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11.09.1992 - 

Zahlreiche Protokolle mit Hardware-Unterstützung:

Die RS/6000 erfüllt Bedingungen der TCP/IP- und der SNA-Welt

Nicht nur in der Domäne der Unix-Systeme, die standardmäßig via Protokollklassiker TCP/IP miteinander kommunizieren, sondern auch innerhalb der SNA-Welt bietet die RS/6000 mit dem Unix-Derivat AIX etliche Möglichkeiten der Kommunikation. SNA und TCP/IP vertragen sich gleichermaßen mit der RISC-Maschine; aber weitere Softwareschritte in Richtung Offenheit sind nicht ganz billig.

Das Besondere am Kommunikationskonzept der RS/6000 ist die Möglichkeit, TCP/IP und SNA, aber auch OSI oder IPX gleichzeitig und über gleiche Hardware-Adapter anzusprechen. Diese Funktionalität wird durch das Betriebssystem unterstützt und mittels einer grafischen Oberfläche administriert .

Daneben erleichtern umfangreiche Diagnosehilfsmittel, zum Beispiel die Möglichkeit, Traces an fast beliebigen Stellen des Protokoll-Stacks anzusetzen, die Fehlersuche.

Ebenso wichtig wie die Verfügbarkeit einer ausreichenden Zahl von Protokollen ist ihre Hardware-Unterstützung. Hier bieten die IBM und zahlreiche Fremdhersteller eine große Zahl von Adapterkarten zum Betrieb in der RS/6000 an.

Allgemein kann man die Kommunikationsmöglichkeiten auf der Hardwareseite in drei Typen unterteilen: Die lokalen Verbindungen über Token Ring oder Ethernet, die klassischen synchronen Inhouse- Verbindungen (SDLC) und die Verbindungen über große Entfernungen (WAN), zum Beispiel X.25 (siehe Abbildung 1).

Auf die Hardware-Ebene kann ein entsprechendes Protokoll aufgesetzt werden. Als Standardarchitektur in der Kommunikation zu und mit IBM-Host-Systemen ist SNA, die Systems Network Architecture der IBM, ein Schwerpunkt. Aber auch TCP/IP, das eigentlich in der heterogenen Welt der Unix-Systeme zuhause ist, spielt bei Host-Systemen eine immer größere Rolle.

Ausgerechnet in dieser Situation sieht sich IBM heute gezwungen, zunächst einmal mit den unmittelbaren Gegnern wie HP, Sun etc. fertig zu werden; erst dann kann sich IBM einem Kampf gegen Intel und Microsoft zuwenden. Bis dahin könnte es zu spät sein. Windows NT und Intel haben bis 1992 möglicherweise bereits ihre kritische Masse erreicht.

Schon in drei oder vier Jahren könnte die Desktop- oder Midrange-Szene von Intel-Computer-Netzwerken mit Windows NT beherrscht werden. Im Midrange-Bereich sind LANs nämlich als durchaus ernst zu nehmende Konkurrenten zu betrachten.

Die AS/400 wird auch zu Beginn des kommenden Jahrhunderts auf dem Midrange-Markt noch eine gewisse Rolle spielen. Wenn es nach IBM geht, übernimmt die AS/400 künftig den riesigen Mainframe-Markt. Jedenfalls ist sie vom Konzept her darauf ausgerichtet, sich zu einem Mainframe zu mausern. Die alte Data Processing Division der IBM hatte sie von Anfang an als Nachfolger für die 360/370-Architektur vorgesehen. Die kleineren AS/400-Maschinen am unteren Ende müssen dann gegen die übermächtige Allianz aus offenen Systeme und Unix antreten, die möglicherweise von IBM und/oder einer Microsoft-Intel-Novell-Symbiose dominiert wird. Dieses untere Ende ist keineswegs klein, es repräsentiert den Hauptteil der Computerindustrie. Noch hat IBM eine Chance, bei diesen Olympischen Spielen der offenen Systeme zu gewinnen und gegen Microsoft und Intel aufzuholen. Hiermit wäre die Aufzählung der Gegner vollständig - ihre Zahl ist ohnehin recht groß. Am Mainframe-Markt nagen bereits die AS/400 und einige Unix-Plattformen. Das wird wohl noch eine Weile so bleiben, denn sowohl Unix als auch Mainframes wird es noch lange geben. Allerdings bezweifle ich, daß ein Siegeszug der Microsoft-Formation noch zu stoppen wäre, wenn die Gruppierung erst einmal den Marktbereich der Desktops, LANs und kleineren Mehrplatzsysteme erobert hat.

Wie aber sieht die Zukunft für die /36-Anwender aus? Inwiefern verändert sich das obige Szenario, wenn Windows-Anwendungen auf Unix laufen können? Wird IBM das OS/2 fallenlassen und neben dem OS/400 nur noch Pink als Betriebssystem für den Desktop-Midrange-Markt anbieten? Eins steht fest: Das kommende Jahrzehnt wird für die Computerindustrie sicher nicht langweilig.

*Al Saavedra ist Vice-President der Universal Software, Boston; sein Beitrag ist übernommen aus dem 3x/400 Magazin 7-8/92, das in der ITP Verlags GmbH in Kaufering erscheint.