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02.09.1977 - 

Kostenrechnungssystem im Industriebetrieb:

Die Spreu vom Weizen trennen

MÜNCHEN (uk) - Angenommen, das Betriebliche Rechenzentrum eines Unternehmens wird vor die Aufgabe gestellt, Teilbereiche des Rechnungswesens zu reorganisieren. Zur Diskussion steht hierbei, entweder selbst ein geeignetes System zu entwickeln und von hauseigenen Programmierern realisieren zu lassen oder aber auf eines der vielen auf dem Markt erhältlichen Standard-Software-Pakete zurückzugreifen: Im neuesten ISIS Softwarereport findet man unter der Rubrik "Kostenrechnungsprogramme" allein 56 solcher Standard-Pakete. Wie nun die "Spreu vom Weizen" trennen? Eines von vielen möglichen Auswahlverfahren hat die Firma Krauss Maffei entwickelt und in der Praxis erfolgreich erprobt:

Für die Entscheidung, ob ein EDV-Kostenrechnungssystem selbst entwickelt werden soll oder nicht, sind zwei grundsätzliche Untersuchungen anzustellen:

- Welche Personalkapazität von seiten der Fach- und EDV-Abteilung steht für diese Tätigkeiten zur Verfügung, und

- mit welchem Zeitaufwand ist für die Systementwicklung und Programmierung zu rechnen.

Make or Buy?

Geht man davon aus, daß im allgemeinen die Personalkapazität eines

Unternehmens ausgelegt ist für die Abwicklung des Tagesgeschäftes, so bedeutet dies, daß für diese Zusatzaufgaben Personal von außen beschafft werden müßte. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Eigenentwicklung und Programmierung eines komplexen Kostenrechnungssystems mit einem Stab von 4 - 6 qualifizierten Mitarbeitern einen Zeitaufwand von mindestens 3 Jahren erfordert. Eine angestellte Wirtschaftlichkeitsrechnung zeigt schnell, daß unter diesen Voraussetzungen der Ankauf oder die Miete eines kompletten Softwarepaketes kostengünstiger ist. Darüber hinaus bietet eine erprobte Standardsoftware den Komfort, weitgehend risikolos in der Anwendung zu sein.

Kaufentscheidung nicht endgültig

Die Entscheidung zugunsten des Kaufes kann lediglich eine Vorabentscheidung sein, solange die angebotenen Software-Pakete nicht eingehend hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit geprüft worden sind. Für eine neutrale Beurteilung von Softwarepaketen hat sich folgendes Ablaufschema gut bewährt:

- Erstellung eines Zielkataloges

- Gewichtung der Ziele

- Studium der angebotenen Systeme (zum Beispiel anhand von Benutzerhandbüchern)

- Bewertung

Nach Erstellung des Zielkataloges empfiehlt es sich, die einzelnen Punkte mit einer unternehmensindividuellen Gewichtung zu versehen, um sicherzustellen, daß bei der nachfolgenden Bewertung (Gewichtung X Bewertung = Punktzahl) nicht das System den Zuschlag erhält, das die größere Anzahl der untergeordneten Anforderungen erfüllt.

Bewertungsmatrix als Entscheidungshilfe

Auf die Bedeutung des intensiven Studiums der Funktionen und Abläufe in den angebotenen Systemen kann nicht deutlich genug hingewiesen werden, wenn man bedenkt, welchen Aufwand es für ein Unternehmen bedeutet, im Betrieblichen Rechnungswesen eine Umstellung durchzuführen. Es empfiehlt sich, jedes in der Diskussion befindliche System von Spezialisten des eigenen Hauses im Hinblick auf die Zielsetzungen gründlich durchforsten zu lassen. Für diese Untersuchung sollte im Minimum ein Zeitraum von 1 Monat pro System angesetzt werden. Als Entscheidungshilfe für die Systemauswahl bietet sich wie allgemein üblich die Bewertungsmatrix an, in der die verglichenen Systeme bezüglich der Erreichung der Anforderungen detailliert dargestellt werden. Die Matrix bietet darüber hinaus eine gute Basis für Fachgespräche mit den Softwareanbietern im Hinblick auf evtl. Programmänderungswünsche des Kunden.

- Dipl.-Kfm., Ing. (grad.) Günther Müller, Krauss-Maffei AG, München