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06.11.1987

Die Systems begann mit der Meeresforschung

Wieder einmal stand München ganz im Zeichen der Systems. Bereits zum zehnten Mal hat die DV-Kongreßmesse heuer ihre Tore geöffnet, gaben sich Computerindustrie und Fachbesucher zahlreich die Ehre. Dabei hatte die Systems ursprünglich mit der elektronischen Datenverarbeitung nur am Rande zu tun. Bei Ihrer Premiere Im Jahr 1969 In Form eines Kongresses bewegten vielmehr allgemeine Zukunftsthemen vom Energiebedarf über Städtebau bis hin zur Meeresforschung die Gemüter der Besucher. Ihren reinen DV-Charakter erhielt die Systems erst zwei Jahre später. Die Entwicklung dieser Münchener Fachveranstaltung zeigt CW-Redakteurin Beate Kneuse in einer mehrteiligen Serie auf.

Die Systems wuchs. Immer mehr Besucher fanden den Weg nach München, vor allem die Fachausstellung aber nahm zunehmend größere Dimensionen an. Dokumentiert die Besucher- und Ausstellungsstatistik der Münchener Messegesellschaft von 1971 bis 1975: Hatten bei der DV-Systems-Premiere gerade 160 Aussteller eine Fläche von 9000 Quadratmetern belegt, so konnte die MMG vier Jahre später bereits 307 Aussteller auf 15000 Quadratmetern zählen. Auch die Zahl der Hallen nahm zu. Hatten den Anbietern 1971 zwei Hallen zur Verfügung gestanden, so waren es 1975 schon vier. Die Besucherzahl stieg von 7495 auf 12 000, wobei die Aussteller den Messegängern nach wie vor hohe fachliche Qualität bescheinigt wurde. Ein dickes Lob erteilten sie aber auch der Münchener Messegesellschaft. So erklärte Karl-Heinz Schmidt von Triumph-Adler in seiner Funktion als Sprecher des Ausstellerbeirats anläßlich der Systems-Eröffnung 1975 und ganz unter dem Eindruck von 2200 Anmeldungen zu den diversen Symposien und Seminaren: "Der unwahrscheinlich rege Seminarbesuch signalisiert uns Ausstellern, daß wir hier auf der Systems richtig liegen." Zudem appellierte er an die Computerindustrie, mit einer in Zukunft noch größeren Beteiligung die "goldrichtige Systems-Idee" zu fördern.

So mancher Anbieter hatte bereits 1975 entdeckt, welche Möglichkeiten diese DV-Kongreßmesse eröffnete. So fanden sich 1975 erstmals Unternehmen wie Nixdorf, Digital Equipment, Kienzle, Prime, ICL oder BASF im Kreis der Systems-Aussteller ein. Inzwischen war auch die amerikanische Dominanz stark zurückgegangen, da viele US-Anbieter mittlerweile deutsche Niederlassungen gegründet hatten, die nunmehr zur Systems ausstellten. Im Mittelpunkt der präsentierten Produkte stand eindeutig die Peripherie, also Terminals, Drucker, Plotter und ähnliches. Damit trugen die Aussteller ohne Zweifel dem Trend zum Distributed Data Processing, dezentralisierter Intelligenz beziehungsweise Computerpower vor Ort Rechnung und hielten sich zudem an das Messemotto 1975: "Der Computer auf dem Weg zum Endbenutzer."

