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04.05.2001 - 

Marktbereinigung bei den Internet-Dienstleistern

Die Zahl der hiesigen ISPs schrumpft deutlich

ISMANING (CW) - Die Zahl der Internet-Service-Provider (ISPs) schrumpft. Laut Meta Group waren Ende 1998 noch mehr als 600 Anbieter in Deutschland tätig, heute sollen es nur noch rund 200 sein.

Steigender Margendruck und eine rasante technologische Entwicklung kennzeichnen die ISP-Landschaft der vergangenen Jahre. Überdies haben verbesserte Markttransparenz und der Know-how-Zuwachs auf der Anwenderseite die Qualitätsansprüche an die zu erbringenden Dienstleistungen wachsen lassen. Vor diesem Hintergrund sind zahlreiche kleine Anbieter entweder übernommen worden oder vollständig vom Markt verschwunden. Nicht zuletzt deswegen rät Meta Group Anwenderunternehmen, die vor der Auswahl eines Anbieters von Internet-Dienstleistungen stehen, zu einer strategischen Vorgehensweise. So sollte einer Entscheidung stets eine Definition der Ziele und die Erstellung eines Kriterienkataloges vorangehen. Dieser sollte in erster Linie die finanzielle Solidität des Anbieters beinhalten, aber auch strategische Partnerschaften und Know-how berücksichtigen. Im Kern gilt es jedoch abzuschätzen, ob der Anbieter die Kompetenzen zur Projektrealisierung aufweisen kann.

Konsolidierung setzt sich fortDie genaue Einschätzung des Partners bleibt aktuell, weil sich die Marktbereinigung in der ISP-Landschaft auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Obwohl Deutschland bei den Kosten für den Internet-Zugang noch zu den teuersten Ländern weltweit gehört, sorgt die Liberalisierung im deutschen TK-Markt für einen Preiskampf bei Zugangskosten und drückt die Margen der Anbieter. Um neue Umsatz- beziehungsweise Ertragspotenziale zu erschließen, haben nahezu alle ISPs ihr Dienstleistungsportfolio stark erweitert. Insbesondere die Bereiche Web-Hosting, Security-Lösungen und Virtual Private Networks gehören zu den derzeit lukrativen Geschäftsfeldern.

Zahlreiche Anbieter sehen sich angesichts dieser Neuerungen einer unlösbaren Aufgabe gegenüber, da sie ihr Dienstleistungsportfolio nicht mit den vorhandenen Ressourcen ausweiten können. Die Konsequenz daraus ist, dass sie sich entweder mit anderen ISPs zusammenschließen oder zu Übernahmekandidaten werden. Ein weiterer Versuch, dem Margendruck entgegenzutreten, ist die Internationalisierung der Unternehmen. Als Beispiel nennt die Meta Group die ehemalige Bertelsmann-Tochter Mediaways GmbH. Sie gehört seit Februar 2001 vollständig zur Telefonica Data, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft des spanischen Carriers Telefonica, der sich mit dieser Übernahme Zugang zum deutschen Markt verschaffte.

Neue ISP-KonkurrenzAllerdings haben auch die klassischen IT-Dienstleister und TK-Anbieter in den Internet-Services eine einträgliche Umsatzquelle entdeckt. Damit sind die ISPs einer härteren Konkurrenz ausgesetzt, denn die neuen Wettbewerber können auf etablierte Geschäftsbeziehungen sowie umfassende Erfahrungen und bewährte Methoden im Projektgeschäft zurückgreifen. Daher sind die ISPs insbesondere bei internationalen Projekten gefordert, eine entsprechende Präsenz aufzubauen.

Viele Kooperationen werden aufgrund der fortschreitenden IT- und TK-Konvergenz geschlossen. Ziel ist es, Kompetenzen in beiden Bereichen unter einem Dach zu vereinen und die steigende Nachfrage nach Verfahren wie "Voice over IP", "Unified Messaging", "Computer Telephony Integration" und "Virtual Private Network" erfüllen zu können. So hat zum Beispiel der niederländisch-amerikanische Konzern KPN Quest im Mai vergangenen Jahres die ehemalige Xlink Internet-Services GmbH vollständig integriert. In Deutschland positioniert sich das Unternehmen nun als Internet-Service-Carrier.

Abb: Konsolidierung im ISP-Markt

Der Druck auf die Margen, der Trend zur Internationalisierung und die fortschreitende IT- und TK-Konvergenz sorgen für eine Bereinigung des ISP-Marktes. Quelle: Meta Group