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22.06.1990

Die verbesserten Möglichkeiten zur Informationsdiffusion

"Der Bedarf für die Ausweitung der Informationserzeugung ist praktisch unbegrenzt. Das Bedürfnis nach Absicherung, Entlastung von Verantwortung, Selbstdarstellung, Imponiergehabe sorgt dafür. Dankbar wurden so die verbesserten Möglichkeiten zur Informationsdiffusion wahrgenommen - nur die Kapazität zur Informationsverarbeitung wuchs nicht entsprechend...

Die Informationsinflation fuhrt zu einer Entwertung der einzelnen Informationen.

...ich habe den Eindruck, daß die Leute zunehmend schlechter vorbereitet zu Sitzungen und Besprechungen kommen, daß sie die notwendigen Unterlagen erst dort zur Kenntnis nehmen, im Vertrauen darauf, daß aus der Situation schon die Selektion des Relevanten sich ergebe.

Angesichts der Überfülle von Information ist offenbar Resignation die Folge. Man kapituliert vor der Überfülle, läßt die Flut von Zeitschriften, Richtlinien, Rundschreiben, Notizen, Erinnerungen an sich vorbeirauschen und nimmt nur noch das Allernötigste zur Kenntnis. Man könnte von einer reaktiven Legasthenie sprechen.

Merkwürdig auch der Widerspruch zwischen der Verwahrlosung der Informationsverwertung und der Fetischisierung der "Information" an sich. Im Gegensatz zu der Nachlässigkeit, mit der Informationen empfangen und verwertet werden, steht die Sorgfalt, mit der man eigenes Tun zu dokumentieren trachtet, der Aufwand, den man der Selbstdarstellung widmet (Folien Verteiler).

Dieser Fetischisierung der "lnformation" an sich entspricht der Unsinn von der "Informationsgesellschaft", wie auch die Definition der Büroarbeit als "Informationsverarbeitung". Eine solche Charakterisierung erscheint ebenso banal wie unergiebig...

Daß man sich mit der entsetzlichen Selbstverständlichkeit der "Informationsverarbeitung" zufrieden gibt, kennzeichnet die konzeptuelle Hilflosigkeit, mit der man der Büroarbeit gegenübersteht.

Was fehlt, sind grundsätzliche Überlegungen über den Charakter und Wert der Information in der Büroarbeit: etwa den Unterschied von Informationsprodukten und Informationsverwertung. Der Wert der Informationen bestimmt sich aus ihrer Verwertung.

Was erwartet man sich vom "papierlosen" Büro? Die Bewältigung der Informationsflut. Aber setzt man da nicht, wie so oft, am Symptom und nicht an der Ursache an? Nicht das Papier konstituiert ja das Problem, sondern sein Gebrauch als Informationsträger."