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27.10.1978 - 

Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik zur Textverarbeitung:

Die Tage der mechanischen Büromaschine sind gezählt

DÜSSELDORF (pi) - Unbehagen bei den Schreibkräften - Ungeduld bei den Rationalisierungs-Aposteln: Nie zuvor wurde über automatisierte Textverarbeitung so heftig diskutiert wie heute. Eines ist sicher: Die Tage des Stenoblocks und der mechanischen Büromaschine sind gezählt. Dazu eine Stellungnahme der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten e. V. (VDMA):

"Wegrationalisierung" und "Humanisierung" der Arbeitsplätze sind heute viel gebrauchte Schlagworte. Häufig wird darüber vergessen, daß technischer Fortschritt und Rationalisierung zur industriellen Entwicklung gehören wie der Motor zum Auto. Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplatzsicherung, hohes Lohnniveau und soziale Sicherheit beruhen auf einem andauernden Rationalisierungsprozeß.

Daß dieser Prozeß im Produktionsbereich zu wesentlichen Produktivitätssteigerungen führte, während in Büro und Verwaltung ein erheblicher Nachholbedarf besteht, ist mittlerweile zur Binsenweisheit geworden.

Im übrigen hat sich der Einsatz beispielsweise von Textautomaten sowie Diktiergeräten auf den Arbeitsmarkt, bisher nicht ausgewirkt. Zugegeben, die Rationalisierungsaktivitäten in Büro und

Verwaltung bleiben nicht ohne Auswirkungen auf gewisse

Routinetätigkeiten, die nunmehr moderne Büromaschinen wirtschaftlicher und schneller ausfuhren. Andererseits werden durch den Einsatz von Computern und Textautomaten den Mitarbeitern neue Aufstiegschancen sowie höher dotierte und qualifizierte Positionen in Büro und Verwaltung geboten. Qualifizierte Büroberufe bleibe attraktiv, werden

abwechslungsreiche und interessanter. Trotz der anhaltenden hohen Arbeitslosenzahlen im Bundesgebiet kann nach Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeit der Bedarf an qualifizierten Bürokräften bei weitem nicht gedeckt werden. So fehlen allein in Frankfurt trotz Rationalisierung der Schreibarbeiten, mehr als 1000 Stenotypistinnen. Kein Wunder, daß die Diskussion um die Rationalisierung, insbesondere im Bereich Textverarbeitung, allein wegen des immer noch akuten Personalmangels, unvermindert anhält.

Mangel an qualifizierten Schreibkräften

Während die Gegner der Textautomation nicht aufhören, immer noch das Gespenst "Jobkiller" an die Wand zu malen und den Humanisierungseffekt herunterzuspielen, haben Bundesregierung und Gewerkschaften Rationalisierungs-Maßnahmen in ihren eigenen Büros und Verwaltungen längst eingeführt. Trotzdem besteht in Kreisen der Anwender noch eine gewisse Unsicherheit. Neue, leistungsfähige Textautomaten und Diktiergeräte werden vielfach noch mit Zurückhaltung aufgenommen. Die Folge: Rund zwei Millionen meist weibliche Bürotätige sind Tag für Tag in der Bundesrepublik noch damit beschäftigt, von anderen verfaßte und wiederholt zu ändernde Informationen maschinenschriftlich oftmals unter Streßbedingungen zu Papier zu bringen.

Rationelles Denken und das Streben nach einer ständigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gestatten den Unternehmen nicht mehr, auf moderne, technisch ausgereifte Geräte zu verzichten.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedenfalls, daß dem Schock vor der Umstellung auf moderne Textautomaten in den meisten Fällen eine wachsende Zufriedenheit am "neuen" Arbeitsplatz folgte, da sich die Arbeitsqualität, die Forderung des eigenen Könnens, deutlich verbessert hat. Unter solchen Umständen werden auch erhöhte Anforderungen wie selbstverständlich erbracht, bringen sie doch dem einzelnen die Bestätigung, die er zur eigenen Selbstachtung täglich sucht.

Bildschirmarbeit: rationell und human

Die Hersteller von Textverarbeitungsgeräten und der Fachhandel sind zur Zeit im Rahmen einer breit angelegten Aufklärungsaktion bemüht, Organisatoren, Abteilungsleiter und vor allem Schreibkräfte in allen Unternehmensbereichen umfassend über die Vorteile dieser Maschinen zu informieren, ihnen zu beweisen, daß sie mit modernen Textverarbeitungsgeräten Produktivität und zugleich Humanität am Arbeitsplatz disponieren. Das Verhältnis Kosten/Leistung wird jedenfalls günstiger. Die Korrespondenz läßt sich schneller erledigen. Lange Bearbeitungsintervalle könne abgekürzt werden. Eine Zeiteinsparten ergibt sich besonders beim Korrekturschreiben und bei Schemabriefen. Bei schwankendem Korrespondenzvolumen können Spitzenbelastungen und Engpässe besser bewältigt werden. Optimale Rationalisierungserfolge unter humanen Aspekten.