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12.05.1995

Die Siemens AG ist seit der Restrukturierung produktiver

Von Arnd Wolpers*

In den vergangenen zwei Jahren blieb der Siemens-Kurs hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurueck. Erst seit Februar 1995 entwickelt sich die Aktie des groessten deutschen Elektro- und Elektronikunternehmens ueberdurchschnittlich, resultierend aus den tiefgreifenden Umwaelzungen im Konzern. Welchem gewaltigen Wandel das Unternehmen derzeit unterliegt, belegt schon die Veraenderung der Mitarbeiterzahl. Zum Ende des Geschaeftsjahres 1992 (30. September) beschaeftigte Siemens konzernweit 413000 Mitarbeiter, bis Ende 1995 werden es unter 370000 sein. Dabei ist die Erstkonsolidierung neuerworbener Unternehmen nicht beruecksichtigt. Entsprechend hoch sind die Restrukturierungsaufwendungen, die sich seit 1992 bis Ende des laufenden Jahres auf ueber acht Milliarden Mark summieren werden. Belohnt wird Siemens durch die deutlich gestiegene Produktivitaet, die sich 1993/94 um 6,3 Prozent beziehungsweise 5,2 Milliarden Mark erhoehte.

Siemens wies bei der Veroeffentlichung der Zahlen fuer das erste Halbjahr (Ende: 31. Maerz 1995) des aktuellen Geschaeftsjahres darauf hin, dass nach der starken Aufwertung der Mark in den letzten Monaten noch nicht absehbar sei, ob die urspruenglich fuer das gesamte Jahr erwartete Gewinnsteigerung von ueber 20 Prozent erreicht wird. Im ersten Halbjahr steigerte der Siemens-Konzern das Ergebnis nach Steuern von 879 Millionen Mark im Vorjahr auf 939 Millionen Mark (plus sieben Prozent). Einer Gewinnsteigerung von acht Prozent im ersten Quartal folgte ein Zuwachs von sieben Prozent im zweiten Quartal.

Die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) profitierte mit einem Auftragsplus von 19 Prozent ebenfalls von der Konjunkturbelebung im Inland. Die Siemens-Spitze hofft bei der IT- Tochter nach wie vor auf schwarze Zahlen im laufenden Geschaeftsjahr. Um SNI rankten sich in den vergangenen Wochen Boersengeruechte, die von einem moeglichen Spin-off - einer Ausgliederung von SNI aus dem Siemens-Konzern in Form einer eigenstaendigen, boersennotierten Aktiengesellschaft - wissen wollten. Nachdem die Nixdorf-Verlustvortraege nach der Eingliederung verarbeitet worden sind, koennte ein solches Szenario durchaus Sinn machen, zumal eine eigenstaendige SNI beweglicher und disponibler in bezug auf Allianzen und Partnerschaften waere.

Im laufenden Jahr koennte es Siemens trotz der schwierigen Entwicklung an den Devisenmaerkten gelingen, 40 Mark je Aktie zu verdienen. Nach den gewaltigen und erfolgreichen Restrukturierungsbemuehungen und der damit verbesserten Produktivitaet sind nachhaltig steigende Ergebnisse je Aktie nicht unwahrscheinlich. Siemens ist an schwachen Tagen ein Kauf.