwerten. So lassen sich beispielsweise an den Memory-Stick-Steckplatz Geräte wie eine Miniatur-Digital-Kamera oder ein Audio-Modul aufstecken, das die Minirechner um MP3-Player-Funktionen erweitert.

Als dritte Handheld-Gruppe versuchen sich noch Geräte mit Linux als Betriebssystem zu behaupten. Doch die Linux-Welle in Sachen Handhelds scheint abzuflachen. Nachdem Samsung sein Linux-PDA-Projekt "Yopi" vorerst abgeblasen hat, zeigt nur mehr Sharp (Halle 1 Stand 7A2) in Hannover einen serienreifen Linux-Handheld.

Der "SL-5500G" arbeitet wie die Pocket-PC-Modelle mit einem auf 206 Megahertz getakteten Strongarm-Prozessor. Neben einem 16 MB großen Flash-ROM-Speicher für das Betriebssystem, Anwendungen und Treiber bietet das Gerät einen Arbeitsspeicher von 64 MB. Steckplätze für Compact-Flash-(CF-) sowie Secure-Digital-(SD-)Karten erweitern das Speichervolumen. Das Farbdisplay mit einer Diagonale von 8,9 Zentimetern arbeitet mit einer Auflösung von 240 x 320 Bildpunkten. Der SL-5500G lässt sich über Stifteingaben auf dem Touchscreen oder eine ausziehbarere Minitastatur bedienen.

Als Betriebssystem kommt Linux Embeddix der Firma Lineo zum Einsatz. Das Personal-Information-Management-(PIM-)Paket bietet gängige Organizerfunktionen wie Adressen- und Terminverwaltung. Neben einem Mail-Client und einem Internet-Browser lassen sich mit dem Linux-Handheld auch MP3-Dateien sowie MPEG4-Videodaten abspielen. Über eine USB-Verbindung zum PC kann man Daten mit Microsofts Outlook abgleichen. Eine Konvertierungssoftware dient dazu, Word-, Excel und Powerpoint-Daten auf dem Handheld darzustellen.