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18.02.2000 - 

Messe-Rundgang CeBIT 2000: Applikations-Server

Die Stärken liegen in der Flexibilität und Skalierbarkeit

MÜNCHEN (ajf) - Viele Wege führen ins Web. Wer sich jedoch bei Applikations-Servern und deren Entwicklungsumgebungen für das falsche Werkzeug entscheidet, muss mit einem langen Marsch rechnen. Auch wenn die Angebote ähnlich viel versprechen, so unterscheiden sich die Lösungen doch stark voneinander.

Galt früher die richtige Wahl eines Web-Servers als strategische Entscheidung, hat sich der IT-Fokus inzwischen auf Web-Applikations-Server verlagert. Ohne derartige Programme, die als Brücke zwischen Web-Clients und Backend-Datenbanken, Transaktionssystemen und Geschäftsanwendungen fungieren, lässt sich heute kaum noch eine zeitgemäße Infrastruktur realisieren. Allerdings gilt auch hier: Je komplexer die Aufgaben sind, desto schwieriger ist es, am Markt die passenden Entwicklungswerkzeuge zu finden.

"Die Anpassungsfähigkeit der Tools ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung von Web-Applikationen", so die Analystin Christine Axton von Ovum. IT-Abteilungen könnten es sich ihrer Meinung nach heute nicht mehr leisten, starren Legacy-Code zur Verfügung zu stellen. Der elektronische Handel, an dem heute kein Weg mehr vorbeiführe, sei ein schnelles Geschäft. Moderne Lösungen müssten laut Axton diesem Umstand durch eine hohe Flexibilität Rechnung tragen.

Der elektronische Handel ist ein schnelles GeschäftWährend die Anforderungen an die IT-Abteilungen steigen, vergrößert sich auch das Funktionsspektrum der Entwicklungswerkzeuge. Web-Applikationen müssen nicht nur auf verschiedenen Plattformen laufen, sie sollen gleichzeitig auf alte Datenquellen zugreifen und die Informationen über verschiedene Kommunikationstechniken an moderne Benutzer-Schnittstellen ausgeben. Reichte früher in der Regel der Zugriff auf relationale Datenbanken via SQL aus, gehören heutzutage Schnittstellen wie ODBC und JDBC zum Standard.

Im integrierten Framework kann der Applikations-Server seine Integrationsfähigkeiten ausspielen, da hier die verschiedenen Formate und Protokolle über Schnittstellen und Gateways umgesetzt werden. Web-Applikations-Development-Tools greifen auf das Framework zu, wenn komplexe Architekturen mit verschiedenen Prozessebenen entworfen werden müssen. Die Werkzeuge sollen im Idealfall dynamische Partitionierungen der Server unterstützen und gleichzeitig die Anwendungen überwachen, steuern und optimieren.

Zu den weiteren Bewertungskriterien zählt die Ausgabe der abgefragten Informationen in einem für den Nutzer akzeptablen Format - was sowohl die optische Darstellung als auch die Übertragungsgeschwindigkeit betrifft. Dabei ist es häufig ein herkömmlicher Browser, mit dem der Anwender auf "sein" Programm über das Internet zugreifen kann. Allerdings finden sich auch Web-Applikations-Server, die spezielle Clients - meist Java-basiert - zur Verfügung stellen.

Da die Anzahl der Nutzer nur schwer abzuschätzen ist, die in Spitzenzeiten über das Internet auf die Unternehmens-DV zugreifen, darf die Skalierbarkeit des Web-Applikations-Servers bei der Bewertung nicht unter den Tisch fallen. Dazu zählen auch die automatische Lastverteilung sowie integrierte Failover-Routinen. Der amerikanische Online-Broker Charles Schwab beispielsweise verzeichnete im vergangenen Jahr Verluste in Millionenhöhe, da seine Website dem Ansturm der Investoren an mehreren Tagen nicht gewachsen war und ausfiel. Abgesehen von den finanziellen Einbußen müssen derart betroffene Firmen auch noch mit einem erheblichen Imageschaden rechnen.

Fällt die Website aus, droht finanzieller SchadenAls Faustregel für die Entwicklung hat sich inzwischen herausgestellt: Je enger die Integration der Development-Tools in das Framework ist, desto einfacher wird es für die Entwickler. Sie können sich um die Gestaltung der Anwendungen kümmern und müssen weniger Zeit für die Einbindung von Transaktionsmonitor oder Datenbanken aufwenden, da die Anzahl der zu codierenden Schnittstellen geringer ist.

Während sich das Angebot an Web-Application-Development-Tools vor einem Jahr noch in Server- und Browser-orientierte Werkzeuge teilte, versprechen die meisten Lösungen inzwischen eine Kombination aus beiden Schwerpunkten. Möglich wurde dies durch die steigende Akzeptanz von Integrationstechniken wie Active X und dem Distributed Component Object Model (DCOM) sowie Java, den Enterprise Javabeans (EJBs) und der Common Object Request Broker Architecture (Corba). Dass bei einigen dieser Kompromisse die Qualität und der Funktionsumfang leiden, müssen Anwender zwangsläufig in Kauf nehmen.

Wer für die Zukunft eine Beruhigung und Bereinigung des Segments erwartet, hat sich zu früh gefreut: Experten rechnen damit, dass die Zahl der Programme und Anbieter weiter ansteigen wird. Nach Meinung von Ovum sollen im nächsten Jahr Applikations-Server im Wert von knapp zwei Milliarden Dollar verkauft werden - Tendenz stark steigend. William Coleman, Chef von Bea Systems, ging kürzlich sogar davon aus, dass die Softwarebrücken für Unternehmen die gleiche Bedeutung haben werden wie einst Windows für PCs.

Applikations-ServerBei einem Applikations-Server handelt es sich um ein Programm, das die Geschäftslogik für Anwendungen in verteilten Umgebungen zur Verfügung stellt. Der Web-Applikations-Server lässt sich als eine Art Middleware beschreiben, die regelt, wie Internet-Clients auf den Backbone der Unternehmens-DV, beispielsweise Legacy- und ERP-Systeme sowie Datenbanken, zugreifen. Die Frontends sind entweder mit einer Java-Ablaufumgebung oder einem Browser ausgestattet. Das System besteht in der Regel aus drei Komponenten: einem Entwicklungswerkzeug, einem Framework mit Schnittstellen und Gateways sowie den eigentlichen Anwendungen wie Masken oder Formularen.

Je enger die Verbindung der Entwicklungswerkzeuge mit dem Framework ist, desto geringer gestaltet sich der manuelle Aufwand beim Zugriff auf Datenquellen und Legacy-Systeme. Zu den weiteren Eigenschaften von Web-Applikations-Servern zählt die Skalierbarkeit, da die Anzahl der über das Internet zugreifenden Nutzer nur schwer vorhersehbar ist. Darüber hinaus sollten sie mit einer automatischen Lastverteilung und Failover-Routinen ausgestattet sein.