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15.11.1996 - 

The Open Group wehrt eigenen Vorschlag ab

Die Standardisierung von Active X verzögert sich

"Das Konzept ist noch nicht vollständig", lautet die offizielle Begründung von The Open Group für die Ablehnung des Vorschlags, der im Gremienjargon Prestructured Technology (PST) heißt. Die Active-X-Gruppe soll sich mit der Portierung der objektorientierten Microsoft-Technik auf unterschiedliche Plattformen befassen und die Weiterentwicklung kontrollieren. Damit ist es nun nicht vorbei, allerdings müsse der vorgeschlagene PST-Prozeß nun überarbeitet, zumindest ergänzt werden.

Richtig ist, daß The Open Group sich unter massiven Zeitdruck gesetzt hatte, um einer von Microsoft einberufenen Versammlung von über 100 Partnerunternehmen zum Stichtag 1. Oktober einen Standardisierungsvorschlag vorlegen zu können. Tatsächlich gefiel das Konsortial-Konzept Microsoft so gut, daß es gegen den eigenen Vorschlag, ein eigenständiges Gremium für Active X zu gründen, votierte. Damit gelang The Open Group, woran die verschiedenen Open-Systems-Konsortien seit Jahren gescheitert waren: die Einbindung des als proprietär geltenden Desktop-Marktführers Microsoft.

In der Fachöffentlichkeit ist diese Form der Standardisierung allerdings auf Kritik gestoßen. Denn mit der Common Object Request Broker Architecture (Corba) und dem Internet Inter ORB-Protocol (IIOP) existieren bereits offene Standards für die mit Active X angepeilte Objektkommunikation. Diese haben zudem den Vorteil, daß sie nicht hardwarespezifisch programmiert wurden und keinem einzelnen Hersteller gehören. Sie werden von der Object Management Group (OMG) kontrolliert, die bislang eng mit The Open Group kooperierte.

Von den Corba-Anhängern wird die Aktivität daher als Sündenfall von The Open Group gedeutet. Als "Microsoft Open Cartel" bezeichnet zum Beispiel Iona-Chef Annrai 0'Tool, dessen Unternehmen mit beiden Techniken arbeitet, die Active-X-Gruppe.

Hinzu kommt, daß Corba bislang auch aus den Reihen von The Open Group breite Zustimmung erhalten hat. Zu den stärksten Verfechtern der offenen Technik gehören Sun Microsystems und IBM, die jetzt als Mitglieder im Board of Directors von The Open Group dem Konzept der Active-X-Gruppe die Zustimmung verweigert haben.