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24.05.2007

Die Zukunft: Mobile Business 2011

Mobile Business ist keine Zukunftsmusik, sondern passiert heute schon. Doch was sind zentrale Treiber? Wo liegen die Chancen und Risiken für Unternehmen?

Vor allem gilt es zu fragen, worauf sich Anwenderunternehmen einstellen müssen. In einer Szenarioanalyse hat sich Christoph Wamser, Professor für E-Business an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und Direktor der Deutschen Gesellschaft für Managementforschung, im Rahmen eines Forschungssemesters diesen Fragen gewidmet.

Die Topline der Box

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Die Ergebnisse der Trendanalyse können Sie en Detail auf der Homepage der COMPUTERWOCHE nachlesen.

Die Topline der Box

Stimmen zu Mobile Business

"Bandbreiten von über 10 Mbit/s werden kommen. Allerdings benötigen die meisten heute bekannten Applikationen weniger als 2 Mbps und können deshalb komfortabel mit den heutigen Netzinfrastrukturen unterstützt werden. Hohe Bandbreiten benötigt man vor allem für Dienste wie mobile TV oder Videostreaming im Consumerbereich; hier fehlt aber die entsprechende Zahlungsbereitschaft."

"Bei den Endgeräten wird es auch in Zukunft eine grosse Vielfalt geben. Je nach Kommunikationsbedarf und Kaufkraft wird der Kunde ein PDA bzw. Smartphone oder ein Low-end-Mobiltelefon benutzen. Damit wird auch in Zukunft die Möglichkeit der Nutzung von Mobilfunkapplikationen stark vom Endgerät bestimmt."

"Ich befürchte auch in Zukunft keine Probleme durch Inkompatibilität von Standards. Die etablierten Standards wie GSM und UMTS sind durch die getätigten Investitionen gesetzt. Dazu kommt WLAN. Neue Technologien wie WiMax können nur dann erfolgreich im Markt eingeführt werden, wenn Sie kompatibel mit den bestehenden Technologien sind. Ansonsten werden das Nischentechnologien bleiben."

"Es kommt auch im Mobilfunk zur Portalisierung der Dienste. Mit zunehmender Bandbreite werden sich Dienste weiter vom Handset lösen und ins Netz wandern – netzbasierte Applikationen werden überwiegen.

Werden die Endgeräte immer leistungsfähiger und offener, so sind Sie ähnlichen Angriffen ausgesetzt wie heutige PCs. Konsequenterweise werden ähnliche Sicherungsmechanismen wie biometrische Authentifizierung, Signed Code und Verschlüsselung Anwendung finden."

Inkompatibilität von Diensten wird immer ein Thema sein. Die Innovation und der Drang nach Differenzierung der Hersteller ist stärker als die Standardisierung in noch so wohl gemeinten Gremien."

"Wir befassen uns seit der Gründung der T-Mobile Venture Funds vor 6 Jahren mit Start Ups und Innovationen im Bereich Mobile Business. Die Schwerpunkte im Markt bilden einige wenige breite Anwendungen, wie Mobile E-Mail oder Sales Force Automation, sowie eine Vielzahl von branchenbezogenen Lösungen, die aktuell noch einen Nischencharakter haben."

Bei der zukünftigen Entwicklung der breiteren Ansätzen spielen Firmen aus Nordamerika eine dominante Rolle, während die Branchenlösungen meist von nationalen Anbietern stammen und in der internationalen Skalierung noch eingeschränkt sind. Im Bereich Mobile Marketing sind europäische Anbieter führend, beispielsweise unser Portfoliounternehmen MindMatics aus München.

Innovative Impulse für die Zukunft sehen wir besonders bei jungen Unternehmen, die Enablerfunktionen wie Lokalisierung aufgreifen und in Ihre Angebote integrieren."

"Auch mobile Clients müssen bei der Konzeption einer Serviceorientierten Architektur (SOA) von vorn herein mit berücksichtigt werden, um die Integration mobiler Lösungen zu erleichtern.

Für die Verbreitung von mobilen Lösungen bei kleinen Unternehmen werden zukünftig alternative Betreibermodelle, wie z.B. Hosting-Lösungen, eine wichtige Rolle spielen.

Da das mobile Endgerät die Unternehmensgrenzen verlässt, bestehen erhöhte Sicherheitsanforderungen an mobile Lösungen. Diese können jedoch bereits heute durch am Markt verfügbare Produkte und Technologien abgedeckt werden und sollten die Umsetzung nicht verhindern."

Bis 2011 werden viele ambitionierte Projekte realisiert

Als Ergebnis konnten drei relevante Szenarien identifiziert werden: Zum einen das Trendszenario "Mobile-Business-Evolution”, das eine kontinuierlich-positive Entwicklung der mobilen Geschäftsprozessunterstützung prognostiziert. Sie basiert auf einer leistungsfähigen technologischen Infrastruktur und der Weiterentwicklung der relevanten Prozesskompetenzen sowie einer erhöhten Innovationsfähigkeit.

Trotz der nach wie vor bestehenden Herausforderungen in den Bereichen der mobilen Systemintegration und der Sicherheit sowie der noch immer relativ hohen Kosten und der begrenzten politischen Unterstützung wird in diesem Szenario davon ausgegangen, dass der hohe Mehrwert der mobilen Prozessabbildung bis 2011 zur Umsetzung zahlreicher ambitionierter Mobile-Business-Projekte in unterschiedlichsten Branchen führt.

Zum anderen konnten zwei mögliche Extremszenarien antizipiert werden: Das Szenario "Mobile Slow-Motion” (Worst Case) zeichnet ein pessimistisches Zukunftsbild einer stark verlangsamten und in Teilen verschlechterten Entwicklung. Negativfaktoren sind hier unter anderem massive Sicherheitsprobleme im Bereich mobiler Kommunikation sowie Kompetenz- und Innovationsdefizite auf Seiten der Anwender. Das Szenario "Mobile Fast-Forward" (Best Case) prognostiziert eine beschleunigt positive Entwicklung der mobilen Zukunft. Als besondere Positivfaktoren wirken unter anderem eine extrem leistungsfähige Technologiebasis sowie die Überwindung der mobilen Kompatibilitäts- und Sicherheitsbarrieren.

Bei der Frage nach den bedeutendsten Einflussfaktoren, die die Entwicklung von Mobile-Business-Konzepten in Zukunft prägen werden, zeitigte die Untersuchung vergleichsweise deutliche Ergebnisse. Am wichtigsten für die erfolgreiche Verwirklichung von Mobile-Business-Strategien in Unternehmen sind leistungsfähige mobile Netze. Kaum weniger signifikant sind die Kosten für Mobile Business, die Datensicherheit und der Mehrwert, der mit mobilen Anwendungen zu erzielen ist.

Politische Unterstützung ist nicht so wichtig

Die Leistungsfähigkeit mobiler Endgeräte und die Kompatibilität mobiler Technologien sind ebenfalls von Bedeutung, wenn sie auch bei den Befragten einen nicht ganz so hohen Aufmerksamkeitsgrad erlangen. Die Kompetenz in Unternehmen in Sachen Mobile Business und ihre Innovationsstärke rangieren in der Hitliste der bedeutendsten Einflussfaktoren für MB-getriebene Geschäftsprozesse weiter hinten. Am wenigstens signifikant scheint den Befragten der Analyse, ob von Seiten der Politik eine auch rechtliche Unterstützung kommt. (jm)