DV noch weitgehend hinter geschlossenen Türen

Natürlich, so bestätigen Anbieter und auch Messemanager Gerd vom Hövel einstimmig, existierte der Endbenutzer heutigen Verständnisses damals noch nicht. "Schließlich fand die Datenverarbeitung in den siebziger Jahren doch weitgehend hinter geschlossenen Türen statt", erklärt IBM-Sprecher Haak. "Dennoch", so Haak weiter, "wurden immer mehr Mitarbeiter in den Unternehmen auf irgendeine Weise mit der EDV - und war es nur in Form einer Liste - konfrontiert. Dadurch wuchs die Zahl derer, die wissen wollten, was eigentlich dahintersteckt." Der IBM-Sprecher wertet denn auch jenes Systems-Motto als richtungsweisende Aussage, die durch die fortschreitende Dezentralisierung in den Unternehmen von Jahr zu Jahr mehr Gültigkeit erhielt. Ergänzt Gerd vom Hövel: "Ein Messemann hat die Aufgabe vorauszuschauen, einen sich abzeichnender Bedarf oder eine absehbare Entwicklung zu formulieren. Immer mehr Mitarbeiter in den Unternehmen begannen, sich für die EDV zu interessieren - und diese Entwicklung wollte ich unterstützen." Daß sich tatsächlich mehr und mehr EDV-Laien mit der Informationsverarbeitung beschäftigen würden, erwartete auch der Vorsitzende des Fachbeirates und Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungen AG, Heiner L. Müller-Lutz, in seiner Eröffnungsrede anläßlich der Systems '75, indem er bereits für die nahe Zukunft einen Millionenbedarf von Benutzerplätzen prophezeite. "Doch trotz all der positiven Prognosen", fügt Gerhard Karck hinzu, "ist eine Entwicklung eingetreten, wie sie niemand voraussagen konnte, Wer hätte schon Mitte der siebziger Jahre gedacht, daß heute nahezu jeder Sachbearbeiter mit einem Bildschirm oder einem PC arbeitet?"

Die Großen der Branche geben sich die Ehre

Eitel Freude und Sonnenschein herrschte demzufolge auf der Systems 1975. Die Wechselwirkung zwischen Kongreß und Messe kam immer besser an, und Aussteller wie Besucher wie Messegesellschaft bescheinigten gerade dieser Veranstaltung großen Erfolg. Ab 1977 jedoch begann sich das Bild der Systems stark zu wandeln. Die "Großen" der Branche, die bis dahin eingentlich niemand vermißt hatte, hielten Einzug. So hatte das beharrliche Werben der Münchener Messegesellschaft um die IBM endlich gefruchtet, der Branchenriese nahm an der Systems '77 erstmalig teil. Premiere feierten aber auch Unternehmen wie Honeywell Bull, CTM, NCR, Sperry Univac oder Softlab. Somit konnte die MMG auf dieser vierten DV-Kongreßmesse bis auf die Siemens AG alle ersten Computer-Adressen präsentieren. Dies veranlaßte Gerd vom Hövel sogleich zu der Folgerung: "Die Systems hat den Durchbruch geschafft. Sie gilt als Schwerpunkt der europäischen Computer-Ausstellungen".

Doch die Teilnahme von und zwei Jahre später die von Siemens brachte auch Probleme mit sich. Die vielen kleinen innovativen Unternehmen, die lange Zeit das Bild der Fachausstellung geprägt hatten und für die die Systems als Plattform hin zum Anwender gedacht war, liefen Gefahr, von den Großen erdrückt zu werden. Die Münchener Messegesellschaft ließ sich etwas einfallen. Ausgearbeitet wurde eine Standbegrenzung, die auch die größten Aussteller auf eine Fläche von 150 Quadratmetern limitierte. Diese Standbegrenzungspolitik wurde in den folgenden Jahren konsequent weitergeführt, wenn auch aufgrund neuer Hallenkapazitäten im Laufe der Zeit den Ausstellern mehr Standfläche zur Verfügung gestellt wurde. So konnten sich die Universalanbieter 1985 erstmals auf 500 Quadratmetern ausbreiten.

Darüber hinaus wollte Gerd vom Hövel mit der Standbegrenzung vermeiden, daß ein Hersteller mit seinem gesamten Produktspektrum nach München kam. "Die Systems", erklärte der Messemanager 1977 in einem Interview mit der COMPUTERWOCHE, "hat sich ausschließlich der Computeranwendung verschrieben." Deshalb seien die Anbieter in Form eines Ausstellungsprogrammes dazu angehalten worden, ihre Exponate -auf das Kongreßprogramm abzustimmen. Gerd vom Hövel: "Wenn die Seminar- und Symposien-Teilnehmer in die Fachmesse kommen, wollen sie ihre Probleme ja auch mit dem Aussteller lösen. Somit benötigen sie nicht nur den richtigen Gesprächspartner, sondern auch die richtige, branchenspezifische Anwendung." Nur auf diese Weise, so der MMG-Geschäftsführer weiter, könne die Systems als Informationsplattform für den Anwender, für den Endbenutzer erhalten bleiben.

