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23.01.1998 - 

Interview

"Die Umstellung auf den NC ist nicht kostenlos"

23.01.1998

CW: Intel hat sich einer Umstrukturierung unterzogen und beispielsweise die Desktop-Abteilung aufgeteilt in einen Bereich für Consumer-Produkte und in eine Gruppe "Business Platform" - wieso?

Rissmann: Das PC-Geschäft läßt sich nicht länger in die beiden Segmente Desktop und Server unterteilen. Der Leistungsbedarf im Unternehmen ist vielfältig, und diese Märkte haben unterschiedliche Herausforderungen. Nicht alles ist High-end. Wichtig ist andererseits eine Kompatibilität der Architektur, um beispielsweise die Netzverwaltung zu vereinfachen.

CW: Bei den PCs unterhalb der 1000-Dollar-Marke haben sich AMD und Cyrix verstärkt engagiert. Was macht Intel?

Rissmann: Eine Zeit lang wollte Intel im unteren Preisbereich nicht aktiv werden, es sei denn, unsere CPUs passen da zufällig hinein. Es besteht dabei die Gefahr, daß solche Rechner nicht genügend Leistung mitbringen. Insbesondere beim Konsumenten, der seinen PC auch zum Spielen benutzt, hätte dies fatale Folgen.

CW: Überläßt man diesen stark wachsenden Markt zunächst den Konkurrenten und wartet darauf, daß die sich eine blutige Nase holen?

Rissmann: Haben Sie von der Rangelei um billige PCs in einem Aldi-Markt gehört? Das war ein Rechner mit Pentium-MMX-Prozessor.

CW: Die laufen doch in diesem Jahr aus.

Rissmann: Zu diesem Zeitpunkt werden wir für einen entsprechenden Ersatz auf Basis des Pentium II sorgen.

CW: So günstig?

Rissmann: Sonst macht es keinen Sinn. Aber noch einmal: Es kommt nicht nur auf die CPU an, sondern darauf, daß die ganze Plattform günstiger wird.

CW: Also eine Lösung ê la System-on-a-Chip?

Rissmann: Natürlich werden wir immer einige Funktionen integrieren, beispielsweise Soft-Modems oder Level-II-Cache. Aber man muß dabei aufpassen, genug Leistung zur Verfügung zu stellen. Der Begriff System-on-a-Chip spielt bei uns für das PC-Geschäft keine Rolle. Anders sieht es bei Embedded-Lösungen aus, wo die Funktionen genau definiert sind.

CW: Wie beurteilen Sie die Erfolgschancen des NC?

Rissmann: Als Ersatz für die alten Terminals ergeben Lean Clients einen Sinn. Dieser Markt ist für uns wichtig. Dabei bieten sich die gleichen Prozessoren an, die auch für den 1000-Dollar-PC geeignet sind. Das mag man dann Net PC nennen oder sonstwie.

CW: Der allerdings unter Win- dows und nicht mit Java läuft.

Rissmann: Java läuft sehr schön auf der Intel-Architektur. Gängige Betriebssysteme wollen wir da auch immer. Deshalb auch die Vereinbarung mit Sunsoft, die die Portierung von Solaris auf den Merced-Chip beeinhaltet.

CW: Zurück zum NC.

Rissmann: Die Problematik bei dem NC mit Java ist, daß der ganze Betrieb umgestellt werden muß, und das ist bei weitem nicht kostenlos zu erreichen.

CW: Die DV-Manager kämpfen heute mit der Verwaltung der PC-Netze, deshalb erscheint der NC als Silberstreif am Horizont.

Rissmann: Genau, der einfach zu verwaltende PC. Für einen Business-PC, gleich auf welcher Hierarchieebene, ist das eine Hauptforderung. Eine ganze Reihe von Unternehmen stellt diese Forderung noch nicht, was mich erstaunt und erschüttert.

CW: Die Diskussion um die Netzverwaltung wurde erst durch Java und den NC richtig entfacht. Vorher nahm man billigend in Kauf, daß es schwierig ist...

Rissmann: ... es gab immer Firmen, die dort viel investiert haben. Das Problem war, daß im Management-Bereich kaum eine Software existierte, die alles abdeckt. Das hat sich erst geändert mit Microsofts "System Management Server" und unserem Konkurrenzprodukt "Landesk".

CW: Können Sie die ewig offene Frage beantworten, wie viele Ihrer Chips in Intel-Platinen gehen?

Rissmann: Vor vier Jahren lag unser Marktanteil bei den Platinen nahe an 40 Prozent. Jetzt stellen wir denjenigen Kunden, die früh mit neuen Chips starten wollen und deren Entwicklung noch nicht soweit gediehen ist, solche Boards zur Verfügung. Um den Massenmarkt kümmern sich die taiwanischen Platinenlieferanten.

CW: Apropos neue CPUs. Der Merced soll ja Intel-kompatibel sein, ist er auch HP-kompatibel?

Rissmann: Ja, natürlich, aber fragen Sie doch HP.

CW: Aber kompatibel mit DECs "Alpha" ist er nicht, oder?

Rissmann: Nein, und das wird er auch nicht.