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10.07.1992 - 

Im Gespräch waren neben GMO auch FWU und die Sema Group

Die Softlab GmbH ist jetzt der fünfte Partner im Sercon-Bund

MÜNCHEN (qua) - Seit dem 10. Juni 1992 hat die Geheimniskrämerei ein Ende: An der Service-Konzepte für Informationssysteme GmbH, kurz Sercon, beteiligt sieh neben der IBM Deutschland GmbH (46 Prozent), dem als Geschäftsführer fungierenden Bernd Robatzek (drei Prozent), der Computer Task Group und der Ploenzke AG (jeweils 17 Prozent), auch die Münchener Softlab GmbH.

Anderthalb Jahre lang gab IBMs Antwort auf die Debis Systemhaus GmbH immer wie der Anlaß zu Spekulationen: Ursprünglich hatten die Stuttgarter eine Ménage Ó trois mit Ploenzke und der Hamburger CMO AG geplant. Als das norddeutsche Software- und Service-Untemehmen Ende vergangenen Jahres ins Trudeln geriet, zog sich der Branchenführer diskret zurück.

Mit der als GMO-Nachfolgerin vorgeschlagenen FWU GmbH Ludwigsburg, scheiterte IBM am Veto des Ploenzke-Managements. Nach Ansicht von - Klaus C. Ploenzke, dem Vorstandsvorsitzenden der Wiesbadener Ploenzke AG, ist die mit einem Jahresumsatz von 85 Millionen Mark und 460 Mitarbeitern auf` Platz 21 der Lünendonk-Liste rangierende FWU "nicht leistungsfähig genug" und außerdem zu einseitig am sogenannten Unterstützungsgeschäft - neudeutsch: Body-Leasing - orientiert.

Ploenzkes Wunschkandidat war eigenen Aussagen zufolge die französisch-britische Sema Group. Insider-Berichten zufolge hatte die IBM jedoch auf einem zweiten deutschen Sercon-Teilhaber bestanden.

Das frischgebackene Dienstleistungsunternehmen geht mit 100 Mitarbeitern an den Start, von denen die Ploenzke AG 40 stellt. Bis zum Jahresende soll die Gehaltsliste auf die doppelte Länge angewachsen sein. Die bislang aus dem Ex-IBM-Manager Robatzek sowie dem aus der Ploenzke Gruppe kommenden Michael Pohl bestehende Geschäftsführung wird voraussichtlich durch den ehemaligen Softlab-Geschäftsführer Wolfgang Thury erweitert.

Den Zielmarkt des Service-Newcomers umschreiben die Partner übereinstimmend als umfangreiche, vor allem länderübergreifende Projekte, die für ein einzelnes Unternehmen nicht durchführbar wären. Nichtsdestoweniger machen sich die beteiligten Unternehmen mit ihrem Joint-venture teilweise selbst Konkurrenz. Betroffen ist hier insbesondere die Ploenzke Informatik GmbH, die ihre Einnahmen zu zwei Fünfteln im Projektgeschäft generiert und in etwa dasselbe Feld beackert wie die Sercon. Klaus

Ploenzke räumt denn auch ein daß ihm die Sercon bereits Aufträge weggenommen habe.

Besonders hart dürfte die Wiesbadener treffen, daß sich die Sercon auch mit der Einführung von SAP-Paketen beschäftigen will, einem Dienstleistungssektor, der einen beträchtlichen Teil des Ploenzke-Geschäfts ausmacht: 230 der rund 1400 Mitarbeiter sind Träger von SAP-Know-how.