Damit hielten sich die Münchener Messeorganisatoren weiterhin strikt an ihre Vorgabe, daß sich auf der Systems alles um den DV-Benutzer dreht. Dennoch hob sich nach Ansicht von Gerhard Karck schon die Systems '77 von den vorangegangenen Veranstaltungen ab. "Mit dem Einzug der Großen", so der DV-Profi, "verlor die Systems zunehmend ihren gemütlichen Charakter. Die gesamte Veranstaltung war auf einmal professioneller und anonymer. Vor allem aber entfernte sich der Anbieter vom Anwender." Die "alten DV-Hasen" waren nicht mehr länger unter sich. Neben den etablierten DV-Benutzern strömten immer zahlreicher potentielle Erstanwender in die Münchener Messehallen. Auch die Wege zu den Ausstellern begannen länger zu werden - 1977 waren schon fünf Hallen belegt. Auf 25 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche tummelten sich 474 Aussteller.

Das Kongreßangebot glänzte mit neuen Themen. Mehr und mehr war mittlerweile die Telekommunikation in den Blickpunkt des Interesses gerückt. Dem trug die Münchener Messegesellschaft Rechnung, indem man ein ganzes Symposium zu diesem Thema ausrichteten "Die Verzahnung der Computertechnik mit der Büro- und Nachrichtentechnik" hieß der vielversprechende Titel dieser Veranstaltung. Den Teilnehmern sollte bei diesem Symposium vermittelt werden, daß sich Telekommunikation und Computerei nicht isoliert betrachten lassen. Zur Sprache kamen dabei Themen wie "Die Ursachen der Verzahnung und ihre Bedeutung für die Organisation. Computerisierte Telefonnebenstellenanlagen - Systeme mit Zukunft?" oder "Computerunterstützte Textverarbeitung - Stand der Technologie und Kritierien für die Systemauswahl".

Daneben rückte zunehmend die Software-Thematik in den Vordergrund. Mit "Software und Softwareproblematik" war ebenfalls ein Symposium überschrieben, in dem unter anderem Vorträge über die "Anatomie der Softwarebranche: Moderne Methoden der Software-Erstellung", über "Akzeptanzprobleme beim Einsatz softwaretechnologischer Methoden" und über die "Software im Zeitalter des Distributed Data Processing" gehalten wurden. Auch in der Fachausstellung waren immer mehr Softwareanbieter zugegen. So mancher Aussteller klagte allerdings über seine Plazierung in Halle 5, in der man sich zu weit entfernt vom übrigen Messegeschehen sah. Dies veranlaßte Systems-Aussteller und Unternehmensberater Fischer zu der kritischen Bemerkung: "Die Hardware-Anbieter dominieren hier genauso wie in Hannover." Immerhin jedoch sei die Benutzer-Orientierung in München wesentlich größer als in Hannover. Auch komme das Kongreßmesse-Konzept den Darstellungswünschen der Software-Branche viel näher als eine im Peripherie-Bereich angesiedelte, besucherferne roof-presentation Ó la CeBIT".

Das Problem der Software-Darstellung

Zur 1977 kritisierten Hardware-Dominanz sagt MMG-Geschäftsführer vom Hövel heute: "Für manche Unternehmen hatte das übergroße Hardware-Angebot eine regelrechte Alibi-Funktion, weil man mit maßgeschneiderten Konzepten noch nicht aufwerten konnte. Außerdem ist Hardware faßbar, leichter begreifbar. Dennoch wuchs gerade Ende der siebziger Jahre die Zahl der Hersteller, die nicht mehr nur darauf aus waren, alle sechs Monate einen neuen Rechner auf den Markt zu bringen, sondern sich vielmehr darauf einstellten, kundenspezifische Lösungen anzubieten, eine langfristige Kundenpflege aufzubauen." Da die Software immer mehr an Bedeutung gewann, so vom Hövel weiter, habe man sich im Kreis der Messeorganisatoren tatsächlich sogar überlegt, ob man nicht eine eigene Software-Messe ins Leben rufen sollte. "Doch schließlich haben wir die Kombination von Software und Hardware gelassen, wenn sich auch die Schwerpunkte immer ein wenig verlagert haben", resümiert der Messestratege.

