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07.03.2003 - 

Kolumne

"Die Stille des März"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Es ist erst gut zwei Monate her, dass Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, die diesjährige CeBIT mit einer schweren Hypothek belastete. Die CeBIT, erklärte er im Dezember, werde das "Basislager" für den Aufschwung der IuK-Branche. Wirklich ein schönes Bonmot, aber leider nicht mehr. Inzwischen ist es eher ein Stück ungewollter Sarkasmus. Heute jedenfalls, knapp eine Woche vor der CeBIT, herrscht keine Aufbruchstimmung, kaum jemand im Lager der IT-Branche hat seine Augen erwartungsvoll auf den nahen Gipfel gerichtet. Im Gegenteil: Alles warnt, und jeder hofft, nicht weiter abzustürzen. So beklagt Cisco-Chef John Chambers, dass die Unternehmen bei Anschaffungen noch konservativer geworden seien. Harry You, Finanzchef von Accenture, rechnet für 2003 mit stagnierenden Umsätzen, und selbst Direktanbieter Dell, der bisher trotz schwieriger Konjunktur immer über den Erwartungen der Analysten lag, sieht das laufende Jahr sehr schwierig werden. Als Gründe für die schlechten Zahlen nennen alle die schwache Konjunktur und den drohenden Irak-Krieg. (Weitere Prognosen im CW-Branchenmonitor unter www.computerwoche.de/branchenmonitor.)

Auch der neue Chef der IBM Deutschland, Walter Raizner, erwartet weder einen allgemeinen Aufschwung noch irgendeine Sonderkonjunktur, die der IT helfen würde. Die Analysten schätzen den Markt ähnlich ein. Forrester Research sieht die deutsche IuK-Branche nur marginal wachsen. Von 136,6 Milliarden Euro in diesem Jahr steigen die Umsätze demnach bis 2006 lediglich auf 139 Milliarden Euro. Zwar präsentiert der Branchenverband Bitkom seine Prognose für dieses Jahr erst auf der Messe, aber der Vizepräsident des Verbandes, HP-Manager Jörg Menno Harms, erklärte anlässlich der Vorstellung der Eito-Zahlen (siehe Seite 1), dass der deutsche Markt auch 2003 stagnieren werde. Ohne Berücksichtigung der TK würde er sogar zurückgehen.

Vor diesem Hintergrund von einem "Basislager für den Aufschwung" zu reden wäre also nur dann realistisch, wenn CeBIT-Gestalter Raue mit seinem als Mutmacher gedachten Ausspruch den niedrigst möglichen Punkt hätte beschreiben wollen, von dem ein Gipfelsturm in Angriff genommen werden kann - von Meereshöhe beispielsweise.

Da sich auch die Themen in der Unternehmens-IT mit Konsolidierung, Harmonisierung und Integration nicht großartig verändern, dürften von der CeBIT nur wenige Impulse ausgehen. Wir sollten trotzdem alle nach Hannover fahren: Nirgendwo trifft man so viele Kollegen und Geschäftspartner auf so engem Raum. Außerdem haben die Gastronomen der Stadt den CeBIT-Umsatz schon fest eingeplant. In diesem Sinne: Auf nach Hannover!