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12.02.1993 - 

Infratest-Studie belegt grossen Bedarf

Die Versicherungen haben noch Geld fuer DV-Investitionen

"Im Gegensatz zu anderen Branchen sind Versicherungen investitionsbereit", bilanziert Dieter Bick, Geschaeftsfuehrer der Muenchner Alldata SDV, nicht ohne Genugtuung. Ueber 2,5 Milliarden Mark werde die Versicherungsbranche in den naechsten beiden Jahren fuer die Fremderstellung von Software ausgeben. 1991 haetten die Ausgaben noch bei unter einer Milliarde Mark gelegen.

Die Marktforschungsergebnisse, auf die sich Bick stuetzt, basieren auf der Befragung von DV-Managern der ersten und zweiten Fuehrungsebene in insgesamt 51 Versicherungsgruppen. Die Unternehmen weisen jeweils ein Beitragsvolumen von mindestens 20 Millionen Mark auf und repraesentieren nach Angaben von Infratest- Geschaeftsfuehrerin Ursula Neugebauer knapp ein Viertel des Beitragsvolumens der deutschen Versicherungswirtschaft. Abgefragt wurde, welche Anwendungen geplant und welche Anforderungen an Softwarehaeuser gestellt werden, der Umfang der externen Softwarebeschaffung, das Outsourcing-Interesse und die Entscheidungsablaeufe bei der Projektvergabe.

Versicherungen, so zeigen die Ergebnisse, sind grundsaetzlich konservativ. Gegenwaertig laufen rund 42 Prozent ihrer Softwarebestaende auf IBM-Mainframes unter MVS. Die Programme sind zu einem erheblichen Teil aelter als zehn Jahre. Ihre Wartung bindet mehr als die Haelfte (55 Prozent) der internen Entwicklerkapazitaeten.

In den naechsten Jahren steht die Branche deshalb vor der schwierigen Aufgabe, diese Anwendungen umzustellen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Altlasten tun sich Versicherungen schwer mit der Beruecksichtigung neuer DV-Trends wie Downsizing oder Client- Server-Konfigurationen. Dagegen wird das Thema Outsourcing in seinen unterschiedlichen Auspraegungen immer interessanter. Mehr als die Haelfte der befragten Konzerne aeusserte sich positiv zu diesem Thema. Das gilt insbesondere fuer den Bereich Software- Entwicklung, der frueher ueberwiegend eine rein interne Angelegenheit war.

Kuenftig sollen externe Anbieter zur Unterstuetzung herangezogen werden - allerdings nicht wie bisher kleine und kleinste Softwarehaeuser, sondern Grossunternehmen, die komplexe Projekte durchfuehren und umfangreiche Softwareprodukte erstellen sollen.

Informationsverarbeitung hat in der Versicherungswelt vor allem dort eine herausragende Bedeutung, wo der Kundenservice durch schnellere Durchlaufzeiten optimiert werden kann (Policierung, Schadenregulierung) und sich die Kostensaetze fuer die Verwaltung senken lassen. Aus diesem Grunde sind die DV-Aufwendungen rund dreimal so hoch wie in der gesamten Wirtschaft.

Die Informationsverarbeitung, so ein weiteres Ergebnis der Infratest-Untersuchung, wird in der Versicherungsbranche zunehmend zur Chefsache. Zwar geht die Initiative fuer DV-Projekte wie schon in der Vergangenheit von der DV- beziehungsweise der Fachabteilung aus, doch in 60 Prozent der befragten Versicherungen entscheidet der Gesamtvorstand ueber das Budget.

Abb. 1: Bei insgesamt 28 der befragten 51 Versicherungsunternehmen ist das Thema Outsourcing diskussionsfaehig.

Abb. 2: Versicherer wollen von ihren Partnern nach dem Kauf nicht im Stich gelassen werden.