Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.07.1993

Die Weiterentwicklung der RAID-Technik macht Terabyte-Speicher moeglich Ein RAID-7-System leistet mehr als alle anderen Massenspeicher

Waehrend die Vor- und Nachteile der RAID Levels 0 bis 5 hinlaenglich bekannt sind, muss man sich darueber im klaren sein, dass die Technologie erst durch Flexibilitaet an Akzeptanz gewinnen wird, wenn endlich das gewisse Mass an Datenschutz und Verfuegbarkeit gewaehrleistet ist, sowie Leistung, Skalierbarkeit und Anschlussmoeglichkeiten weit ueber das heute Moegliche hinausgehen. Dieter Basziszta* beschreibt, inwieweit die RAID-7-Technologie diesen Anforderungen gerecht wird.

RAID-7-Plattformen sind zwischen drei- und neunmal schneller als niedrigere RAID-Level-Implementierungen und erzielen die Leistung von Speicherbausteinen bei einem 20stel der Preise. Fehlertoleranz kann ohne Leistungs- und Kapazitaetseinbussen erreicht werden, gleichzeitig wachsen die Skalierbarkeit, die Anschlussmoeglichkeiten und Verfuegbarkeit der Daten.

Die RAID-7-Architektur unterscheidet sich in folgenden Punkten von anderen, niedrigeren RAID-Level-Systemen.

Erstens basiert RAID-Level-7 auf einem asynchronen Hardwaredesign, womit die Koepfe der Festplatten unabhaengig voneinander bewegt werden koennen. Das Betriebssystem des Massenspeichers kontrolliert den Zugriff auf die Festplatten sowie den Datenfluss zu allen externen Schnittstellen. Jede Festplatte einschliesslich aller Daten- und Paritaetsspeicher verfuegt ueber unabhaengige Kontroll- und Datenpfade und muss nicht synchronisiert werden.

Zweitens sind alle Bauteile unabhaengig voneinander, und die Datenbusnutzung ueberschneidet sich nicht. Jede Festplatte und jede Schnittstelle ist an einen Hochgeschwindigkeitsbus angeschlossen, der vom Betriebssystem kontrolliert wird und unabhaengige Transfers in und aus dem zentralen Cache gestattet.

Drittens kann das Betriebssystem mehrere Aufgaben tatsaechlich parallel ablaufen lassen. Jede Festplatte und jede Schnittstelle ist symmetrisch angeordnet und voellig gleichberechtigt. Das separate Cache und die unabhaengige Geraetesteuerung ermoeglichen asynchrone Ein- und Ausgaben.

Viertens steigert man die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei kleinen Schreib- und Lesevorgaengen unter Anwendung des Prinzips der Lokalitaet. Empirische Studien belegen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Daten die meiste Zeit ueber benutzt wird. Zum Beispiel werden zehn Prozent der Daten oder des Codes tatsaechlich zu 90 Prozent benutzt. Lokalitaet kann man in bezug auf Lokation (raeumlichoder Zeit (temporaer) sehen. Zum Beispiel besteht nach dem Lokalitaetsprinzip eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass nach dem Sektor 100 als naechster 101 gelesen wird.

Fuenftens gewaehrleistet RAID-Level-7 einen offenen Standard hinsichtlich der Verbindungsmoeglichkeiten und der Kompatibilitaet mit anderen Systemen. Die SCSI-2-Schnittstelle macht unabhaengig von einzelnen Herstellern oder Rechnerwelten,

von Server-PCs bis zu Hochleistungsrechnern. Preiswerte und voellig unterschiedliche SCSI-Festplatten mit unterschiedlichen Zugriffsarten, Transferraten, Kapazitaet und Baugroesse, koennen in einem System eingesetzt werden.

Das RAID-Level-7 kann auf volle Fehlertoleranz (kein

"single point of failure") skaliert werden, bietet Schutz vor vier gleichzeitigen Diskausfaellen, unterstuetzt zwoelf parallele und unabhaengige Schnittstellen und laesst sich wie eine konventionelle SCSI-Festplatte anschliessen.

Ueber bestehende Grenzen hinweg ausbauen laesst sich

die Speicherkapazitaet mit der geplanten fuenften Generation der Verbindungen auf der Basis des Echtzeit-Betriebssystems. Das RAID- 7-Geraet der Zukunft wird die Aufnahme der Kapazitaeten von mehreren optischen Speichersystemen oder Bandbibliotheken ermoeglichen, die dem Host- oder Serverrechner eine Kapazitaet von mehreren Terabyte anbieten. Die durchschnittlichen Kosten pro Megabyte werden dann nur mehr Pfennige betragen. Die fuenfte Generation der Verbindungen wird viele Funktionen der Systemspeicherverwaltung automatisieren.

*Dieter Basziszta ist Geschaeftsfuehrer der Storage Computer GmbH in Wiesbaden.