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06.04.1990 - 

Salomon Brothers prognostiziert Rückgang bei Neuanschaffungen

Die US-Anwender investieren auf der Basis vorhandener LANs

FRAMINGHAM (IDG) - In den USA scheinen die DV/Org.-Abteilungen und Verantwortlichen in puncto LAN umzudenken: Nach Ergebnissen einer Expertise des Brokers Salomon Brothers aus New York geht der Trend dahin, bestehende lokale Netze zu pflegen, anstatt neue Netze anzuschaffen.

Der Report, in dem die Zahl industrieweit installieren LANs mit Marktdaten der Netzwerk-Anbieter 3Com, Cabletron, Synoptics, Novell, Microcom sowie. Vitalink verglichen werden, prognostiziert Zurückhaltung bei Neuakquisitionen.

Dabei sollen sich die sinkenden Verkaufszahlen in den LAN-Segmenten Kabel, Bridges und Router, aber auch bei Betriebssystem-Software, LAN-Adapter-Karten und proprietären Servern zeigen.

Besonders drastisch fallen die Rückgänge nach Angaben des Autors Michel Guite in den bei. den letztgenannten Bereichen aus. So hätten die Server-Verkäufe von 1987 bis 1988 und von 1988 bis 1989 um sieben Prozent zugenommen, aber in diesem Jahr sollten sie nur noch um 4,5 Prozent und damit auf insgesamt 943 Millionen Dollar steigen. Bereits 1991 würden die Absätze ganz gewaltig absacken, nämlich um 10,8 Prozent auf dann 841 Millionen Dollar.

Bei den Adapter-Karten sieht die Entwicklung laut Studie folgendermaßen aus: Nach einem Anstieg um 61 Prozent von 809 Millionen auf 1,3 Milliarden Dollar im Zeitraum 1987 bis 1988 lag die Zuwachsrate im letzten Jahr bei 29 Prozent und wird 1990 20 sowie in den darauffolgenden Jahren nur noch 14 Prozent erreichen.

Im Bereich der Verkabelung selbst, einem der "kräftigsten" Marktsegmente, hat die anierikanische Untersuchung hinsichtlich der Netzausrüstung mit Kabeln, Repeatern und Konzentratoren insbesondere die physikalische Ebene im Auge. Von 1987 bis 1988 gingen die Verkäufe um 125 Prozent (von 223 auf 502 Millionen Dollar) zurück. Nach einer Halbierung in den zwei darauffolgenden Jahren soll die Wachstumsrate 1991 nur noch bei 17 Prozent liegen.

Hinsichtlich der LAN-Betriebssystem-Software ergibt die von Salomon Brothers aufgezeigte Entwicklung einen kontinuierlichen Rückgang von 58 Prozent im Jahr 1988 auf 17 Prozent 1991. Die Verkäufe würden zu diesem Zeitpunkt 1,4 Milliarden Dollar ausmachen. Nach Angaben des New Yorker Brokers wäre es ohne Unix-basierende Systeme, die sich in diesem Bereich als stabilisierender Faktor erwiesen, zu einer noch größeren Talfahrt gekommen.

Eine etwas weniger krasse Situation beziehungsweise Flaute zeichnet sich auch bei Brücken und Routern ab. Die Studie geht davon aus, daß sich hier die Verkaufszahlen-Entwicklung von 59 Prozent im Jahr 1988 auf 21 Prozent 1991 einpendeln, bei einem angenommenen Verkaufsvolumen von insgesamt 500 Millionen Dollar im nächsten Jahr.

Schließlich macht Salomon Brothers aber auch ein Segment mit durchgängiger Steigerung aus: Bei Workstations, PCs und Mikros, die an lokale Netze angeschlossen werden, können die Anbieter wohl besseren Zeiten entgegensehen. Hier darf die Branche mit einem Wachstum von 33 Prozent im Laufe des Jahres 1991 rechnen. 1989 waren es noch 2 Prozent.

Ein Hauch von LAN-Nostalgie

Die US-Anwender wissen wohl, was sie an ihren einmal installierten LAVs haben. Ist das Netz erst installiert, arbeitet es oft zuverlässig und bedarf keines großen Wartungsaufwands. Anstatt Gelder für vielleicht riskante Neuanschaffungen springen zu lassen, bietet es sich künftig an auf der Basis der vorhandenen "Bausubstanz "zu erweitern.

Indes nennt Broker Salomon Brothers keinerlei Gründe für die skizzierte Flaute, die sich im übrigen ja nicht auf Neuanschaffungen schlechthin bezieht. Müssen die in der Studie genannten Zahlen führende Hersteller wie 3Com und Novell natürlich aufhorchen lassen, so heut die Devise auf den zweiten Blick aber auch: "Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. "

Zum Teil durften die Motive für eine Zurückhaltung auf der Hand liegen, führt man sich das unüberschaubare Marktangebot, Konfliktsituationen wie die Qual der Wahl hinsichtlich Token-Ring, Ethernet oder aber einer ISDN-Inhouse-Vernetzung und das Wirrwarr bei LAV-Manager-Versionen vor Augen. Hinzu kommen sicher auch Alternativen auf dem Glasfasersektor, die das Augenmerk des Anwenders zunehmend auf Internetworking richten - Stichwort Backbone -, ihn aber im LAN-Bereich dazu veranlassen, abzuwarten. Mitspielen dürfte beim Kundenverhalten zusätzlich ein Hauch von Nostalgie, überhaupt eine Müdigkeit ob der so schnellen Innovationszyklen sein.

Allerdings: Die Zahlen gelten nicht für den deutschen Markt, Kurze Nachfragen bei 3Com und Adcomp widerlegen eher die These, daß die Kunden nicht zu neunen Taten schreiten wollen schon allein deshalb, weil den Anwendern ihre lokalen Netze mit der Zeit häufig zu langsam werden. sch