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14.09.1990 - 

Macintosh-Welt auch für Peripheriehersteller interessant geworden

Die Preise bröckeln, und der Jedermann-Mac steht ins Haus

*Stefan Horst ist freier DV-Fachjournalist in München.

Der Macintosh-Markt ist in Bewegung geraten. Das Angebot an Peripheriegeräten aller Sparten wächst. Apple selbst wird, so wird kolportiert, den Markt durch die Vorstellung neuer und preisgünstigerer Macs im Herbst weiter anheizen.

Der Macintosh-Markt ist extrem softwareorientiert. Während man sich in der DOS-Welt aus einem riesigen Hardware-Angebot das passende aussuchen kann beziehungsweise muß, ist die Systementscheidung für einen Macintosh-Interessenten mangels Masse relativ schnell erledigt.

In grauer Mac-Vorzeit hatte Apple geradezu ein Monopol auf die Hardware. Drittanbieter engagierten sich kaum im Macintosh-Bereich, der Markt war wohl aufgrund seines geringen Volumens auch nicht interessant genug.

Mit dem Aufschwung des Macintosh hat sich das gründlich geändert. Apples Hardwaremonopol bezieht sich jetzt nur noch auf die Macintosh-Rechner selbst. Immer mehr Third-Party-Hersteller entdecken den Macintosh-Markt als ein mittlerweile lukratives Betätigungsfeld - nicht zuletzt deswegen, weil sich der Preiskampf im Mac-Bereich - noch - in Grenzen hält.

Thema Sicherheit interessiert kaum

Das Angebot befriedigt, bezogen auf die Palette der Anwendungen, jegliche Wünsche der Benutzer. Lediglich das Thema Datensicherheit interessierte in der Macintosh-Welt schon allein aus historischen Gründen bislang kaum jemanden. Die Macs wurden ja ehedem vornehmlich als Inselmaschinen eingesetzt und Einzelanwendern ist die Notwendigkeit von Dingen wie Backup oder gar unterbrechungsfreien Stromversorgungen naturgemäß nicht so bewußt.

Das Angebot an Peripheriegeräten für den Macintosh unterscheidet sich hinsichtlich der Rubriken nicht von dem der DOS-Welt. Eigenheiten offenbaren sich innerhalb der jeweiligen Produktgruppe. Ein Beispiel dafür ist der Druckermarkt. Hier ist der Postscript-fähige Laserdrucker seit jeher der absolute Favorit, "normale" Laser- und Matrixdrucker fristen eher ein Schattendasein. Verwunderlich ist das nicht: je größer, desto besser" hat hier besondere Gültigkeit.

Insbesondere wegen den im Grafikbereich üblichen großen Dateien sind Plattenkapazitäten von weit über 100 MB keine Seltenheit. Auch die wiederbeschreibbaren magneto-optischen Laufwerke, sie bieten Kapazitäten von zirka 650 MB, wurden vom Markt positiv aufgenommen.

Wechselplatten-Systeme mit Syquest-Einschub beliebt

Sehr beliebt sind Wechselplatten-Systeme, die mit Syquest-Einschüben arbeiten. Die Preise der Laufwerke bewegen sich um 2500 Mark, eine Cartridge kommt auf zirka 300 Mark. Beispielsweise im Publishing-Bereich ist diese Lösung sehr praktisch, wenn die Dokumente extern zur Belichtung gegeben werden müssen. Aber auch Anbieter von Softwareprodukten, beispielsweise von vorgefertigten (Postscript-)Grafiken haben die Wechselplatte als geeignetes Speichermedium entdeckt.

Der Vorteil der Mobilität zeichnet auch die Bernoulli-Laufwerke beziehungsweise die entsprechenden Cartridges aus, die darüber hinaus noch mit hoher Robustheit glänzen können. Nicht umsonst bietet Hersteller Iomega eine portable und netzunabhängig einsetzbare Ausführung des Laufwerks insbesondere für den Einsatz mit dem Macintosh-Portable an. Weniger der Mobilität als der ungeliebten Datensicherheit dienen wie in der DOS-Welt auch im Mac-Bereich die Bandlaufwerke. Die Kapazitäten reichen von 40 MB bis zu 2,3 GB. Die untere Preisgrenze liegt bei 2500, die obere bei rund 12 500 Mark.

