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27.10.2015 - 

Der CP-Querschläger – Kolumne

Die Rechenzentren und die Sicherheit

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Der Trend, immer mehr Kapazitäten in fremde und oft auch ferne Hände zu geben, ist nicht ohne Risiko. Denn die Sicherheit bleibt dabei auf der Strecke.

Rechenzentren sind spätestens seit den 90er-Jahren aus unserer Wirtschaftswelt nicht mehr wegzudenken. Versucht man es dennoch, stößt man unweigerlich an produktive und administrative Grenzen. Wo ein Kleinbetrieb oder ein Selbstständiger noch mit ein paar vernetzten PCs und einem Backup-Server auskommt, ist die Buchhaltung eines Mittelständlers bereits auf RZ-Leistungen angewiesen.

Der Trend, immer mehr Kapazitäten in fremde und oft auch ferne Hände zu geben, wird durch die Sparphilosophie in Unternehmen noch zusätzlich befeuert. Und weil man bekanntlich nie genug sparen kann, ist leider bei Ausschreibungen und Vorgesprächen mit den Verantwortlichen oft nicht der günstigste Weg das Ziel – sondern der billigste.

Vertrauen in Rechenzentren? Die neue Version der Vorratsdatenspeicherung ist ein großer Schritt zu noch mehr Unsicherheit.
Vertrauen in Rechenzentren? Die neue Version der Vorratsdatenspeicherung ist ein großer Schritt zu noch mehr Unsicherheit.
Foto: Dell

Auf der Strecke bleibt dabei oft die Sicherheit. Die gerade beschlossene neue Version der Vorratsdatenspeicherung – man könnte auch "proaktive Bürgerüberwachung" sagen – betrifft auch Rechenzentren und ihre Dienste. Jedenfalls ist es ein großer Schritt zu noch mehr Unsicherheit. Zwar dürfen die Inhalte zu den IP-Verbindungen nicht gespeichert werden, aber es ist ja auch nicht erlaubt, Kanzlerinnen-Smartphones abzuhören. Dazu kommt, dass nahezu jedes EU-Land andere Vorgehensweisen mit dem Umgang von Daten hat, bis hin zu den laxen Gesetzen in Bulgarien oder UK.

Bis zur Verabschiedung des Gesetzes waren deutsche Data Center und lokale Provider eine relativ sichere Adresse für Verbindungsdaten und folglich auch deren Inhalte. Jetzt stehen wieder ein paar mehr Gucklöcher neugierigen Behörden, aber auch staatlichen und privaten Wirtschaftsspionen offen.

Dass nun auch die gerade populär werdende und potenziell zukunftsweisende "German Sicherheit" einen Dämpfer erhält, nimmt man in Berlin anscheinend mit Unkenntnis bis stoischer Gleichgültigkeit hin. Dabei waren wir – gerade mit dem Thema Sicherheit – auf einem guten Weg an die Weltspitze.

Mein Fazit: Bräuchte ich ein sicheres Rechenzentrum, ließe ich mir ein unternehmenseigenes bauen. Was hilft das Vertrauen in den Betreiber, wenn die politischen Gegebenheiten in und um Deutschland Datensicherheit absichtlich verhindern? (tö)

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