An die Diskussionen über eine eigene Software-Messe in München erinnert sich auch Gerhard Karck. "Die Fach- und Ausstellungsbeiräte sowie die Messegesellschaft haben lange über eine solche eigenständige Software-Messe diskutiert. Gescheitert ist diese Idee jedoch unter anderem an dem Ausstellungs-Objekt selbst. Software ist nur sehr schwer darzustellen, weil man immer nur Teilaspekte und nicht die Gesamtumgebung demonstrieren kann." Dies sei auch der Grund, warum alle Bemühungen, bei Messen einen Sonderteil Software-Ausstellung zu machen, bislang immer wieder im Sande verliefen.

Im großen und ganzen war die Systems '77 jedoch wieder ein großer Erfolg. Die Münchener Messeorganisatoren konnten am Ende der Veranstaltung erneut einen Besucherrekord präsentieren. Rund 22 000 Messegänger hatte man zählen können; wiederum waren die Seminare gut besucht gewesen. An die 3000 Teilnehmer hatten sich zu dem Kongreß eingefunden. So schrieb denn auch Kurt Pauli vom Zentralverband des deutschen Baugewerbes in einem Gastkommentar der COMPUTERWOCHE zur 77er-Veranstaltung: "Die Systems ist zu einer unverzichtbaren Institution der Datenverarbeiter geworden. Richtungsweisend und meinungsbildend sind die Symposien. Sie wenden sich an die EDV-Interessierten aller Coleur".

Recht früh öffnete die Systems 1979 ihre Tore. Hatte man die DV-Kongreßmesse nach den Dezember- und November-Daten früherer Jahre mittlerweile in den wetterfreundlicheren Oktober verlagert, so trommelte die Messegesellschaft Aussteller und Publikum 1979 bereits im September zusammen. Anbieter wie Besucher kamen erneut zahlreich, was wohl nicht nur an dem zu erwartenden milden Herbstwetter oder am kurz bevorstehenden Oktoberfest gelegen haben mag: 1979 fand in Verbindung mit der 5. Systems der 5. Europäische Mikrofilm-Kongreß (EMK) mit angeschlossener Fachausstellung statt. Ein Grund mehr für den Fachmann, nach München zu kommen. Für das gesamte Spektakel stellten die Münchener Messeleute zehn Hallen zur Verfügung: sieben für die Systems mit einer Ausstellungsfläche von 35 000 Quadratmetern und 564 Anbietern sowie drei Hallen für den Mikrofilm-Kongreß.

Endlich hatte die Münchener Messegesellschaft nun auch die Siemens AG dazu bewegen können, einen Stand zu ordern. Damit waren erstmals in der Geschichte der Systems alle größeren Anbieter auf der Fachausstellung vertreten. Allerdings schienen die Siemensianer von einem klaren Messekonzept noch weit entfernt zu sein. So erklärte der Elektrokonzern, "mit einem umfangreichen Spektrum von EDV-Produkten vertreten zu sein". An Software-Lösungen hatte man unter anderem Sikal (Siemens Kalkulation im Bauwesen), präsentiert auf dem Bildschirmcomputer 6.610, die Anwendung "Raumbuch", demonstriert auf dem Textsystem 580 sowie für den Bereich Personaldatenerfassung ein Softwaresystem für industrielle Betriebe dabei. Doch erinnert sich Siemens-Sprecher Heribert Stautner: "Die Systems '79 verlief für uns eher enttäuschend. Die Endanwender, denen wir unsere Lösungen präsentieren wollten, waren einfach nicht da. Erst 1983 hat sich das grundlegend geändert."

