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26.09.1975 - 

Org-Institut der Uni München untersucht den Software-Markt

Die wenigsten Pakete bringen Profit

26.09.1975

MÜNCHEN - Von 8 Computerherstellern wurden im vergangenen Jahr insgesamt 945 Anwendungsprogramme, von 62 Softwareherstellern zusammen 887 Anwendungsprogramme angeboten. Dabei lagen über 36 Prozent des Angebotes der Softwarehäuser, aber nur 15 Prozent des Angebotes der DV-Hersteller in der Preislage bis 5000 Mark. Herstellersoftware kostete zu 57 Prozent zwischen 10000 und 50000 Mark. Das sind Ergebnisse einer Umfrage über "Marketing von Standard-Anwendungssoftware", die das Institut für Organisation an der Universität München unter Leitung von Prof. Dr. Werner Kirsch durchführte.

Reichlich Minusgeschäfte

Ausdrücklich ausgeschlossen war Systemsoftware von einfachen Utilities bis zu Datenbank- und Dokumentationssystemen.

Rund ein Viertel der angebotenen Programme beider Gruppen sind nur ein einziges Mal installiert. Über 40 Prozent der Programme von Softwarehäusern und 16 Prozent der Hersteller-Software fanden nur zwei bis fünf Interessenten. "Was das bedeutet wird deutlich, wenn man bedenkt, daß ein Standard-Anwendungsprogramm fünf- bis zehnmal installiert werden muß, um seine Kosten zu decken" folgert die Untersuchung. Anders ausgedrückt: zwei Drittel der Programme von Softwarehäusern und immerhin 40 Prozent der Hersteller-Programme waren bisher ein Minusgeschäft.

Software-Pakete fürs Hardware-Marketing

Etwa ein Drittel der Programme von Softwarehäusern aber drei Viertel der Herstellerprogramme sind nur für Betriebe in ganz bestimmten Branchen verwendbar. Je häufiger ein Softwarepaket installiert ist, desto größer wird der Anteil der DV-Hersteller: über 50 Installationen können 17 Prozent der Hersteller-Pakete aber nur 2 Prozent der Beraterpakete aufweisen.

Beim Softwareangebot der DV-Hersteller besteht offensichtlich ein direkter Zusammenhang mit der jeweiligen Marketing-Politik für die Hardware: 52 Prozent der Programme sind für Maschinen einer bestimmten Serie, nur 36 Prozent für alle Maschinen derselben Firma bestimmt, und nur 11 Prozent laufen auf Anlagen verschiedener Hersteller.

Software-Häuser mit mehr kommerziellen Programmen

Die Pakete der Softwarehäuser sind dagegen zu 69 Prozent auf Systemen unterschiedlicher Herkunft verwendbar und nur zu 16 beziehungsweise 13 Prozent auf Anlagen eines bestimmten Herstellers oder eine bestimmte Serie zugeschnitten.

Lange nicht so groß sind die Unterschiede bei den verwendeten Sprachen: ein Viertel ist maschinenorientiert, drei Viertel sind problemorientiert. Wenn die Softwarehäuser etwas mehr Cobol-Programme und etwas weniger Fortran-Programme als die Hersteller anbieten, dann hat das seinen einfachen Grund darin, daß nicht einmal ein Fünftel des Angebotes der Softwarehäuser, aber mehr als ein Drittel des Software-Angebotes der Hersteller auf technisch-wissenschaftliche Programme entfällt. Auf diesem Gebiet werden allerdings besonders viele Programme kostenlos angeboten, so daß die freien Softwareunternehmen hier offenbar wesentliche schlechtere Chancen haben als bei kommerziellen Programmen.

Seltene Einzelkämpfer

Als wichtigste Informationsquelle für die Entwicklung eines neuen Programmes sehen beide Anbietergruppen die Erfahrungen an, die im eigenen Unternehmen mit der Entwicklung und Implementierung ähnlicher Pakete gemacht wurden.

Die überwiegende Mehrzahl der Programme wurde von Gruppen zwischen 2 und 5 Personen entwickelt. 6 bis 20 Mann starke Gruppen schrieben zwar ein Fünftel der Herstellerprogramme aber nur 6 Prozent der Programme von Softwarehäusern. Von Programmierenden Einzelgängern stammt bei den DV-Herstellern weniger als 10 Prozent, bei den Softwarehäusern gut 13 Prozent der Programme.

Mit einer spiegelbildlich konzipierten Erhebung hat das Institut auch die Anwendung von Anwendersoftware untersucht.