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02.07.1976 - 

Großrechner für 30 Millionen Mark

Die "Wetterfrösche" wollen sich bessern

OFFENBACH - Rund 30 Millionen Mark gibt der deutsche Wetterdienst aus, damit - unter anderem - die Treffsicherheit der 48-Stunden-Vorhersage von heute 70 Prozent auf das derzeitige Genauigkeitsniveau der 24-Stunden-Vorhersage (85 Prozent) angehoben wird: Im Herbst werden in Offenbach je eine Cyber 76, 173 und 172 installiert, die die bisher eingesetzten CDC-Systeme 3400 und 3800 ablösen sollen.

Die größere Rechenkapazität wird benötigt, weil die Modellrechnungen zur Wettervorhersage verbessert werden sollen: Das Modell basierte bisher auf einer Einteilung der Atmosphäre in sechs Schichten sowie einem Abstand von 381 Kilometern. Bei dem neuen Modell soll die Atmosphäre in zehn Schichten eingeteilt und der Abstand der Gitterpunkte halbiert werden.

Während bisher auf dem CDC-System 3800 für eine 24-Stunden-Vorhersage etwa 3,5 Milliarden Instruktionen erforderlich waren, muß die

neue Anlage alle zwei Minuten 180 Millionen Befehle verarbeiten. Die Rechenzeit wird gleich bleiben: sie betrug bisher eine Stunde und wird künftig eine Stunde betragen. Länger darf die Rechnung nicht dauern, acht Stunden nach der Beobachtung muß die 24-Stunden-Vorhersage fertig sein.

Um die Wettervorhersage zu verbessern, ist ferner eine Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Rechenzentrum der europäischen Raumfahrt Agentur vorgesehen, wo mit Hilfe zweier ICL-Großrechrer die Daten ausgewertet werden sollen, die der europäische Wettersatellit "Meteosat" liefern wird. Nach Meinung der Meteorologen sind beide Computersysteme erforderlich: Die Datenmenge, die der Meteosat liefern wird, ist so groß, daß sie beispielsweise der deutsche Wetterdienst trotz dreier Cyber nicht verarbeiten könnte.

Ende 1977 werden sich die Wirkungen zeigen: Dann wird zwar nicht das Wetter, wohl aber - so hoffen die Meteorologen - die Vorhersage besser.