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Komponentenvielfalt für den Hobbytroniker:


17.11.1978 - 

Die Qual der Wahl

MÜNCHEN (pi) - Eine der tiefgreifendsten und augenfälligsten Auswirkungen des Mikroprozessors - und der Large-scale-Integration-(LSI)-Technologie - war der Preisverfall bei Produkten, die auf diesen Technologien basieren. Da jedoch die Anbieter von "Mikro-Produkten" ihre Mikroprozessoren und LSI-Komponenten in unterschiedlicher Konfiguration auf den Markt bringen, bestehen spürbare Unterschiede für "Minimal"-Systeme und deren Kosten.

Wählt man ein solches System aus, so sind folgende Komponenten wichtig:

die Basissysteme,

die Ausgabe-Bausteine,

die Speicher-Bausteine,

die Eingabe-Bausteine,

die BÜS-Struktur.

Welcher Mikrocomputer?

Die erste und grundlegende Wahl, die ein "Hobbytroniker" treffen muß, ist die des Mikrocomputers, der das Herz des gesamten Systems bilden soll. Letzten Endes wird hier die Kompatibilität zu anderen Systemkomponenten ausschlaggebend sein.

Welche System-Komponenten?

Nachdem die Qual der Wahl erfolgreich überwunden wurde, kann man das eigentliche System mit den preiswertesten unter den angebotenen Komponenten vervollständigen. Entscheidungshilfen stellen hier zum Teil auch die Hersteller: So zum Beispiel für das am weitesten verbreitete Kassetten-Interface das Tarbell Interface - von Tarbell Electronics.

Welche Bus-Struktur?

Diese Frage diskutiert man zur Zeit noch. Aber in naher Zukunft werden alle wichtigen peripheren Geräte für alle gängigen Systeme erhältlich sein und ebenso die Schnittstellen (Interfaces), die eine Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Bus-Strukturen leichtmachen.

Neuanwender sollten jedoch beachten daß das Basissystem oft kein komplettes

System ist.

So bestehen die meisten der angebotenen ALTAIR-BUS-Systeme (bekannt als S-100 BUS) lediglich aus der Mikroprozessoreinheit, die in ein Chassis mit Frontschaltern eingebaut ist. Dasselbe gilt für viele andere Mikros.

Nahezu immer sind zusätzliche Einrichtungen notwendig, um ein System zu erstellen, das in einer der höheren Programmiersprachen programmiert werden kann. Diese Möglichkeit ist das Auswahlkriterium dafür, welche zusätzlichen Schaltungen und peripheren Geräte zur Komplettierung eines "Minimal"-Systems gewählt werden sollten.

Hauptspeicher

Hauptspeicher weisen sowohl die größten Preisunterschiede als auch den stärksten Preisverfall aller Elemente in einem Mikrosystem auf.

Die Größe des Hauptspeichers hängt in erster Linie von der Art der Programmierung ab, die der Anwender plant. Die meisten der heute erhältlichen "Basic"-Interpreter benötigen zwischen 4 K und 12 K Speicherplatz. Daraus ergibt sich ein Minimum an Gesamtspeicherbedarf von 8 K bis 16 K für ein System, das eine höhere Programmiersprache versteht.

Das Wort "gesamt" wird deshalb verwendet, weil häufig der "Basic"-Interpreter oder andere Systemsoftware in sogenannten ROM's (Read only Memory) gespeichert ist. Man benötigt deshalb mindestens weitere 4 K zur Speicherung von Anwenderprogrammen. Allgemein gültig ist jedoch die Regel: Je größer der zusätzliche Speicher ist, desto länger können die zu verarbeitenden Programme sein. Zur Zeit dürfte die durchschnittlich verwendete Hauptspeichergröße bei 16 K liegen.

Terminal-Trauma

Nur wenige "Hobbytroniker" besitzen einen Hard-copy-Drucker oder ein Terminal; dies liegt ganz einfach an den Kosten. Sogar für einen Teletype muß man immer noch so viel auf den Tisch legen wie für ein komplettes Durchschnittssystem. Geräte hoher Qualität wie IBM 2741 und ähnliche Terminals liegen weit über den finanziellen Möglichkeiten des Normalverbrauchers.

Aber zur Lösung dieses Problems bietet sich auch eine einfachere Alternative an:

Man verbindet eine preisgünstige Tastatur (zirka 120 bis 500 Mark) als primäre Eingabeeinheit mit dem System. Ein zusätzliches Video-Interface erzeugt ein Lichtsignal, mit dem sich ein Monitor ansteuern läßt. Hierbei besteht die Möglichkeit, einen Modulator (Preis: 12 bis 45 Mark) zwischenzuschalten, der wiederum den Anschluß an ein normales Fernsehgerät erlaubt.

Laden und Speichern

Zusätzlich sind Vorkehrungen zum Laden und Speichern von Daten und Programmen zu treffen. Ebenso wie bei den traditionellen Ausgabeeinheiten sind auch bei Mikrocomputersystemen die Massenspeichergeräte der konventionellen EDV durch billigere Alternativen ersetzt worden. Die beliebteste Methode ist die Verwendung eines Kassettenrecorders, der über ein spezielles Interface mit dem System verbunden ist.

Obwohl diese Geräte verhältnismäßig langsam arbeiten (300 bis 1500 Bit pro Sekunde), reicht die Übertragungsgeschwindigkeit für Anwendungen mit kleinem Datenvolumen in den meisten Fällen aus.

Bedauerlicherweise gibt es bis zum heutigen Tag kein Standardformat für die Aufzeichnung auf Band, und es besteht wenig Hoffnung auf Kompatibilität in naher Zukunft. Doch selbst im Falle einer kompatiblen Aufzeichnung kann zum Beispiel ein Basic-Programm nicht lesbar sein, da eine andere Version eines Basic-Interpreters vorliegt.

Plattenspeicher

Erst sehr spät konnte die "Minifloppy" im Hobbymarkt Fuß fassen, obwohl Platten-Technologien jeglicher Art einwandfrei Vorteile gegenüber Bändern aufweisen. Auch hier sind die Preise enorm gesunken, setzt man sie aber in Relation zu den Kosten des eigentlichen Systems, stellen sie immer noch eine beträchtliche finanzielle Belastung dar.

Trotzdem, einer der größten Vorteile des Plattenspeichers - er wird nur in den seltensten Fällen genannt - liegt in der Tatsache, daß Aufzeichnungstechnik und -format bereits weitgehend standardisiert sind. Im Zweifelsfall sind einige Änderungen an der Software vorzunehmen, um Platten lesbar zu machen, die auf einem fremden System beschrieben worden sind.

Hochgeschwindigkeits-Bänder

Neben Plattenspeichern erfreuen sich Hochgeschwindigkeits-Bandlaufwerke für den Einsatz von Mikrocomputersystemen immer größerer Beliebtheit. Die Kosten für diese Laufwerke liegen weit unter denen einer Minifloppy, mit guter Software ausgestattet, sind sie jedoch hinsichtlich der Qualität durchaus vergleichbar.