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25.09.1998 - 

ADSL-Technik eröffnet Ron Sommer neue Möglichkeiten

Die Telekom bietet Teile ihres Kabelnetzes zum Verkauf an

25.09.1998

Das Telekom-Management gibt dem Druck der Wettbewerbshüter, aber auch dem der Aktionäre nach. Ein Minus von 1,3 Milliarden Mark sowie Bedenken der Europäischen Kommission und des deutschen Regulierers, die der Marktdominanz des Carriers im Kabel- und Telefongeschäft kritisch gegenüberstehen, zwingen die Bonner zum Umdenken. Das Ziel von Telekom-Chef Ron Sommer scheint jetzt, den Kartellbehörden durch die Gründung einer Gesellschaft, die später in regionale Unternehmen zerschlagen werden soll, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Wie der für Netze verantwortliche Vorstand, Gerd Tenzer, mitteilte, sucht die Telekom Partner, die sich an diesen Regionalgesellschaften beteiligen. Gespräche darüber seien bereits im Gange. Spekulationen, unter den Interessenten seien auch Microsoft und die Westdeutsche Landesbank, bestätigte die Telekom nicht.

Fest steht jedoch, daß sich die Wirkungsbereiche der TV-Kabelnetze an den Grenzen der Bundesländer orientieren sollen, vermutlich um die Verhandlungen jeweils auf eine Landesmedienanstalt zu begrenzen. Laut Tenzer wird keiner der Interessenten die absolute Mehrheit an einer der Regionalgesellschaften erhalten. Grundsätzlich beabsichtigt die Telekom, Teilhaber zu bleiben, wäre aber, so der Vorstand, im Falle des Falles auch bereit, sich aus einigen der geplanten Betreiberkonsortien zurückzuziehen. Durch diesen Teilrückzug könnte die Telekom zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie bliebe zum einen im Geschäft, würde zum anderen aber die Bedenken der Wettbewerbshüter hinsichtlich ihrer Marktdominanz zerstreuen.

Eigenes Angebot für digitales Fernsehen

Einem weiteren Kritikpunkt der deutschen Regulierungsbehörde, nämlich dem Preis-Leistungs-Verhältnis der derzeit erhobenen monatlichen Kabelgebühr von 25,90 Mark, will die Telekom durch ein verbessertes Angebot begegnen. Die Bonner werden ab Oktober selbst Set-top-Boxen für den Empfang von digitalen Fernsehprogrammen auf Grundlage des D-Box-Standards verkaufen, nachdem die EU einem Konsortium, bestehend aus der Kirch Gruppe, Bertelsmann und Telekom, einen Riegel vorgeschoben hatte. Aufgrund der Investitionen in das digitale Fernsehen und des größeren Programmangebots (es soll jedoch einen Aufpreis von 4,90 Mark kosten) hofft die Telekom, daß der Chef der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, von der angedrohten Kürzung der Kabelgebühr absieht.

Doch nur aus Gründen der Einsicht reduziert die Telekom ihr Engagement im Kabelnetz nicht. Mit der Technologie Asynchronous Digital Subscriber Line (ADSL) setzt sich am Markt ein Verfahren durch, das es dem Carrier auch ermöglicht, über das herkömmliche Telefonnetz Multimedia-Dienste wie Video on demand, Pay-TV oder Internet-Anwendungen anzubieten. Die Infrastruktur des Kabelnetzes, das heute 17 von 22 Millionen Haushalten in Deutschland erreicht, ist für die Telekom nicht mehr, wie früher angenommen, zwingend notwendig.