Festplatten, Bandlaufwerke und Scanner werden über die SCSI-Schnittstelle an den Macintosh angeschlossen. Wichtiges Kriterium beim Kauf von SCSI-Geräten sind durchgeschliffene Schnittstellen und einstellbare SCSI-Adressen.

Beide Merkmale sind wichtige Voraussetzungen für das "Daisy-Chaining", weniger neudeutsch: die Möglichkeit, bis zu 6 SCSI-Geräte an einen Macintosh anzuschließen. Nicht alle Fremdprodukte sind dafür optimal vorbereitet. Ein wichtiges Betätigungfeld für Fremdanbieter im Macintosh-Bereich waren seit jeher Kommunikationsprodukte. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der Macintosh so gut wie kaum ein anderer Rechner mit fremden Systemwelten kommunizieren kann.

Kommunikation mit fremden Systemweiten

Schließlich war die Kommunikation mit DOS-PCS, Systemen der mittleren Datentechnik und Mainframes für Apple eine Frage von vitalem Interesse. Entsprechend umfangreich ist das Angebot an Gateways, Bridges und Netzadaptern. Unter den Anbietern finden sich bekannte Namen wie Novell, 3Com, Sun, Asanté, Kinetics, KMW, Tridata und Farallon.

Die Entscheidung für Produkte von Drittherstellern muß und wird nicht immer absolut zufriedenstellend sein. Denn bei Third-Party-Geräten ist das bei Apple-Produkten gewohnte Plug-and-Play-Prinzip nicht unbedingt gewährleistet. Dies bezieht sich insbesondere auf den Druckerbereich.

Für die Peripherieprodukte von Apple soll hier keine Lanze gebrochen werden. Vielmehr sei darauf verwiesen, daß die Kaufentscheidung für oder gegen ein Produkt eines Drittanbieters eine Sache der Anforderungen, der Auslastung und natürlich des Preises ist. Noch ein Wort zu den Finanzen. Gerade in letzter Zeit ist ein verhaltenes Bröckeln der Preise der Geräte mit dem Regenbogenapfel zu bemerken. Getarnt als Sonderaktion für den Bildungsbereich wurde zunächst der Macintosh SE mit 1 MB RAM und 20-MB-Festplatte zu vergleichsweise günstigen Konditionen angeboten. Erst kürzlich wurde nachgehakt mit einer ebensolchen Aktion, in der wieder Mac SE, nun mit 40-MB-Festplatte und - man höre und staune auch bestimmte Laserdrucker preisgünstig zu erstehen sind.

Glaubt man darüber hinaus den Gerüchten, so werden Mitte Oktober die lang erwarteten Jedermann-Macs vorgestellt. Dazu zählt das Modell IIsi, es soll auf einem mit 20 Megahertz getakteten 68030-Prozessor basieren und über einen Steckplatz verfügen. Der Macintosh LC dürfte eine Art Volks-Mac sein und mit einem 68020-Prozessor arbeiten, der mit 20 Megahertz getaktet ist.

Für Einsteiger "Mac Classic" konzipiert

Die Videokarte will man auf der Hauptplatine integrieren, der Preis soll bei rund 4000 Mark liegen. Bewahrheiten sich alle Gerüchte, so ist dieser Macintosh endlich das geeignete Gerät beispielsweise für Sekretariate und Vorzimmer. Ein Macintosh, der ganz ohne den bislang in Büroanwendungen fast üblichen High-Tech-Überhang auskommt. Für den "Einsteiger", so heißt es jedenfalls in der Gerüchteküche, ist der "Mac Classic" konzipiert. Dabei handelt es sich um einen Rechner in einem SE-ähnlichen Gehäuse, basierend auf dem Prozessor 68000. Zur Grundausstattung zählen Festplatte und FDHD-Laufwerk - was fehlt ist der beim SE übliche Steckplatz.

Beides zusammen, das Bröckeln der Preise und die neuen, am unteren Ende der Preisskala angesiedelten Macintosh', wird weiter für frischen Wind im Peripherie-Bereich sorgen. Freuen können sich darüber alle, die Peripheriehersteller, die Anwender und Apple.