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19.04.2005

"Die Speicherinfrastruktur ist zu kompliziert"

Mit Tom Georgens, President und CEO des Speicheranbieters Engenio, vormals LSI Logic Storage Systems, sprach CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter.

CW: Mit der Datenmenge steigt auch die Nachfrage nach Speicher-Subsystemen. Was fordern Anwender?

Georgens: Ich sehe eine Änderung im Einkaufsverhalten der Anwender. Früher, als die IT-Budgets noch im zweistelligen Bereich wuchsen, kauften die IT-Verantwortlichen die neuesten Produkte und integrierten sie selbst in ihre IT-Umgebung. Heute fordern sie von den Anbietern komplette Lösungen und dazu die Dienstleistung für die Integration. Deshalb reduzieren sie auch die Anzahl ihrer Lieferanten und bevorzugen solche, die als Komplettanbieter auftreten. EMC hat das früh erkannt und mausert sich von einem Hardwarelieferanten zum Lösungsanbieter.

CW: Welche Rolle will Engenio in diesem Szenario spielen?

Georgens: Wir verstehen uns als Technologielieferant. Wir wollen unseren OEM-Kunden die bestmögliche Hardware liefern, die sie dann mit Software und Dienstleistung veredeln können.

CW: Engenio bietet Speicher für das mittlere Leistungssegment an. Wollen Sie das Portfolio ausweiten?

Georgens: EMC hat mit dem Einstiegsspeicher "Clariion AX100" den Markt komplett verändert und kann jetzt eine durchgängige Produktreihe von ganz unten bis ganz oben anbieten. Viele Endanwender wünschen sich so etwas. Die großen Server- und Speicheranbieter wie IBM, Dell und Hewlett-Packard müssen nachziehen, haben aber keine eigenen Produkte. Da springen wir ein. So haben wir, neben der bestehenden OEM-Vereinbarung mit IBM, Ende 2004 auch einen entsprechenden Vertrag mit Sun geschlossen. Ich hoffe, demnächst noch mehr Namen nennen zu können.

CW: Wo geht Ihrer Meinung nach die Reise in technischer Hinsicht hin?

Georgens: Die Industrie hat mit der Speicherkonsolidierung und den SANs eine Infrastruktur aufgebaut, die für die Anwender viel zu kompliziert ist. Wir müssen die Speicher-Arrays kompletter machen. Viele Komponenten, die heute einzeln beschafft werden müssen, lassen sich im Speicher integrieren. Außerdem müssen möglichst viele Speicherprozesse automatisiert werden. Gerade bei mehrstufigen Speicherarchitekturen (tired storage) sollte nicht der Speicheradministrator entscheiden müssen, welche Datei wann verlagert wird, das ist Quatsch.

CW: Wie beurteilen Sie die Zukunft des Fibre Channel, nachdem es jetzt durchaus potente und kostengünstigere Alternativen gibt?

Georgens: Der Fibre Channel wird uns noch länger erhalten bleiben, allerdings in geringerem Umfang als heute. Von unten kommen die neuen Laufwerke mit den seriellen Schnittstellen wie Serial Attached SCSI (SAS) und Serial ATA (SATA) und die Übertragungswege über IP. Im oberen Leistungsbereich sehen wir zunehmend Speicher, die über Infiniband angeschlossen sind.

CW: Wieso Infiniband?

Georgens: Wegen der hohen Geschwindigkeit. Infiniband transferiert mit 10 Gigabit in der Sekunde, bei Fibre Channel sind wir seit neuestem bei 4 Gbit/s angekommen. Infiniband wird schon lange für Linux-Cluster im High-Performance-Computing verwendet. Diesen Bereich sollte man nicht außer Acht lassen, da zehn bis 20 Prozent aller gelieferten Speicherkapazitäten dahin fließen.

CW: Derzeit liefern sich die drei Großen im Speichergeschäft - EMC, Hitachi und IBM - auch ein Rennen um das voluminöseste Subsystem. Wollen Sie Ihre Produktlinie auch in den Multi-Terabyte-Bereich ausdehnen?

Georgens: Ich halte Arrays, die mehr als etwa 250 Festplatten enthalten, für Unsinn. Ich setze auf modulare Systeme, die sich wie Peer-to-Peer-Cluster koppeln lassen. Das ist unkomplizierter und sicherer.