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19.05.1995

Die Zukunft der OLE-Technik Microsoft entwirft eine Vision fuer die unternehmensweite DV

MUENCHEN (CW) - Der Desktop-Spezialist Microsoft hofft jetzt, die Beduerfnisse der Unternehmens-DV verstanden zu haben. Zumindest legte die Gates-Company ihre Vorstellung vor, wie Anwender kuenftig ihr Geschaeft auf Basis von Object Linking and Embedding (OLE) organisieren koennen. Dabei geht es vor allem um die Verbindung vom Desktop zu Back-end-Systemen.

Die Entstehung eines neuen dreistufigen Client-Server-Modells versprach Microsofts Chefentwickler David Vaskevitch. Vor allem soll demnaechst eine neue OLE-basierte Mittelschicht von

"Geschaeftsregeln" (Business Rules) vorgestellt werden, deren Aufgabe es ist, Desktops mit Back-end-Systemen zu verbinden. Microsofts Ziel ist es, dass Entwickler OLE-Objekte schreiben, mit denen sich im Sinne von Componentware unterschiedlichste Applikationen verbinden lassen. Dann wuerde es beispielsweise moeglich, dass Windows-Anwender mit Hilfe eines Spreadsheet-Moduls in Interaktion mit dem Host Mainframe-Daten bearbeiten.

Helfen soll dabei vor allem der CASE-Spezialist Texas Instruments (TI). Das Unternehmen erstellt zur Zeit Werkzeuge fuer objektorientierte OLE-Anwendungsmodule, die weitgehend den Entwicklungskonzepten von Konkurrenten wie Next und

dem Taligent-Joint-venture von IBM, HP und Apple entsprechen. Die erste Version des Toolsets "Arranger" ist fuer das dritte Quartal dieses Jahres angekuendigt. Es dient der Entwicklung von OLE- Objekten, auf die die Anwender ueber einen Katalog zugreifen koennen, um sich damit ihre eigene Systemumgebung zusammenzustellen. Laut TI eignet es sich auch zur Erzeugung der oben erwaehnten Geschaeftsregeln (vgl. CW. Nr. 17 vom 28. April 1995, Seite 12).

Der "IDG News Service" sieht darin nicht nur Werkzeuge, sondern eine an das Taligent-Konzept erinnernde, aus Komponenten zusammengestellte Software-Architektur. Zur Koordinierung der Komponenten plant Microsoft eine Technik, die in der Lage sein soll, verteilte Transaktionen zu unterstuetzen. Insofern geht das Unternehmen nach eigenen Angaben ueber die Moeglichkeiten des fuer diese Aufgabe ueblicherweise vorgesehenen offenen Corba-Standards hinaus. Derzeit werden Transaktionen ueber eigene Monitorsysteme wie CICS oder auch mit Hilfe relationaler Datenbanken gesteuert.

Weitere Ankuendigungen betrafen OLE-Erweiterungen zur Anbindung von heterogenen Datenbanken sowie ein sogenanntes Netz-OLE, das fuer die Kommunikation zwischen den verteilten Anwendungen in heterogenen Umgebungen zustaendig sein soll. Konkrete Auslieferungsdaten und Produktnamen nannte Vaskevitch nicht.

"Wir haben uns bisher zuwenig um unternehmensweite Belange gekuemmert", gestand Vaskevitch nach seiner zweitaegigen Praesentation vor Analysten. Nun habe man die Lektion gelernt. Das bedeute jedoch nicht, versuchte er moeglicher Kritik zuvorzukommen, dass man Microsoft nun fuer das Chaos verantwortlich machen duerfe, das die PC-Landschaft fuer manche Unternehmens-DV bedeutet habe.