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02.04.2004 - 

Möglicher Umbau der Konzernstruktur

Die vier Säulen der Telekom wackeln

MÜNCHEN (CW) - Der Rücktritt von T-Com-Chef Josef Brauner hat zu Spekulationen über eine Neuordnung der Konzernstruktur bei der Deutschen Telekom geführt. Angeblich ist eine Zerschlagung des Vier-Säulen-Modells geplant.

Seine letzte große Amthandlung vor dem Rücktritt bewältigte der T-Com-Vorstand Brauner in Hannover. Kurz vor der CeBIT stellte er an der Seite seines T-Systems-Vorstandskollegen Konrad Reiss die aktuellen Pläne seines Verantwortungsbereichs, der Festnetzsparte der Telekom, vor. Es mag Zufall, aber wohl eher der Gedanke an den bevorstehenden Rückzug gewesen sein, dass Brauner an diesem Tag unkonzentriert wirkte. Immerhin verkündete Reiss zwei Stunden später an gleicher Stelle seine Nominierung zum Vorsitzenden des Lenkungs- und Gesellschafterausschusses der Toll Collect GmbH, während Brauner wenige Tage später sein Ausscheiden mit dem Debakel um die LKW-Maut begründete. Er war im Vorstand der Telekom für das Projekt verantwortlich.

Vieles deutet darauf hin, dass die Maut nur ein vorgeschobener Grund für Brauners Ende bei der Telekom war. Gegen den T-Com-Chef soll vor allem der Aufsichtsratvorsitzende der Telekom und Vorstand der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, Front gemacht haben. Brauner, so sagen Insider, war dem Post-Chef ein Dorn im Auge, weil er als einziger noch aus der Riege von Ex-Telekom-Chef Ron Sommer stammte, für den Zumwinkel wenig Sympathie hegte. Brauner war Ron Sommer 1999 von Sony zur Telekom nach Bonn gefolgt, galt aber auch als loyaler Weggefährte des amtierenden Telekom-Oberhaupts Kai-Uwe Ricke.

Mit der Personalie Brauner ist Ricke, der die T-Com zunächst selbst kommissarisch führt, in Zugzwang geraten. Er muss sich gut überlegen, wen er zum Nachfolger beruft und wie er das Machtstreben der Bereichsvorstände von T-Mobile, T-Online, T-Com und T-Systems künftig eindämmt. Ricke hatte nach seinem Amtsantritt die von Sommer eingeführte Konzernstruktur mit vier Säulen beibehalten und die Kompetenz der Spartenvorstände sogar noch gestärkt, mit dem Ergebnis, dass sich die vier Telekom-Geschäftsbereiche gegenseitig stark Konkurrenz machen und der Konzern zum Teil überschneidende Services im Portfolio führt.

Um die Synergien zwischen den Bereichen besser auszuschöpfen, denkt Ricke jetzt offenbar über eine Umstrukturierung des Konzerns nach, bislang allerdings noch ohne veröffentlichtes Ergebnis. Möglich wäre jedoch zum Beispiel eine Zusammenlegung der T-Com mit T-Online. Da die Telekom aber nur 74 Prozent der börsennotierten Tochter hält, müsste Ricke den fehlenden Anteil zurückkaufen. Experten taxieren den Rückkaufswert von T-Online auf drei Milliarden Euro. Denkbar wäre aber auch, dass T-Systems künftig für alle Geschäftskunden verantwortlich ist, also auch für den Mittelstand, den bisher die T-Com betreute. Damit würde der Konzern einen stärkere und exaktere Trennung zwischen Privat- und Geschäftskunden erreichen. (pg)