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05.03.1999 - 

Die PC-Abteilung hat großen Anteil an der Misere

Die PC-Abteilung hat großen Anteil an der Misere NEC muß schwere Verluste hinnehmen und will 15000 Stellen abbauen

MÜNCHEN (CW) - NECs Firmenchef Hisashi Kaneko übernimmt die Verantwortung für die Millionenverluste des japanischen Großunternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr und tritt zurück. Ihm sollen in den kommenden drei Jahren 15000 Mitarbeiter folgen.

Die NEC Corp. wird am 31. März ihr Geschäftsjahr mit einem Rekordverlust in Höhe von 1,25 Milliarden Dollar und einem zehnprozentigen Umsatzrückgang auf knapp 30 Milliarden Dollar abschließen. Als Gründe für die katastrophale Entwicklung zählte das NEC-Management alle nur denkbaren Gegebenheiten auf, vom starken Yen, der die Exporte verteuert, bis zu Wirtschaftsproblemen in Asien und Südamerika, berichtet der Branchendienst "Computerwire". Neben dem Nachfragerückgang nach Kommunikationsprodukten außerhalb Japans hätten sich im Heimatmarkt unter anderem Netzprodukte schlecht verkauft.

NEC-Präsident Hisashi Kaneko wird Ende März von seinem Amt zurücktreten, soll dem Unternehmen aber weiter als Berater zur Verfügung stehen. Als Firmenchef wird ihm Koji Nishigaki nachfolgen, der bisher für das Systemintegrationsgeschäft verantwortlich war. Neuer Chairman von NEC soll nach Zeitungsberichten Hajime Sasaki, derzeit Chef der Halbleiterabteilung, werden.

Maßgeblich zur ökonomischen Schieflage von NEC trug die US-Tochter Packard Bell-NEC (PB-NEC) bei, die mit ihren PC-Produkten seit Jahren rote Zahlen schreibt und mit sinkenden Marktanteilen kämpft. Für das demnächst ablaufende Geschäftsjahr mußte PB-NEC den Verlust von den früher geschätzten 138 Millionen Dollar auf die jetzt erwartete halbe Milliarde Dollar korrigieren. Im vergangenen Jahr belief sich der Verlust schon auf 487 Millionen Dollar und führte im Herbst 1998 zur Entlassung von 2000 Mitarbeitern in den USA.

Trotz der Verlustserie stellt NEC für die PC-Division ein Sanierungskonzept auf. Danach wird die unprofitable US-Mutter von der europäischen PB-NEC, die Gewinne einfährt, getrennt. Dazu erhöht die französische Machines Bull den Anteil an der europäischen PB-NEC von zwölf auf 20 Prozent. Im Gegenzug übernimmt NEC von den Franzosen die fehlenden 51 Prozent Anteile an Zenith Data Systems (ZDS). ZDS bedient in Europa Unternehmenskunden und ist deshalb interessant für PB-NEC, das mit seinem Niedrigpreisangebot in den USA nicht reüssieren konnte.

Firmenchef Alain Couder, der vergangenen Juli von Bull kommend das Ruder bei PB-NEC übernahm, beklagte das laxe Management seines Vorgängers Benny Alagem, der einst Packard Bell gegründet hatte. So konnte ihm beispielsweise bei seinem Amtsantritt niemand in der Firma Auskunft über die Handelsspannen der PC-Produkte geben, zitiert das "Wall Street Journal" den Franzosen.

Couder glaubt sich mit seinem rigiden Sparkurs allerdings auf dem richtigen Weg. Der Verlust des vierten Quartals 1998 von knapp 55 Millionen Dollar bedeute nach den 211 Millionen Dollar des zweiten Vierteljahres schon einen Fortschritt. In Zukunft wird sich das Unternehmen auf die Herstellung von teureren High-end-PCs konzentrieren, die unter dem Markennamen NEC verkauft werden sollen. Analysten beurteilen den Erfolg skeptisch.