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23.07.1999 - 

Finanzen erlauben nur Minderheitsbeteiligung

Die Telekom will einen Anteil an AOL erwerben

MÜNCHEN (CW) - Möglicherweise kauft sich die Deutsche Telekom beim Internet-Dienst America Online Inc. ein. Beide Seiten würden von einer Zusammenarbeit profitieren.

Nach dem geplatzten Deal mit der Telecom Italia und dem daraus resultierenden Ende der Zusammenarbeit mit France Télécom sucht Telekom-Chef Ron Sommer offenbar dringend nach einer Beteiligung, die dem Konzern die Expansion in internationale Märkte erlaubt. Hatten die Bonner bisher Telekommunikationsfirmen im Visier, so weiteten sie nun ihre Jagdgründe ins Internet-Business aus: Wie das "Handelsblatt" berichtet, verhandelt Sommer derzeit mit America Online Inc., Marktführer bei Online-Diensten, über eine Minderheitsbeteiligung. Zwar liegt die Telekom-Tochter T-Online mit 3,3 Millionen Mitgliedern in Deutschland mit Abstand an der Spitze der Internet-Dienste, über die Landesgrenzen hinweg ist sie jedoch ein Nobody. Ganz anders AOL: Weltweit zählt das Unternehmen 14 Millionen Anwender, hinzu kommen rund zwei Millionen Compuserve-Nutzer sowie die frequentierten Internet-Portale "Aol.com" und "Netcenter".

Doch die hohe Börsennotierung - AOL bringt es an der Wallstreet auf etwa 130 Milliarden Dollar - erlaubt Sommer nicht den Kauf eines großen Anteils. Obwohl der zweite Börsengang der Telekom 20 Milliarden Mark an Kapital für Übernahmen und Beteilungen einbrachte und der Verkauf des TV-Kabelnetzes noch aussteht, wird die Telekom lediglich einen Anteil an AOL erwerben können. Dies wäre zwar ein positives Signal an die Aktionäre, doch verschaffte es den Bonnern kaum Einfluß.

Von einer Zusammenarbeit mit dem deutschen Ex-Monopolisten würde auch AOL profitieren. Da wäre zum einen der Zugang zum TV-Kabelnetz und dem Digital-Subscriber-Line-(DSL-) Netz des Bonner Telefonkonzerns, über das der Provider breitbandige Datendienste an deutsche Haushalte liefern könnte. Außerdem böten sich die T-Online-Kunden als ideale Zielgruppe für AOLs Internet-Portale an. T-Online betreibt zwar selbst ein Web-Portal, doch auch hier fehlt den Bonnern bisher der internationale Anstrich. Die Hüter des Kartellrechts in Berlin und Brüssel werden jedoch das Zusammenrücken des größten und zweitgrößten Online-Dienstes in Deutschland aufmerksam beobachten.

Neben Sommers Annäherungsversuchen bei der Internet-Company sucht die Telekom auch weiterhin die Expansion im TK-Geschäft. So werden laut "Handelsblatt" inzwischen der spanische Carrier Téléfonica, die holländische KPN, die britische Cable & Wireless sowie die US-Firmen Sprint und Qwest als Übernahmekandidaten gehandelt.