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08.02.2002 - 

Extensible Markup Language (XML)/Kommentar

Die XML-Revolution

Wolfgang Sommergut Redakteur CW

Binnen kürzester Zeit eroberte XML beinahe jeden Anwendungsbereich. Die Nutzung der Markup-Sprache reicht von strukturierten Dokumenten über den Austausch von Geschäftsdaten, Metadaten für das Wissens-Management bis hin zur Kommunikation zwischen binären Objekten. XML hat sich als Basistechnologie des Internet etabliert.

Der Siegeszug von XML ließe sich natürlich mit dem Argument herunterspielen, es gehe dabei doch nur um Syntax. Was man früher mit dem binären Protokoll x und dem proprietären Dateiformat y erledigt habe, werde eben nun XML-konform neu formuliert. Dieser gelegentlich mit abgeklärtem Gestus vorgetragene Einwand übersieht allerdings, dass die allgemeine Akzeptanz der XML-Syntax Voraussetzung für zahlreiche Co-Standards war. Sie sorgen ihrerseits für eine weitere Vereinheitlichung bei der Aufbereitung und Verarbeitung von Daten. Zu ihnen zählen unter anderem Programmier-Schnittstellen wie DOM und SAX, Link-Mechanismen à la Xlink, Pfade zu ausgewählten Dokumentenabschnitten nach Vorgabe von Xpath oder die Transformation von Datenstrukturen mittels XSLT.

Dass aus den vielen Spezifikationen praxistaugliche und standardkonforme Werkzeuge erwuchsen, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Open Source. Während SGML auch daran scheiterte, dass die ohnehin rare Software auch noch weit überteuert war, kann der XML-Anwender aus einem großen Vorrat freier Tools schöpfen. Diese Unabhängigkeit von großen Softwarehäusern verleiht der XML-Community zudem das nötige Selbstbewusstsein, bei der Entwicklung von Standards den Mauscheleien von Herstellergremien entgegenzutreten. Die umstrittene W3C-Empfehlung "XML Schema" und der missglückte Entwurf für XML 1.1 zeigen, dass ein derartiges Korektiv dringend nötig ist. Denn übermäßige Komplexität und eingeschränkte Kompatibilität sind die größten Feinde des XML-Erfolgs.