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24.06.1994

Die Visionen des Bill Gates Auch Microsoft spekuliert auf den Information-Superhighway

MUENCHEN (CW) - Microsoft schliesst einmal mehr ein Geschaeftsjahr mit satten Gewinnen ab. Einen jedoch stimmt das nicht ruhig - William H. Gates III sorgt sich um die Zukunft seines Unternehmens. Denn nicht die Koenige von heute bestimmen die DV- Welt von morgen, sondern diejenigen, die Zukunftstechnologien beherrschen.

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Business Week" widmet die Titelgeschichte seiner aktuellen Ausgabe den Visionen von Gates. Der sieht die Zukunft der DV gepraegt von leistungsfaehigen Netzwerken, die sich ueber die gesamte Welt spannen. In solch einem Szenario reiche es nicht aus, Koenig der Desktop-Software-Anbieter zu sein. Den Ton wuerden zum einen Unternehmen angeben, die die grossen Netzwerke unter Kontrolle haben; zum anderen Firmen, aus deren Softwaretechnologien der vielbeschworene Daten-Highway gebaut werden kann.

Der Information-Highway eroeffne erstmals seit der Entwicklung des PCs wieder aufregende Moeglichkeiten fuer die Industrie. "Die Fortschritte in der Kommunikation schaffen voellig neue Arten, diese fuer Erziehung, Lernvorgaenge, aber auch fuer den Kommerz zu nutzen", zitiert "Business Week" Gates.

Deshalb werde sich Microsoft auch in voellig neuen Taetigkeitsfeldern wiederfinden. Dort konkurriere man nicht mehr mit anderen Softwarefirmen, sondern mit Netzspezialisten wie Novell oder Telefongesellschaften. Hier sei besonders AT&T zu nennen.

Zu den Zukunftstechnologien, denen sich Microsoft zuwenden will, gehoeren Datenbanken, die auf sogenannten Video-Servern laufen. Video-Server speichern und verteilen Filme fuer interaktive Fernsehprogramme.

Microsoft kann bei dem Bemuehen, sich auf den Information-Highway einzufaedeln, moeglicherweise schon Ende dieses Jahres erste Ergebnisse praesentieren: "Tiger" ist eine Software fuer Video- Server, mit der digitalisierte Filme und Fernsehshows ueber Kabel oder Telefonleitungen an Tausende von PCs verschickt werden koennen. Der US-Kabelgigant Tele-Communications Inc. (TCI) will die Tiger-Software in interaktiven TV-Systemen nutzen.

Ausserdem schreibt Microsoft Software, die es Anwendern in Zukunft erleichtern soll, sich in Hunderten von Programmen zurechtzufinden.

Das Lieblingskind von Gates - so "Business Week" - ist ein Jackentaschen-Kleincomputer "Wallet PC", der fortwaehrend mit einer Zentralstation im Buero oder zu Hause verbunden ist und saemtliche Informationen wie Adressen, Termine etc. permanent vorhaelt, es darueber hinaus aber auch gestattet, Daten ueberall in der Welt zu verschicken. Gates denkt dabei auch schon an elektronisches Geld - also die Moeglichkeit, mit solch einem Brieftaschen-PC Ueberweisungen oder Zahlungen zu erledigen.

Schon jetzt steigt Microsoft mit einem taeglichen Newsletter in das Online-Dienstleistungsgeschaeft ein. PC-Besitzer koennen alles Neue zum Thema Basketball auf ihre Systeme herunterladen. Auch diese interaktive Dienstleistung sehen Analysten als lukrativ an.