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19.11.1999 - 

Kolumne

"Die Spreu trennt sich vom Weizen"

Heinrich Vaske, stellvertretender Chefredakteur CW

Viele IT-Verantwortliche reiben sich die Augen angesichts des hohen Tempos, in dem sich der Technologiewandel vollzieht. Von Application-Service-Providing (ASP) ist die Rede, von E-Commerce, Unternehmensportalen und von Internet-Appliances. Neue Softwarepakete, die das Management von Kundenbeziehungen und von ganzen Zulieferketten organisieren, stehen vor einer großen Zukunft, wenn die Auguren recht behalten.

Die meisten IT-Manager sind über den rasanten Wandel nicht glücklich. Die ohnehin knappen Kapazitäten ihrer Abteilungen werden derzeit durch Projekte gebunden, die nicht zum Erfolg des Unternehmens beitragen, sondern lediglich eine Katastrophe verhindern helfen. Die Rede ist vom Jahr-2000-Wechsel, der Euro-Einführung sowie der Inbetriebnahme aufwendiger ERP-Pakete.

Werden Anfang nächsten Jahres wettbewerbskritische Vorhaben in Angriff genommen, dürfte der Druck weiter steigen. Unangenehme Widerstände sind zu erwarten. Customer-Relationship-Projekte etwa würfeln die Organisation interner Abteilungen durcheinander, IT-Manager werden sich die Frage nach ihren Kompetenzen gefallen lassen müssen. Wer den Supply-Chain automatisieren will, wird externe Partner in Mitleidenschaft ziehen und möglicherweise gegen sich aufbringen. Und E-Commerce-Projekte stellen, wenn sie in Konsequenz betrieben werden, ganze Geschäftsmodelle in Frage - das IT-Management wird sich also an der Geschäftsführung reiben.

Das Gefährliche an den jetzt anstehenden IT-Projekten ist die Tatsache, daß sie in ihrer Auswirkung Organisationen mit all ihren Verzweigungen erfassen. Dabei nehmen Zeitdruck und Komplexität ständig zu. Über allem lastet die Frage: Wer soll die Verantwortung für IT-Projekte tragen, die ein Unternehmen in seinen Wurzeln tangieren? Dort, wo das IT-Management als strategische Funktion verstanden und in den Vorstand eingebunden wurde, fällt die Antwort leicht: Verantwortlich ist der IT-Chef, der sich mit den anderen Vorstandsressorts abstimmt und eine gemeinsame Linie ausarbeitet. Ist die IT jedoch noch immer als Appendix einer Finanz- und Controlling-Abteilung installiert, sind gravierende Probleme unausweichlich. Diesen Unternehmen wird es schwerfallen, über alle Abteilungen hinweg via IT Wertschöpfung zu generieren und neue Märkte zu erschließen.