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11.06.1999 - 

Entwickler befragen James Gosling

Die Probleme mit Java 2 lassen sich nur langsam beheben

PARIS (IDG) - Am Rande der Java Enterprise Solutions in Paris beantwortete Suns Vice-President James Gosling aktuelle Fragen aus der Entwicklergemeinde. Im Mittelpunkt stand dabei die mangelnde Kompatibilität zwischen Java-2-Applets und marktgängigen Browsern.

Frage: Was halten Sie von Microsofts Ankündigung, unter dem Codenamen Cool eine Alternative zu Java zu entwickeln?

Gosling: Schwer zu sagen, was Microsoft vorhat. Bisher haben die lediglich gesagt, daß Cool existiert und die tollste Erfindung seit Schnittbrot ist. Auch Active X gibt es schon seit Jahren, aber ich habe bis heute nicht herausgefunden, was das ist.

Frage: Browser unterstützen noch keine Java-2-Applets und das Laden des Plug-ins dauert lang. Wie kann man auf Java 2 migrieren?

Gosling: Die mangelhafte Kompatibilität zwischen Browsern und Java 2 ist für uns ein schmerzhaftes Problem, das auch das zentrale Thema im Rechtsstreit gegen Microsofts Praktiken ist. Wir wissen bisher nicht, wie sich Microsoft zu Java 2 stellen wird. Für uns geht der Weg künftig über das Plug-in. Daher wollen wir es optimieren, den Download beschleunigen und versuchen, es mit Systemen zu bundeln._VS:Oft stecken hinter den Schwierigkeiten mit dem Download zudem Caching-Probleme. Wir haben zusammen mit Netscape eine Architektur entworfen, die es erlaubt, unsere Virtual Machine (VM) in deren Browser einzubetten, so daß Netscape selbst keine eigene VM zu entwickeln braucht. Leider gibt es diese Lösung erst mit Version 5.0 des Navigators, und wir warten darauf, daß Net- scape endlich liefert.

Frage: Warum macht Sun die Java-2-Plattform so groß? Besser wäre doch eine kleine Entwicklungsumgebung, in die man alles on the fly herunterladen könnte.

Gosling: Das sehe ich ganz anders. Das Problem ist, daß Java einerseits möglichst einfach sein und andererseits alle Features haben soll, die die Leute draußen verlangen. Das ging vielleicht damals noch, als die Entwicklergemeinde 40, 50 Köpfe zählte. Heute haben wir es mit mehreren Millionen Benutzern zu tun. Daher versuchen wir momentan, das Release so aufzubrechen, daß weniger Funktionen im Lieferumfang des Software Development Kit enthalten sind und sich die vielen Schnittstellen als Plug-ins sukzessive herunterladen lassen. Hierzu arbeiten wir seit einiger Zeit an der Entwicklung von "Erweiterungsmechanismen", sind aber in Zeitverzug geraten.

Frage: Gibt es bald Fixes gegen die Speicherprobleme der Swing-Klassen?

Gosling: Das Problem mit Swing ist nicht so sehr der Speicher, sondern, daß Swing diesen zu lange belegt. Außerdem gibt es zu viele Abhängigkeiten zwischen den Komponenten. Das Swing-Engineering-Team steckt seine ganze Energie in die Verbesserung der Perfomance in Relation mit der Speicherbelegung von Swing. An den Eigenschaften wird hingegen derzeit kaum gearbeitet.