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12.07.1996 - 

Kolumne/

"Die Vorteile liegen bei den Markenherstellern"

Nachdem der PC-Lieferant Escom Anfang vergangener Woche unter dubiosen Umständen Vergleich angemeldet hat, fragen sich viele Industriebeobachter, wer als nächster unter den harten Bedingungen des PC-Marktes zusammenbrechen wird. Andere diskutieren, ob das Geschäftsmodell der Discounter mittelfristig überhaupt noch tragfähig ist. Da sie technologisch nur Dutzendware bieten können - schließlich montieren sie Standardkomponenten zu PCs -, ist ihr einziges Verkaufsargument die Preisdifferenz zum Desktop eines sogenannten Markenherstellers.

Dieser Unterschied schwindet zusehends. Inzwischen haben auch die Großen der Branche Kosten und Logistik in den Griff bekommen und sich auf den Preiskampf eingelassen. So sticht das Preisargument zumindest dann nicht mehr, wenn die Discounter mit einer Marge kalkulieren, die Gewinn erlaubt.

Doch nicht nur die sinkenden Preise machen ihnen zu schaffen. Den Clone-Produzenten fehlt auch der Atem, um die immer kürzer werdenden Produktzyklen durchzustehen.

In Zeiten geringen Wachstums - das gilt besonders für den deutschen PC-Markt - scheinen die Markenhersteller alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben. Anders als Escom sind sie nicht hauptsächlich auf einen nationalen und vergleichsweise kleinen Heimmarkt angewiesen, sondern agieren dank ihrer Organisation in allen Weltregionen. Außerdem bedienen sie verschiedene Marktsegmente innerhalb eines Landes. Sie mischen sowohl im Endverbrauchermarkt als auch im Unternehmensgeschäft mit, und zwar mit unterschiedlichen Produkten, die vom "normal" ausgestatteten Desktop-PC bis hin zum Mehr-Prozessor-Server reichen. Damit verfügen sie automatisch auch über das nötige Einkaufsvolumen, um ihren Lieferanten günstige Konditionen abzuringen.

Schon bald dürfte das nächste Opfer unter den Billiganbietern zu beklagen sein. Dem professionellen IT-Anwender in Unternehmen hilft das sicher nicht, sind doch die Discounter heute noch ein Garant dafür, daß die Preisvorstellungen der Großen nicht in den Himmel wachsen.