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11.12.1974

"Die Rechnung der Hersteller sollte nicht aufgehen!"

Bekanntlich haben die IBM und andere EDV-Hersteller Ende Oktober 1974 Preiserhöhungen angekündigt. Dabei ist besonders die Preiserhöhung der IBM umstritten. - Der ADL hat in seiner Eigenschaft als Interessenvertreter der EDV-Anwender in dieser Angelegenheit ein Gespräch mit dem IBM-Vorstand geführt und darauf eine Stellungnahme gegenüber den Preiserhöhungen abgegeben.

Von seiten der Anwender können Maßnahmen durchgeführt werden, um die Preiserhöhungen der Hersteller in ihrer Wirkung abzuschwächen oder ganz aufzuheben .

- Als erstes: Machen Sie dem Vertreter Ihres Herstellers, der die Preise erhöht hat, klar, daß Sie mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sind und daß Sie alle Möglichkeiten des Ausweichens und Vermeidens von Kosten überprüfen und durchführen werden. - Vielleicht ist er Ihnen sogar bei der Reduzierung von Kosten behilflich.

- Verhandeln Sie mit dem Vertriebsbeauftragten ihres Herstellers über Preise: Die meisten Hersteller gewähren längerfristige Verträge, die preislich günstiger als die Normalverträge sind. - Außerdem sollen - dem Vernehmen nach - einige Hersteller zusätzliche Rabatte und Nachlässe zugestehen: Die starre Preispolitik der großen Hersteller scheint sich nicht mehr aufrecht erhalten zu lassen.

- Überprüfen Sie, ob der Übergang von einem teuren Hersteller zu einem preiswerteren möglich ist: Sie sollten die bestehenden unterschiedlichen Preisangebote - besonders bei Spezialanwendungen - ausnutzen. Der neue Hersteller wird meist erhebliche Umstellungshilfen bieten, jedoch sind die Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen.

- Überprüfen Sie, ob Sie Mixed-Hardware überhaupt oder in stärkerem Maße einsetzen können. Bekanntlich werden von vielen kleineren und größeren Herstellern ausgereifte und voll kompatible Peripheriegeräte sogar bis zur Kernspeichererweiterung wesentlich preiswerter als von größeren Herstellern angeboten. Vor allem diese Möglichkeiten der Kosteneinsparung bei der Hardware sollten vom Anwender überprüft werden.

- Überprüfen Sie, ob Sie Ihre Konfiguration abmagern können: Dies geschieht am besten durch die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit aller Teile Ihrer Auflagen (hinsichtlich Auslastungslage, Zweckmäßigkeit der Konfiguration und Peripherie usw. usw.), unter Umständen mit entsprechenden, auf dem Markt erhältlichen Programmpaketen; unter Umständen mit Hilfe eines der auf diesem Gebiet tätigen Unternehmensberatungs- bzw. Programmierunternehmen.

- Überprüfen Sie, ob Sie auch Ihre Software abmagern können. Seit einiger Zeit werden ebenfalls Programmpakete zur nachträglichen Optimierung von bestehenden Programmen angeboten. Diese sollten (unter Umständen unter Hinzuziehung hierauf spezialisierter Unternehmensberater oder Programmierfirmen) besonders bei großen Anwendern bzw. bei aufwendigen Programmkomplexen eingesetzt werden.

- Prüfen Sie schon bei der Planung, aber auch beim schon laufenden Betrieb von Datenbanken und Fernverarbeitungsinstallationen

genau: Die von den Herstellern der Maschinen angebotenen Programmpakete sind oft nicht optimal für den speziellen Zweck zugeschnitten und damit nicht preiswert. Sehen Sie sich auf dem Markt um. Sie können oft erhebliche Kosteneinsparungen in der Programmerstellung, in der späteren zeitlichen und speichermäßigen Beanspruchung, im laufenden Betrieb Ihrer Computer erzielen.

- Nutzen Sie Ihre Computer besser aus. Zögern Sie den Beschaffungszeitpunkt für größere Modell soweit wie möglich hinaus. Holen Sie alle Reserven aus den Ihnen zur Verfügung stehenden Installationen heraus: zum Beispiel durch Verbesserung der Datenerfassung (also weniger Plausibilitätskontrollen im Computer), Off-line-Drucken, Multiprogramming, längere Zeitausnutzung der Anlagen bis zum Drei-Schicht-Betrieb, bessere Arbeitsvorbereitung usw. usw. - Interne Rationalisierung der betrieblichen Abläufe ist wie überall in der Industrie der Trumpf gegen Kostensteigerungen.

- Überprüfen Sie die Möglichkeiten, Ihren Computer zu kaufen oder zu leasen. Der Kauf beziehungsweise das Leasing von neuen Computern lohnt sich gegenüber der Miete bekanntlich bei einer Installationsdauer von vier bis fünf Jahren. Die meisten Installationen beim Anwender haben heute - zumindest in ihrem Zentralteil - mindestens diese durchschnittliche Einsatzdauer; Peripherie sollte zum Teil gekauft werden (feste Grundausstattung), zum Teil geleast oder gemietet werden (variable Zusatzausstattung). Die Peripherie von anderen Herstellern ist oft günstiger (sieht, oben !) .

- Überprüfen Sie die Möglichkeit, gebrauchte Computer über Kauf oder Leasing einzusetzen. Diese sind meist als generalüberholte Maschinen (Garantie geben lassen !) genauso leistungsfähig wie neue Maschinen des gleichen Typs, kosten aber nur dreißig bis fünfzig Prozent der neuen Maschinen. Die Wartung wird zu den üblichen Preisen von den Herstellern übernommen. - Man muß nicht immer die neueste Maschine haben: Alte, bewährte, tun es für die meisten Standardanwendungen genauso gut, besonders wenn sie wesentlich preiswerter als neue Maschinen sind.

- Machen Sie nicht jede Neuerung der Hersteller mit: Ihre hauptsächlichen Kosten liegen meist bei den Investitionen für die Programme. Diese wiederum lohnen sich nur, wenn sie möglichst lange mit möglichst geringem Pflege- und Änderungsdienst gefahren werden können. Dies ist meist nur auf einem Maschinen- oder Betriebssystemtyp möglich. Bleiben Sie schon wegen der wirtschaftlichen Nutzung der bereits erstellten Programme bei der altbewährten Maschine. Dann jedoch lohnt sich der Kauf der Maschine und eine längere Laufzeit als fünf bis sechs Jahre (siehe oben!)

- Zu allerletzt: Es wäre doch gelacht, wenn Sie nicht durch die obengenannten Maßnahmen oder andere erreichen könnten, daß sie zwei bis sechs Prozent Hardwarekosten einsparen oder beabsichtigte Erhöhungen bei Ausweitung der Hardware um diesen Prozentsatz nicht durchzuführen brauchten.

Die Rechnung der Hersteller sollte nicht aufgehen!

Bundesvorstand des ADL-Verbandes für Informationsverarbeitung E.V.