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25.05.1990 - 

Backup bei Printer-sharing: Totgesagte Matrixdrucker leben länger

Die Zukunft der Arbeitsplatzdrucker wird rosig bis bunt werden

Die Zeiten, da man am Terminal einen Druckjob in Auftrag gab und das Ergebnis irgendwann am nächsten Tag vom Boten aus der Druckzentrale gebracht bekam, sind vorbei. Gleichgültig, ob Terminal, Einzelplatz- oder LAN-/WAN-vernetzter PC oder Workstation, ein Drucker gehört heute an jeden Arbeitsplatz.

Das gilt im eigentlichen Datenverarbeitungsbereich, besonders aber da, wo Texte und Geschäftsgrafiken erstellt werden, also im Büro, und im DTP-Bereich allemal.

Das berühmte Zitat, daß man getrost nach Hause tragen könne, was man schwarz auf weiß besäße, gilt auch im Zeitalter der Elektronik noch - ja, es wird sogar mehr ge- und bedruckt als jemals zuvor. Und das "papierlose Büro", von dem gelegentlich hier und da noch geträumt wird, steht auf absehbar lange Zeit nur auf dem Papier.

Die Umorganisation der Arbeit hin zu kleineren, dezentralen Einheiten ist beschleunigt

worden, und je dezentraler ein Betrieb organisiert ist, desto mehr Drucker werden benötigt, selbst wenn mehrere PCs entweder direkt oder übers Netz große und teure Bürodrucker der Hochleistungsklasse ansteuern. Das "Sharing" ist bisher kein durchschlagender Erfolg, denn sehr schnell merkt man, daß zu häufig "Sand ins Getriebe" kommt, die Arbeitseffektivität sinkt, wenn nicht genug Drucker verfügbar sind.

"Wie hälts Du's mit dem Lärm", ist eine Frage, die gerade heute immer eindringlicher gestellt wird - und das nicht nur im Büro, sondern in vielen Bereichen, wo Arbeitsplatzdrucker stehen, man denke etwa an einen Prozeßleitstand in einem Chemiewerk. Daß ein Drucker bei der Arbeit Geräusch verursacht, läßt sich nie vermeiden.

Aber selbst die in dieser Beziehung vielgescholtenen Matrixdrucker bewegen sich heute im Bereich von 52 dB(A) - telefonieren ist also neben einem arbeitenden Nadeldrucker durchaus möglich Es kommt auch immer auf` den Charakter des Geräusches an - eine "Kreissäge" mit 52 dB(A) ist schlechter zu ertragen als ein Drucker mit der angenehmeren Frequenzlage von 54 dB(A). Die "Kreissägen" findet man allerdings eher im Angebot aus Fernost.

Eine Revolution ist noch nicht in Sicht

Tintenstrahldrucker und Laserdrucker sind leiser, und wären deshalb vielleicht die idealen Arbeitsplatzdrucker - aber die so lange totgesagten Nadel-Matrixdrucker haben sich als sehr vital erwiesen und erfreuen sich noch immer hervorragen der Zuwachsraten. Warum? Ganz einfach: Überall wo Geld und Waren bewegt werden, sind Durchschläge unverzichtbar - sie sind entweder gesetzlich vor geschrieben oder gehören zur betrieblichen Ablauforganisation (oder beides). Und man ändert nicht die Organisation, nur weil gerade eine neue Technologie zur Verfügung steht.

Es gibt aber noch andere wichtige Gründe, die für den | Nadeldrucker sprechen. Bei diesen handelt es sich um technisch ausgereifte, problemlose Produkte von höchster Zuverlässigkeit. Tintenstrahl und Laserdrucker sind zwar auch hervorragende Geräte, stehen aber erst am Antang ihrer technischen Reife, die sich erfahrungsgemäß Schritt für Schritt über mehrere Generationen von Geräten entwickelt.

Beim Nadeldrucker ist das Preis-Leistungs-Verhältnis optimal, außerdem gibt es keinen Tintenstrahl oder Laserdrucker, der die gleichen Papierverarbeitungsmöglichkeiten bietet, die ein guter Nadeldrucker vor wiesen kann.

Es fangt schon beim Endlospapier an, das ein preiswerter Laserdrucker nicht verarbeitet, und hört bei Papier der Größe DIN-A3-quer auf, das die Lichtdrucker auch nicht akzeptieren. Insbesondere dann, wenn an einem Arbeitsplatz sehr viele unterschiedliche Druckjobs zu erledigen sind, ist ein ausgefeiltes Papier-Verarbeitungssystem am Drucker wichtig. Es soll die unterschiedlichen Formulare möglichst ohne Umbauten am Gerät annehmen.

Typische Beispiele liefern manche Bürodrucker dafür. Sie nehmen Papier von hinten (endlos, mit Parkfunktion), von oben (Einzelblatt), aus der Stapelzufuhr mit zwei Schächten und von vorn (dickes Papier, Umschläge), und das alles gleichzeitig und von Euroscheckgröße bis DIN-A3-quer.

Das andere Extrem findet sich oft bei Großanwendern, wo für jeden Druckjob ein Drucker bereitgestellt wird, der einmal konfiguriert, ohne weitere Beachtung seine Aufgabe erledigt und nur bisweilen nach Papier piept. Es kommt eben auf die Bedürfnisse des Arbeitsplatzes an.

In absehbarer Zeit wird keine Revolution im Bereich der Arbeitsplatzdrucker stattfinden. Wer sich Gedanken darüber macht, wie in Zukunft der Arbeitsplatzdrucker aussieht, der wird sicher zu dem Schluß kommen, daß Drucker aller Technologien - Nadel-, Tintenstrahl- und Laserdrucker - weiterhin parallel weiterentwickelt, hergestellt und dem Markt zur Verfügung gestellt werden müssen, denn die anwendungsbezogenen Bedingungen, die zur Herausbildung der unterschiedlichen Technologien geführt haben, herrschen nahezu unverändert weiter.

Ein wachsendes Marksegment der Zukunft ist sicher das der Tintenstrahl und Laserdrucker. Vor allem aber wird der Anteil der Farbdrucker zunehmen.

Die farbfähigen Arbeitsplatzdrucker werden immer stärker im Bereich der Geschäftsgrafik eingesetzt - warum sollte hier die Entwicklung auch anders verlaufen als bei der Farbfotografie, dem Farbfilm und dein Farbfernsehen? Farbe wird sich auch im Bereich des Desktop-Publishing und Proof-Printing bei digitalen Druckverfahrens einschließlich der Bildverarbeitung, durchsetzen.

*Gerhard Charles Rump ist Corporate Marketing Communications Manager bei Mannesmann-Tally