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07.10.1994

Die zwei Gesichter des Schoenefelder Flughafens

BERLIN (ms) - Die Bauaktionen rund um den Ostberliner Flughafen haben in letzter Zeit fuer tuechtigen Wirbel gesorgt. Waehrend in den Schlagzeilen von einem Millionen-Verlustgeschaeft die Rede ist, laeuft das taegliche Fluggeschehen weiter und soll mit neuen DV- Systemen ausgebaut werden.

Mitten im Gruenen und vom Alexanderplatz etwa vierzig S-Bahn- Minuten entfernt, befindet sich der Flughafen Berlin-Schoenefeld.

Zu DDR-Zeiten das Flugzentrum schlechthin, gehoert die ehemalige Interflugbasis - heute Flughafen Berlin-Schoenefeld GmbH (FBS) - neben Tegel und Tempelhof (Berliner Flughafen GmbH) zum neuen Berliner Airport-System.

Waehrend die beiden Start- und Landeplaetze im Westen der Stadt an ihre Kapazitaetsgrenzen gestossen sind, bietet das oestliche Pendant noch genuegend Raum fuer Expansion. So dachte man auch in der 1991 gegruendeten Berlin- Brandenburg-Flughafen- Holding (BBF).

Bis zum Bau des Grossflughafens Berlin Brandenburg International - noch ist nicht klar, ob er in Schoenefeld Sued, Sperenberg oder Jueterbog entstehen wird - sollte Schoenefeld erweitert werden und als moderne Zwischenloesung dienen.

Fuer das ehrgeizige Projekt hatten die damaligen BBF- Geschaeftsfuehrer 118 Hektar Ackerland oestlich des Schoenefelder Areals fuer runde 356 Millionen Mark gekauft.

Ein Geschaeft, das sich als ein teures Windei herausstellen sollte.

Laut Eberhard Elie, Pressechef der FBS, braucht man das angekaufte Land nun nicht mehr und muss es "gewinnbringend an Investoren verkaufen, um moeglichen Schaden zu begrenzen".

Ideen fuer die Urbarmachung des teuren Stoppelfeldes liegen bereits auf dem Tisch. Im Gespraech sind entweder ein Gewerbepark, eine Wohnsiedlung oder eine sogenannte Mischbebauung.

Finden sich jedoch keine finanzkraeftigen Interessenten, duerfte die Holding zuzueglich aller Zinsen etwa 500 Millionen Mark in den Sand gesetzt haben.

Mehr Erfolg scheint man mit der Modernisierung des Flughorstes zu haben. Seit Anfang dieses Jahres, so Elie, sei die Schoenefelder Fluggesellschaft durch Umstrukturierung und den Bau eines neuen Terminals aus der Talsohle heraus. Fuer das erhoehte Passagieraufkommen - derzeit sind es zwei Millionen Fluggaeste - sollen kuenftig moderne Informationssysteme eingesetzt werden. Noch lebt der Ostberliner Airport rechentechnisch vom Eingemachten aus DDR-Zeiten. Neben einer BS2000 seien noch Emulationen aus der Robotron-Aera mit bulgarischen Speichersystemen in Betrieb, erklaert Ralf Pagenkopp, seit 1993 DV-Chef aller drei Berliner Flughaefen.

Bis Ende des Jahres will man die veralteten Systeme los sein und auf Client-Server-Architekturen umsteigen. Installiert wird zur Zeit das Fluginformationssystem (FIS) der debis Systemhaus GmbH. Die Softwerker von Daimler-Benz versorgen die bundesdeutschen Flughaefen seit rund 15 Jahren mit speziellen Anwendungen.

Mit der Situation in Schoenefeld, so Frank Oidtmann, Vertriebschef fuer den Flughafenbereich bei debis, "sind wir seit der Leipziger Fruehjahrmesse im Maerz 1989 bestens vertraut". Somit habe man ein passendes und ausfallsicheres DV-Konzept anzubieten gehabt, das die Schoenefelder ueberzeugen konnte.

Das neue Unix-System besteht aus zwei Sun-Maschinen (je 128 MB interne und 5 GB externe Speicherkapazitaet) sowie 50 PC- Arbeitsplaetzen. Neben der Verwaltung der Saison- und Tagesflugplaene werden Informationen fuer die Verkehrsabrechnung, Verkehrsstatistik und das Laermmesssystem bereitgestellt.

Laut debis gehoeren dazu die "rechnergestuetzte Passagierfuehrung und alle Abfertigungsaktivitaeten von Ten miles out bis Take-off".

Noch in diesem Jahr wird in Schoenefeld auch das Luftlagesystem der Aachener Softwerker "AIMS" (Airspace Information Monitoring System) implementiert.

Das bereits 1986 am Frankfurter Flughafen eingesetzte und laut Oidtmann modernisierte DV-Paket soll die voraussichtlichen Landezeiten der Flugzeuge mit grosser Genauigkeit angeben koennen. Dadurch liessen sich Dienste wie Gepaeckentladung, Gate-Zuordnung und Bodenversorgung optimal organisieren und Wartezeiten bedeutend verkuerzen, heisst es.