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02.02.1996 - 

Entwicklungschef Roger Heinen ueber Microsofts Internet-Plaene

"Die Programmiersprache Java ist doch nur eine Mutation von C"

CW: Wie positionieren Sie ihre Produkte gegen die Programmiersprache "Java" von Sun?

Heinen: Nun, wir muessen Java unterstuetzen, um saemtliche Seiten im World Wide Web anzeigen zu koennen. Allerdings sind wir davon ueberzeugt, dass es sich dabei auch nur um eines von vielen Internet-Protokollen handelt. Dennoch werden wir die Technologie in Lizenz nehmen. Zwar existiert hierfuer noch kein offizielles Abkommen, aber wir haben bereits eine Absichtserklaerung verfasst. Zudem arbeiten wir mit Sun zusammen, um eine Runtime-Version der Sprache fuer Windows zu entwickeln. Dazu gehoert die Kompatibilitaet von Java mit Object Linking and Embedding (OLE), um OLE-Objekte in Java einbinden zu koennen.

CW: Weshalb sind Ihrer Meinung nach OLE Custom Controls (OCX) besser als Java-Applets?

Heinen: Es geht hier nicht um einen Vergleich. OCX wird seinen Weg machen. Damit ist es moeglich, Plug and play in Applikationen zu verwirklichen. Anwender koennen ein beliebiges Tool verwenden, um OCX zu konstruieren. Visual Basic Script und Java Script loesen derartige Aufgaben aehnlich.

CW: Sun und andere Anbieter machen sich fuer die Common Object Request Broker Architecture (Corba) stark, um die Verbindung von Applikationen mit dem WWW zu vereinfachen. Angenommen, Microsoft gelingt es nicht, Distributed OLE rechtzeitig fertigzustellen - was werden Sie anbieten?

Heinen: Fuer Microsoft ist OLE das tragende Geruest. Die effektivste Loesung, OLE-Komponenten miteinander zu verbinden, lautet Distributed OLE beziehungsweise Network OLE. Alle anderen machen nur Werbung und vereinen sich in Anti-Microsoft-Konsortien. (Anm. d. Red.: Auch Microsoft ruehrt kraeftig die Werbetrommeln fuer Distributed OLE, obwohl die Technologie erst im Laufe des Jahres erscheinen soll.)

CW: Demnach sind Sie sicher, dass Anwender Microsoft-Tools Java, Corba oder Opendoc vorziehen werden?

Heinen: Java ist doch lediglich eine Mutation von C. Zu Opendoc kann ich nur sagen: Es gibt kaum einen Entwickler mehr, den Opendoc interessiert.

CW: Eine der wohl wichtigsten Eigenschaften des Internet ist es, offen zu sein. Wie will Microsoft, das mit Windows bekanntlich eine recht restriktive Politik betreibt, da mithalten?

Heinen: Das Internet ist gar nicht so offen, basiert jedoch auf oeffentlichen Standards. Auch wir wollen diese Spezifikationen unterstuetzen und Schluesseltechnologien wie Visual Basic Script zur Verfuegung stellen. Diese Standards bieten wir auch der breiten Oeffentlichkeit an.

CW: Laut Microsoft arbeitet der Internet-Explorer gut mit Applikationen zusammen, die mit Microsoft-Tools erstellt wurden, zusammen. Besteht fuer Anwender die Gefahr, dass sie den Microsoft- Browser irgendwann zwingend brauchen, um bestimmte Applikationen ablaufen zu lassen?

Heinen: Im Prinzip funktionieren alle Browser gleich. Dennoch gibt es WWW-Seiten, die mit bestimmten Browsern besser aussehen als mit anderen. Gute Content-Provider neigen dazu, ihre Seiten den Eigenheiten der verschiedenen Browser anzupassen.