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15.03.1996 - 

Interview/

"Die Zukunft von Netware liegt in TCP/IP"

CW: Sie glauben, dass Netzwerke kuenftig so einfach zu bedienen sind wie das Telefon. Wann rechnen Sie damit?

Markman: Urspruenglich dachte ich einmal, dass es innerhalb von zehn Jahren soweit ist, aber es dauert wohl laenger. Der echte Mehrwert eines Netzes sind die Applikationen und Dienste, nicht die Bandbreite. Derzeit konkurrieren die Telecoms aber nur ueber die Bandbreite und nicht ueber die Anwendungen. Sobald die Service- Provider ihre Politik aendern, werden wir auch einfachere Netze haben.

CW: AT&Ts Network Notes ist aber gescheitert. Sehen Sie diese Gefahr auch fuer die Netware Connect Services?

Markman: Nein, denn Novells Netware Connect Services unterscheiden sich grundlegend von Network Notes. Lotus Notes ist eine Applikation und hatte keine fundamentale Bedeutung fuer das AT&T- Geschaeft. Netware Connect dagegen ist strategisch wichtig fuer den Carrier.

CW: Ja, aber wo sehen Sie den konkreten Grund fuer das Scheitern von Network Notes?

Markman: Nun, AT&T machte einen Deal mit Notes und dann mit anderen Information-Providern. In der Folge erkannten sie, dass diese Applikationen eine gemeinsame Infrastruktur brauchen. Um die Verwirrung zu vervollstaendigen, setzten sie weiter auf Notes und bauten dafuer ein eigenes Netz. Auf der anderen Seite wollte Lotus Notes auf moeglichst vielen Netzplattformen anbieten koennen. Entsprechend bauten sie die Netzunterstuetzung ihres Produktes aus. Schliesslich wurde den beiden Partnern klar, dass ihre urspruengliche Intention nicht mehr zu den geaenderten Marktgegebenheiten passte.

CW: Werden Netware und das IPX-Protokoll der Forderung nach einer moeglichst breiten Unterstuetzung verschiedener Netzplattformen gerecht? Oder ist ein anderes Protokoll als TCP/IP erforderlich?

Markman: Sie haben recht, die Zukunft von Netware ist TCP/IP. Doch wir werden unsere IPX-Klientel nicht einfach im Regen stehenlassen, sondern weiter unterstuetzen. Zudem haben wir mit der neuen Protokollgeneration, IP Version 6.0, ein Release, das kritische Elemente der IPX-Services fuer File und Print unterstuetzt. Darueber hinaus sollte das neue Protokoll um einen standardisierten Mechanismus zur Anzeige von Services ergaenzt werden - ein Directory waere in meinen Augen der richtige Weg.

CW: Sie sprechen viel darueber, wie der Mehrwert eines Netzes mit Diensten wie den Netware Directory Servcies (NDS) zu steigern ist. Doch wie steht es mit der Konkurrenz, beispielsweise Banyans Streettalk?

Markman: Wir haben weltweit eine Partnerschaft mit 30 Telecoms und verhandeln mit 20 weiteren ueber die Einfuehrung der Netware Connect Services. Dabei versuchen wir, den Carriern zu erklaeren, was es bedeutet, den Kunden mit Verzeichnisdiensten einen Mehrwert anzubieten. Zudem werden wir bald die NDS als Value Added Service im Internet sehen.

CW: Apropos Internet, ihr Webserver ist nicht gerade ein Renner.

Markman: Das ist mehr eine Marketing-Frage und weniger ein technisches Problem. So glauben einige Anwender, unser Webserver laufe nur mit IPX und nicht mit IP.

CW: Sie haben damit das Intranet im Visier. Hier kommt den Applikations-Servern eine zentrale Rolle zu. Ist Netware in dieser Funktion ueberhaupt verlaesslich?

Markman: Netware ist ein Applikations-Server, aber nicht nur. Wir haben ein starkes Interesse an Application- Services.

CW: Bei Novell herrschte bisher im Gegensatz zu anderen Herstellern in Sachen Internet Funkstille. Aendert sich das?

Markman: Verfolgen Sie unsere Entwicklerkonferenz Brainshare. Dort werden Sie einige signifikante Veraenderungen bemerken. Ausserdem werden wir aktives Mitglied in der Internet Engineering Task Force (IETF).

CW: Doch dazu benoetigen Sie die Unterstuetzung der Entwickler, die Novell mit seinem Zickzackkurs verprellt hat.

Markman: Unsere Botschaft fuer die Applikationsentwickler war wie unsere Marketing-Message: bruchstueckhaft und widerspruechlich. Wir haben dies erkannt und im Zuge unserer Umstrukturierung eine Gruppe gegruendet, die die Kontakte zu den Entwicklern pflegt. Und mit Net 2000 stellen wir den Programmierern unsere APIs in den Umgebungen zur Verfuegung, die sie bereits kennen.

Mit Steve Markman, Executive Vice-President und die Nummer zwei nach Bob Frankenberg bei Novell, sprach IDG-Redakteur Michael Parsons.