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16.11.2004

Die Telekom hat Tritt gefasst

Die jüngsten Zahlen lagen über den Erwartungen, nur der Umsatz im Festnetz und bei T-Systems schrumpfte. Nun fließen wieder Dividenden.

Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2004 untermauerte den Aufwärtstrend der Deutschen Telekom. Der Gewinn stieg, die Schulden wurden weiter abgebaut und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Seinen Anteilseignern stellte der Carrier eine Dividende von bis zu 62 Cent pro Aktie in Aussicht. Die Summe wurde zuletzt in den Jahren 1999 und 2000 ausgeschüttet; 2001 waren es 37 Cent, danach zwei Jahre lang gar nichts, um die Schulden abzubauen. Die Aufwendungen für die Kurspflege belaufen sich auf rund 2,5 Milliarden Euro. Diese Dividendenpolitik will die Telekom auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Anleger reagierten erfreut, die T-Aktie legte deutlich zu.

Überraschte Analysten

Dies hing auch damit zusammen, dass die Telekom die Erwartungen der Analysten im dritten Quartal zumeist übertreffen konnte. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg um 3,2 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro, der Überschuss verbesserte sich von 508 Millionen auf 1,39 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich im jüngsten Berichtszeitraum auf 5,26 Milliarden Euro und lag knapp zwölf Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Angesichts der Entwicklung hob die Telekom ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 2,5 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro an. Das Ebitda soll auf 19,2 Milliarden Euro wachsen. Im Gegenzug reduzierten sich die Schulden des Carriers seit Januar um fast sieben Milliarden Euro: Ende Oktober, einen Monat nach Abschluss des dritten Quartals, waren es etwas weniger als 40 Milliarden Euro. Dies war zuletzt vor fünf Jahren der Fall gewesen.

Wachstumsmotor war wieder einmal die Mobilfunksparte, deren US-amerikanische Geschäfte gut laufen. Hier unterschrieben 901000 Neukunden im dritten Quartal einen Vertrag, in Deutschland kamen etwa 330000 Handy-Nutzer hinzu. Zudem steigerte T-Mobile hierzulande die bereinigte Ebitda-Marge auf über 41 Prozent, in den USA liegt der Wert bei 26,5 Prozent. Dennoch muss die Sparte rund eine Milliarde Euro einsparen, denn die Ergebnisziele für das Gesamtjahr werden in Deutschland nicht erreicht. Insgesamt setzten die Mobilfunker von Juli bis September mit 6,48 Milliarden Euro rund 9,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum um.

Die Festnetzsparte T-Com verbesserte das Quartals-Ebitda von 2,55 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro, während der Umsatz von 7,1 Milliarden auf 6,8 Milliarden Euro sank. Die Einnahmen mit klassischen Telefonverbindungen waren im Jahresvergleich um 13,5 Prozent rückläufig - gegensteuern konnte der Konzern etwa mit DSL-Anschlüssen. Allerdings schnitt T-Com leicht unter den Erwartungen der Investoren ab. Hier hätten sich insbesondere "regulatorische Einflüsse" ausgewirkt, schreibt der Carrier in seinem Finanzbericht.

T-Systems: Ruhe vor dem Sturm

Bei T-Systems schrumpften die Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Millionen auf 2,56 Milliarden Euro. Allerdings verbesserte die IT-Tochter ihr Ebitda um ein Prozent auf 397 Millionen Euro. In der IT-Sparte stehen im kommenden Jahr die Integration mit T-Com sowie eine Zweiteilung an. Ergebnis soll einerseits eine Enterprise-Abteilung sein, die rund 60 Großkonzerne bedient. Zudem wird sich die neue Business-Division um 160000 mittelgroße Unternehmen kümmern. (ajf)