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15.08.1997 - 

DV und Umwelt/Ein Modell für Europa?

Die Ziele der AG Cycle

Lange schon reden die Politiker davon, Ende August nun soll die bereits für 1991 geplante Elektronik-Schrott-Verordnung in der abgespeckten Version "Informationstechnik-Altgeräte-Verordnung" dem Bundestag vorgelegt werden (siehe Seite 31).

Qualitätskriterien für diesen branchenspezifischen Ansatz formulierten die Mitglieder der AG Cycle bereits 1995. Für Hans Korfmacher von 3M Deutschland, Vorstandsvorsitzender der AG Cycle, "verliert die deutsche Politik durch die Verzögerung bei international agierenden Unternehmen an Glaubwürdigkeit".

Die Ziele der AG Cycle sind:

- Produktion von Geräten aus wiederverwendbaren Baugruppen und verwertbaren Materialien,- Organisation der Erfassung und Rücknahme von IT-Produkten,- Demontage und Verwertung nach empfohlenen Qualitätsstandards,- Rückführung möglichst vieler Baugruppen und Materialien in den Produktionskreislauf,- Weiterverwendung der Sekundärstoffe auf hohem Niveau,- sachgemäße Entsorgung nicht verwertbarer Materialien,- Nachweis über den Verbleib von Geräten, Baugruppen und Geräteteilen sowie daraus gewonnener Fraktionen sowie- Erarbeitung und Fortschreibung von Qualitätsstandards für die Demontage und Weiterverarbeitung von IT-Produkten.

Wer soll das bezahlen?

Auf der Liste der Cycle-Mitglieder fehlt zum Beispiel die Deutsche Telekom AG. Nach Korfmacher kann "die Investitionsbereitschaft gestärkt werden, wenn man sich auf gewisse Prozesse verlassen kann". Und: "Sie braucht Rückendeckung." Zum Beispiel von der öffentlichen Hand: Bei Ausschreibungen sucht man meist vergebens nach einer Forderung in puncto Recycling.

Ziel der derzeit 33 Mitglieder ist laut Referent Christoph Hecker "eine EU-weite Harmonisierung der Regelungen auf der Grundlage unseres Konzepts". Zudem handelt es sich um weltweit operierende Unternehmen, die - auf freiwilliger Basis - ihre Produktlinien auf Wiederverwertung umgestellt haben. Bisher gibt es ein Recycel-Gesetz nur in Italien; in den skandinavischen Ländern und in Frankreich stehen entsprechende Gesetzesvorlagen kurz vor der Verabschiedung.

Und auch hier scheiden sich am Geld die Geister. Soll der Verursacher, der Endverbraucher oder sollen am Ende gar beide zur Kasse gebeten werden? Während man in Frankreich und Dänemark an den Konsumenten denkt, wird in Großbritannien und den Niederlanden über Kostensplitting nachgesonnen. Dazu abschließend eine Stimme aus dem Vorstand der AG Cycle, die für das Verursacherprinzip eintritt: "Eine Verwertung mit herstellerbezogener Finanzierung könnte hohe Erfassungsquoten sicherstellen und recyclingfreundliches Design forcieren", so Jens J. Rosenkranz von Agfa.

Angeklickt

Die AG Cycle hat Kriterien zu Rücknahme, Wiederverwendung und Verwertung von IT-Altgeräten formuliert. Verantwortlich für Rücknahme und Verwertung sind demnach die Mitglieder. Verwertungs- und Demontagebetriebe sollen qualifiziert werden. Leitziel ist die Entwicklung einer umfassenden Kreislaufwirtschaft.

*Gerda von Radetzky ist freie Journalistin in München.