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13.12.2004

Die sieben IT-Todsünden

13.12.2004
Technikverantwortliche verraten, was sie falsch gemacht haben.

Aus Fehlern lernen, ja - aber es müssen nicht zwingend die eigenen sein. Die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" hat IT-Chefs nach ihren größten Sünden befragt - und viele ehrliche Antworten erhalten. Bei der folgenden Auswahl handelt es sich um Fehlentscheidungen, die Projekte zu kostspieligen Dauerbrennern geraten lassen, zum geschäftlichen Desaster oder dem Verlust des Arbeitsplatzes führen können.

Die Outsourcing-Strategie vermasseln. Der größte Outsourcing-Fehler ist es zu glauben, man könne wichtige IT-Funktionen auslagern, um sie nicht verstehen zu müssen. Diese Art der Verweigerung kann es hernach erschweren, selbst einfache Dinge in Eigenregie zu erledigen. Ein anderes verbreitetes Vergehen besteht darin, Funktionen, die sich problemlos auslagern lassen, im Haus zu behalten. So hatte ein in Manhattan ansässiger Online-Service-Anbieter die Fremdbetreuung seiner geschäftskritischen Anwendungen abgelehnt. Als dann der große Stromausfall im August 2003 Teile von Manhattan für 28 Stunden lahm legte, hielten die UPS-Systeme (UPS = Uninterruptable Power Supply) des Unternehmens nur für kurze Zeit durch. Dessen Wettbewerber, die mit in Sachen Energie wohl versorgten Web-Hosting-Dienstleistern zusammenarbeiteten, mussten hingegen keine Auszeiten hinnehmen.

Open Source verherrlichen oder verteufeln. Insbesondere konservative IT-Shops lehnen quelloffene Software häufig kategorisch ab. Dadurch lassen sie sich erprobte, stabile, skalierbare und kostengünstige Lösungen wie Linux, Apache und MySQL entgehen. Aber auch die rückhaltlose Open-Source-Befürwortung kann den Fortschritt verhindern, indem sie Entwickler dazu zwingt, minderwerti-ge Open-Source-Lösungen zusammenzuschustern, obwohl eine geeignete kommerzielle Software verfügbar ist. Open Source per se ist nicht besser als kommerzielle Software. Welcher Technik der Vorzug zu geben ist, hängt von dem zu lösenden Problem und dem Reifegrad der in Betracht gezogenen Lösung ab.

Offshoring mit Scheuklappen. Vorsicht bei der IT-Auslagerung nach Übersee: Ein Firmenchef erlebte bei der Eröffnung einer Geschäftsstelle in Indien manche Überraschung, die nicht den landläufigen Offshoring-Weisheiten entsprach. So sah er sich dort aufgrund regionaler Transportprobleme und der kulturell bedingten Vorrangstellung der Familie mit einer äußerst instabilen Mannschaft konfrontiert. Selbstverständlich war der Acht-Stunden-Tag, denn mit dem im Silicon Valley üblichen Rund-um-die-Uhr-Konzept konnten sich die indischen Arbeitnehmer nicht anfreunden. Im Endeffekt kostete die Eröffnung der Niederlassung im fernen Indien lediglich 20 Prozent weniger als der Aufbau einer Geschäftsstelle in den USA.

Interne Sicherheitsrisiken ignorieren. IT-Manager, die sich lediglich externen Bedrohungen widmen, spielen mit dem Feuer. Laut Gartner werden 70 Prozent der gravierenden Si-cherheitsstörungen firmenintern verursacht, auch wenn nicht hinter allen Bedrohun-gen eine böse Absicht steht. Vorsätzliche Störmanöver wiederum werden meist mit einfachen technischen Mitteln bewerk-stelligt. Nach einer aktuellen Studie des Computer Emergency Response Team (Cert) und des US-Geheimdiensts Secret Ser-vice werden 87 Prozent der internen Sicherheitsverletzungen mit Hilfe simpler und vor allem zulässiger User-Benutzerbefehle bewerkstelligt. Es empfiehlt sich, Endnutzerrechte auf das jeweils Notwendigste zu beschränken.

Web-Applikationen - nur für IE. Trotz zunehmend Browser-basierender Applikationen sowie der anhaltenden Windows-Dominanz auf den Firmen-Desktops sollten Web-Entwickler der Versuchung standhalten, Anwendungen ausschließlich für den von digita-lem Ungeziefer befallenen Internet Explorer (IE) zu schreiben. Wer darauf besteht, muss mit regelmäßigen Attacken durch Schädlinge - wie dem von einer russischen Hacker-Gruppe in Umlauf gesetzten Javascript-Programm "JS.Scob" - rechnen. Da viele Firmen auf den IE nicht ganz verzichten können, gilt es, Web-Applikationen so auszulegen, dass es im Ernstfall möglich ist, auf eine Alternative wie Mozillas Firefox umzusteigen.

Netzprobleme? Bitte mehr Bandbreite! Eine der häufigsten Beschwerden, mit denen die IT-Abteilung konfrontiert wird, ist ein lahmendes Netz. Um diesem mehr Vitalität zu verleihen, wird üblicherweise die Bandbreite aufgestockt. Das mag in einigen Fällen sinnvoll sein, ohne saubere Analyse kann es sich aber auch als unklug und teuer erweisen. "Das Klo ist verstopft, also brauche ich ein neues Haus", bringt Douglas Smith, President von Network Instruments LLC, diese Vorgehensweise auf den Punkt. Als Bremsklötze für die Netzperformance können sich neben mangelnder Kapazität auch unerwünschter Datenverkehr von Altsystemen und -applikationen (etwa IPX-Traffic) oder ungünstig konfigurierte und ineffiziente Anwendungen erweisen.

Die Falschen befördern. Für einen CIO mag es nahe liegen, seinen besten Technologen mit einer Beförderung ins Management zu belohnen. Das ist jedoch nicht in jedem Fall ratsam. Ist der frisch gebackene Manager beispielsweise nicht bereit, seine praktische Arbeit zugunsten seiner neuen, verstärkt menschenorientierten Pflichten aufzugeben, und ist er darüber hinaus bei seinen ehemals gleichgestellten Kollegen unbeliebt, wird sich das negativ auf die Gesamtleistung auswirken. Noch schlimmer ist es, wenn sich der neue Manager dazu gezwungen sieht, an der für ihn ungeeigneten Position festzuhalten, weil seine bisherige nicht mehr verfügbar ist. Auf diese Weise verliert das Unternehmen nicht nur einen guten Technologen, sondern muss zudem einen neuen Manager feuern. (kf)