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Kartellamt übt Kritik an hohen Ortstarifen


13.02.1998 - 

Die Telekom verpaßt sich einen innovativen Anstrich

Die Telekom tanzt auf vielen Hochzeiten. Zu den zahlreichen Projekten, mit denen der Carrier seinem neuen Anspruch als Innovator der Branche gerecht zu werden versucht, gehört beispielsweise "T-Mart", eine Komplettlösung zur Abwicklung elektronischer Geschäftsprozesse im Internet. Neben elektronischen Transaktionen ermöglicht das Produkt auch, im Internet virtuelle Einkaufszentren zu betreiben. Mit T-Mart dringt die Deutsche Telekom in neue Geschäftsfelder außerhalb des klassischen TK-Markts vor. Über Erfolg oder Mißerfolg des Vorhabens entscheidet vor allem die Gewährleistung von Sicherheit für den elektronischen Zahlungsverkehr. Aus diesem Grund wird die Telekom gemeinsam mit IBM und einigen Geldinstituten einen Pilotversuch auf Basis des Standards Secure Electronic Transaction (SET) in Angriff nehmen.

ADSL wird noch 1998 als Dienst angeboten

Mit weiteren Neuheiten vom Bildtelefon über Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL) bis hin zu virtuellen LANs auf ATM-Basis zeigte die Telekom in Sachen Innovationsfreudigkeit deutlich Flagge. Die meisten Projekte befinden sich allerdings noch im Pilotstadium. Immerhin ließ die Telekom nun auch offiziell verlauten, daß sie ADSL noch dieses Jahr in acht größeren Städten kommerziell anbieten will. Bis Ende 1999 sollen rund 40 Städte an die High-speed-Technologie angebunden werden.

Zukunftsmusik bleibt vorerst auch das Vorhaben, virtuelle LANs auf der T-Net-ATM-Infrastruktur der Telekom anzubieten. Als Zeitrahmen für die bundesweite Verfügbarkeit wird das vierte Quartal 1998 anvisiert. Noch hat die Telekom allerdings nicht einmal einen Partner für ein Pilotprojekt gefunden. Es stellt sich also die Frage, ob sich das Unternehmen in einem Feuerwerk von Ideen verzettelt und wie viele es davon tatsächlich zur Marktreife bringt.

Einen Schritt weiter ist mittlerweile der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB): Die Telekom-Tochter Detesystem realisiert eine Kommunikationslösung für den IVBB. Mit einer bis zu 155 Mbit/s schnellen Verbindung sowie neuen Anwendungen wie Videokonferenzen und Intranet überbrückt das Projekt die Entfernung zwischen den Bundesbehörden in Berlin und Bonn. Der IVBB ermöglicht Mitgliedern der Bundesbehörden, miteinander zu kommunizieren.

Im Widerspruch zu dem positiven Bild, das die Telekom in Hannover von sich zeichnete, stehen die neuen Vorwürfe gegen das Unternehmen. Kartellamtspräsident Dieter Wolf kritisiert, die Deutsche Telekom mißbrauche ihr weiterhin vorhandenes Monopol bei den Ortsverbindungen, um von den Kunden überhöhte Gebühren zu kassieren.

Das Besondere an der Schelte von Wolf ist jedoch, daß nicht die Telekom allein im Kreuzfeuer der Kritik steht. Bundesregierung und Regulierungsbehörde hätten die hohen Ortstarife entgegen den gesetzlichen Vorschriften erst möglich gemacht, hieß es. Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater wies die Vorwürfe zurück.