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18.03.1994 - 

Gastkommentar

Die Tage der Software- Ausbeuter sind gezaehlt

Es gibt sie - die Software-Ausbeuter, die gnadenlos auf Kosten ihrer Kunden und Mitarbeiter Profit maximieren. Und der Entscheider hat es nicht leicht. Alleine im Markt der Client- Server-Anwendungsentwicklung existieren laut Gartner Group fuenfzig verschiedene 4GLs und dreissig CASE-Tools. Wie ist die Spreu vom Weizen zu trennen?

Der Client-Server-Markt befindet sich in einer Phase mit steigenden Wachstumsraten und einem noch grossen Marktpotential. Derjenige Anbieter, der jetzt staerker als die Konkurrenz waechst, verbessert seine Marktposition nachhaltiger als in irgendeiner vergangenen und zukuenftigen Phase. Fuer die Software-Anbieter heisst es also: "Jetzt oder nie".

Auch ein Hersteller mit einem guten Produkt kann so zum Ausbeuter werden. Spaetestens dann, wenn ihn die Panik ergreift und Marktanteile erkaempft werden nach dem Motto: "Koste es, was es wolle". Aus Anwendersicht lautet in dieser Phase des Verdraengungswettbewerbs das oberste Kriterium "Langzeitsicherheit der Investitionen". Welche Merkmale zeichnen den fairen Anbieter aus, der dieser Forderung gerecht wird?

1. Investitionen in Forschung und Entwicklung: Die Topanbieter investieren rund 15 bis 20 Prozent ihres Umsatzes in die Produktentwicklung. Geringere Raten deuten darauf hin, dass das Unternehmen von den Investoren als Cash-cow gesehen wird, die mittelfristig kaum Ueberlebenschancen hat. Investitionen in die Pflege bestehender Software reichen indes nicht aus.

In einer Welt sich stets veraendernder Technologien gilt es, wesentliche Entwicklungen durch innovative Produkte auch tatsaechlich fuer die Anwender zu erschliessen.

2. Zeitgerechte Releases: Bewusste Anwender wollen nicht mit Ankuendigungen neugierig gemacht und dann durch Hinhaltetaktik frustriert werden. Natuerlich wird es auch in Zukunft unvorhergesehene Probleme geben. Wurde jedoch von Anfang an ernsthaft investiert, dann werden diese Verzoegerungen gering sein.

3. Solide Umsatz- und Gewinnlage: Nur umsatzstarke Unternehmen, die auch Gewinne machen, sind gesunde Partner. Um ein gutes Geschaeft taetigen zu koennen, muss man auch einmal auf ein schlechtes verzichten koennen. Das sichert eine Partnerschaft langfristig.

4. Personelle Stabilitaet: Die Qualitaet der Mitarbeiter bestimmt die Zukunft des Unternehmens. Gerade bei komplexer Software spielen Menschen als Know-how-Traeger eine besondere Rolle. Personelle Instabilitaet verschenkt wertvolles Wissen - zum Nachteil der Kunden.

5. Faire Dienstleistungen: Zusaetzlicher Support und Service duerfen berechnet werden. Wer allerdings glaubt, auch fuer eigene Fehler Rechnungen schreiben zu duerfen, ist schon auf dem Weg, sich vom Markt zu verabschieden.

6. Solides Geschaeftsgebaren: Anbieter, die den Markt mit der Brechstange bearbeiten, sind mit Vorsicht zu geniessen. Groesse allein ist noch kein Qualitaetsmerkmal, hohe Rabatte erst recht nicht.

Wichtig ist eine Gesamtbewertung anhand aller genannten Kriterien, die Auskunft gibt, ob eine faire Partnerschaft zwischen Hersteller und Anwender moeglich ist.

Jedem ist klar, dass alle Software-Anbieter Staerken und Schwaechen haben. Der erlaeuterte Kriterienmix erlaubt es, glaubwuerdige Anbieter zu identifizieren. Nur bei ihnen sind die unternehmenswichtigen Investitionen der Kunden sicher. Software- Ausbeuter werden vom Markt bestraft. Und das ist gut so.