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24.01.2003 - 

Extensible Markup Language/Kommentar

Die vielen Gesichter von XML

Wolfgang Sommergut Redakteur CW

Schon früh entstand die Idee, mit XML nicht nur Dokumente auszuzeichnen, sondern etwa auch die Bedeutung jener Daten zu beschreiben, die Unternehmen im Rahmen von EDI austauschen. Damit sollte XML die engen Grenzen verlassen, die dem Vorgänger SGML gezogen waren. Wahrscheinlich konnte sich aber niemand vorstellen, dass sich XML binnen weniger Jahre zu einer Art Universalsyntax entwickeln würde, die für alle erdenklichen Daten zum Einsatz kommt - von Konfigurationsdateien über Anwendungsprotokolle bis hin zur Beschreibung von Branchenstandards bei Geschäftsdokumenten. Ein Grund für diesen Erfolg liegt sicher in den überall verfügbaren Basiswerkzeugen zur Verarbeitung von XML - viele davon sind Open Source. Einen weiteren Anreiz bieten die zahlreichen mächtigen Co-Standards, die XML beinahe unbegrenzte Einsatzgebiete eröffnen.

Gerade die vielen ergänzenden Spezifikationen, die zumeist vom W3-Consortium stammen, werden gleichzeitig aber zu einer immer höheren Hürde für die XML-Nutzung. Als Beispiel für übermäßige Komplexität dient Kritikern regelmäßig XML Schema. In der Praxis erfreuen sich in erster Linie die XML-Kernstandards großer Beliebtheit. Daher dürften etwa Document Type Definitions (DTDs) noch lange überleben und XML Schema eine Domäne großer Anbieter bleiben. Dass die zunehmende Komplexität auch diese Softwarefirmen fordert, zeigt sich an deren Produkten. So bieten die Datenbankhersteller erst nach und nach die Möglichkeit, SQL-Abfragen mit Xpath-Ausdrücken zu kombinieren oder beliebige Daten wahlweise als XML-Baum oder als SQL-Tabelle darzustellen. Selbst Microsoft kann erst das kommende Office 11 als Sammlung ernst zu nehmender XML-Werkzeuge anpreisen. Mithin bewahrheitet sich auch bei XML eine Daumenregel, die schon für Java oder Linux ihre Gültigkeit hatte: In der Softwarebranche müssen vom Hype bis zu praxisfähigen Produkten zumindest fünf Jahre vergehen.