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22.08.2003 - 

Personal-Management/Wie sich IT-Basiswissen nachweisen lässt

Die wichtigsten Kriterien für IT-Zertifikate

Die Kenntnis von IT-Standardanwendungen wird an fast allen Arbeitsplätzen gebraucht. Bisher müssen sich Personalverantwortliche auf die Aussagen des Bewerbers verlassen, wollen sie sein einschlägiges Know-how beurteilen. Zertifikate könnten weiterhelfen, doch müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen.Von Reiner Brandt*

Ob es um die Erstellung von animierten Präsentationen oder die Auswertung komplexer Datensätze geht - in der Regel behaupten Bewerber von sich, mit Standardanwendungen, wie sie etwa im Microsoft-Office-Paket enthalten sind, umgehen zu können. Auf solche Selbstauskünfte müssen sich Personalverantwortliche auch verlassen, zumal es zu aufwändig ist, auch noch die Excel-Kenntnisse jedes einzelnen Bewerber zu testen.

Diese Lücke ließe sich mit einem allgemein akzeptierten Zertifikat schließen, das schon Schüler und Studenten selbständig erwerben könnten. Mit einem solchen Standard, vergleichbar etwa dem Toefl-Test für Englischkenntnisse, könnte dann Hard- und Softwarewissen belegt werden.

IT-Zertifikate gibt es mittlerweile zahllose, sie werden nach dem Besuch eines Computerkurses vom Anbieter ausgestellt. Allerdings hält sich ihre Aussagekraft in Grenzen, wenn sie nicht allgemein anerkannt sind. Dazu kommt, dass sich jeder DV-Trainer nennen darf und ein seriös wirkendes Zertifikat entwerfen kann.

Ein aussagekräftiges Zertifikat muss erstens von einer neutralen Stelle wie einer staatlichen Behörde oder einem Branchenverband anerkannt sein, soll also nicht allein von einem Kursanbieter vergeben werden. Zweitens muss daraus klar hervorgehen, welche Kenntnisse bewertet worden sind. Diese müssen so weit wie möglich mit den im Berufsleben benötigten Anforderungen übereinstimmen. Um das zu erreichen, sollten Wissenschaftler, Unternehmen und Anwender bei der Zertifikatsentwicklung beteiligt sein. Drittens sollte eine unabhängige Stelle die Prüfung abnehmen oder zumindest kontrollieren. Der Schulungsanbieter selbst kann hier nicht die nötige Objektivität an den Tag legen, da er ja daran interessiert ist, allen (zahlenden) Teilnehmern ein Zertifikat auszustellen. Schließlich sollte in der global verknüpften IT-Branche ein Zertifikat auch international anerkannt sein.

Diese vier Kriterien erfüllen bislang nur wenige Zertifikate. Im Bereich der IT-Basisqualifikationen gehört der "Europäischer Computerführerschein" (ECDL) dazu, der aus sieben Teilbereichen besteht, in denen einzelne Prüfungen abgelegt werden müssen. Er wird in mehreren europäischen Ländern vergeben, wobei sich die Prüfungsinhalte zwischen den Ländern zum Teil unterscheiden. Einen Schritt weiter geht das Zertifikat IC3, das der weltweite Dachverband der Softwareindustrie, Comptia, unterstützt. Es beruht auf weltweit einheitlichen Tests, die Grundkenntnisse im Bereich Hard- und Software, Software, Internet und Netzwerk prüfen. Die Fragen erarbeiteten Wissenschaftler, Testentwickler und mehr als 270 Fachexperten in 19 Ländern. Die Prüfung wird direkt am PC abgelegt, wodurch die Antworten sofort nach dem Test online ausgewertet werden können. Die Ergebnisse sind im Internet einsehbar, damit der Prüfling einem möglichen Arbeitgeber Zugang zu seinen Testergebnisse gewähren kann. (am)

*Reiner Brandt ist Geschäftsführer der Comsign Holding GmbH in Krefeld.