Hannover-Alternative im süddeutschen Raum

Andere Anbieter jedoch waren mit der Systems '79 durchaus zufrieden. Immer mehr, so ihr Urteil, entwickele sich die Münchener Kongreßmesse zu einer echten Hannover-Alternative im süddeutschen Raum. Darüber hinaus werde die Systems gezielter besucht, und die gesamte Atmosphäre sei "intimer", weil eben die Besucher ein fachlich hohes Niveau mitbrachten. Nicht unbedingt zustimmen wollten die Aussteller jedoch der von der Messeleitung immer wieder beschworenen Internationalität. Das Publikum, so der Tenor stamme überwiegend aus dein süddeutschen Raum. Dies war unter anderem auch ein Grund, warum die Nixdorf Computer AG gezögert hatte, auf der Systems auszustellen und der Hannover-Messe von jeher den größeren Stellenwert einräumte. Dazu Vorstandsvorsitzender Klaus Luft: "Zur Hannover-Messe wurden Sonderflüge aus ganz Europa durchgeführt. Sogar aus Japan kamen Flugzeuge an. Diese Internationalität hatte und hat auch heute noch die Systems nur bedingt."

Neben den Ausstellern fanden auch die Besucher immer wieder lobende Worte. Eine Umfrage der COMPUTERWOCHE bei DV-Leitern zur Systems ergab, daß den Reiz dieser Veranstaltung nach wie vor die branchenspezifischen Seminare und themenübergreifenden Symposien ausmachten. Aber auch die Schwerpunktsetzung in den Bereichen MDT und Peripherie ließ die DV-Spezialisten nach München strömen, da diese in Hannover "doch eher vernachlässigt" würden. Darüber hinaus lockten die Software-Demonstrationen, von denen sich allerdings mancher Anwender für die Zukunft quantitativ noch mehr wünschte. Und last but not least kamen einige DV-Leiter deshalb gern nach München, weil ihnen in Hannover zuviel Trubel herrschte, was zu Lasten, der Informationsmöglichkeiten ging.

Schwerpunkte sind MDT und Peripherie

Mehr als 3500 Besucher zog der Systems-Kongreß 1979 an. Neben der mittlerweile bereits etablierten Kommunikationstechnik im Seminarprogramm kamen nun auch Themen wie EDV-Weiterbildung und Personal Computing zur Sprache, wenn sie thematisch sicherlich auch nicht in dem Maße abgehandelt wurden, wie dies heute der Fall ist. Aber wie immer trug die Münchener Messegesellschaft den sich abzeichnenden Trends mit diesen Vortragsreihen Rechnung. Insgesamt fanden 1979 an die 31 000 Besucher den Weg zur Theresienhöhe.

Zwei Jahre später, 1981, fand die Systems wieder zum gewohnten Oktober-Termin und nach der "Wies'n" statt. Geändert hatte die Messegesellschaft inzwischen jedoch das Motto dieser Veranstaltung: War bei den Systems der siebziger Jahre überwiegend der Computer auf dem Weg zum Endbenutzer gewesen, so hieß es nunmehr "In Systemen denken". Tragende Rolle, vor allem im Kongreßprogramm, spielten dabei die Telekommunikation und die Büroautomation. So beschäftigte sich ein Symposium mit der "Telekommunikation als infrastrukturelle Aufgabe", ein weiteres zeigte die enge Verknüpfung der Telekommunikation mit der Büroautomation unter dem Titel "Büroautomation als Herausforderung" auf, und ein drittes befaßte sich schließlich mit den "Informationstechnischen Trends in ihren Auswirkungen auf Telekommunikation und Büroautomation".

Das Interesse an der Telekommunikation schlug sich auch in der Fachausstellung nieder. Von 660 Anbietern demonstrierten allein 226 Aussteller Kommunikationstechnik, die sich über einen lebhaften Zuspruch seitens der Besucher nicht beklagen konnten. Darüber hinaus wollten sich die Messegänger auch verstärkt über Aus- und Weiterbildung informieren. Doch da hatten die Messeorganisatoren nur wenig zu bieten. Obwohl der Ausstellungskatalog an die 21 Hersteller auswies, die zu diesem Thema Infos anbieten würden, sah es in der Realität eher dürftig aus. So regten viele Besucher an, dieses Thema doch auf der nächsten Systems intensiver zu behandeln.