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28.01.1983 - 

Kriterien für Erfolg von Bildschirmtext (Btx)

Diebold: Btx bis 1986 ein Milliardending

FRANKFURT (bi) - Noch im Vorfeld der bundesweiten Btx-Einführung entwickelten kürzlich die Btx-Prognose-Spezialisten von Diebold ein recht optimistisches Btx-Szenario mit dem Horizont 1986. Als erfolgsfördernd für Bildschirmtext nennen sie Benutzergebühren, die wesentlich billiger als andere DFÜ-Verfahren sind; erfolgshemmend seien bereits ebenso teure Gebühren. Dieses Kriterium steht allerdings nur auf Rang vier von fünf Kriterien, die das Frankfurter Telekommunikations-Beratungsunternehmen jetzt der Presse vorlegte.

Rang eins dieser Bewertung nimmt "Umfang und Qualität des Informationsangebots" nach Meinung der Frankfurter ein. Im privaten Bereich liege die Hemmschwelle bei einem Decoderpreis von 700 Mark. Dieser Preis ist hier Kriterium Nummer eins.

Die nebenstehenden Kriterien sieht Diebold als Voraussetzung dafür, daß sich der neue Postdienst auch in der prognostizierten Geschwindigkeit ausbreitet; die Post geht in ihrer Ausbauplanung nämlich von folgenden Zahlen aus:

1983: 40 000 Teilnehmer;

1984: 150 000 Teilnehmer;

1985: 450 000 Teilnehmer;

1986: 1 000 000 Teilnehmer.

Bis 1990 rechnet man im Bonner Ministerium mit 3,5 Millionen Bildschirmtext-Teilnehmern.

Nicht weniger optimistisch sehen die Telekommunikations-Forscher aus Frankfurt den entsprechenden Markt: "... bis 1986 ein Milliardenmarkt." Allein die Investitionen der

Deutschen Bundespost, die bisher bereits 50 Millionen Mark für den Aufbau des Systems ausgegeben hat, sollen bis zu diesem Zeitpunkt bis auf zirka 500 Millionen Mark ansteigen,

falls "die geplanten 20 Btx-Zentralen dann ihre volle Leistung erreicht haben", wird eingeschränkt. Die Mindestinvestition eines Informationsanbieters (ohne Personalaufwand)

sei auf 10 000 Mark zu schätzen. Alles in allem kommt Diebold auf ein Investitionsvolumen von nahezu 3 Milliarden Mark.

Damit werde sich das Gewicht des Marktes für Telekommunikation weiter verstärken. Vom Gesamtvolumen des Marktes für Informationstechnologie, das in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr bei 80 Milliarden Mark lag, entfallen 58 Milliarden Mark auf die Telekommunikation, davon wiederum die Hälfte auf Telefondienste. Die Märkte für Datenverarbeitung (18 Milliarden Mark) und Bürotechnik (4 Milliarden Mark) rangieren mit Abstand dahinter. Im Gesamtmarkt, der nach Ansicht des Unternehmens bis 1990 ein jährliches Wachstum von 7,5 Prozent zu erhoffen hat, werden Kommunikationsdienste wie Btx und benutzernahe Geräte eine überdurchschnittliche Rate aufweisen. Unter den benutzernahen Geräten nimmt der Mikrocomputer eine überragende Rolle ein. Sein Bestand, der nach einer Diebold-Untersuchung derzeit bei 300 000 (davon 40 Prozent in privaten Haushalten) im Wert von über einer Milliarde Mark liegt, werden sich nicht zuletzt unter dem Einfluß von Btx erheblich vergrößern, da immer mehr Mikrocomputer gleichzeitig am Btx-Terminal arbeiten können. Bis 1988 erwartet Diebold einen Bestand von 2,6 Millionen Stück.

Fünf typische mittlere Gebührenaufkommen konkretisierten das präsentierte Btx-Szenario:

Ein privater Haushalt mit einem Btx-Anschluß hat demnach mit monatlichen Gebühren von 37,77 Mark zu rechnen;

- ein kommerzieller Btx-Nutzer mit vier Btx-Terminals und hundert Abrufen pro Woche etc. kommt auf 420,58 Mark;

- ein regionaler Informationsanbieter mit einem Btx-Terminal und 50seitigem Angebot etc. muß 191,91 Mark bezahlen;

- ein bundesweiter Informationsanbieter mit eigenem Btx-Terminal und 100seitigem Angebot etc. wird 901,07 Mark zu berappen haben und

- ein bundesweiter Informationsanbieter mit externem Rechneranschluß, eigenem Btx-Terminal und 200seitigem Angebot in Btx-Zentralen etc. wird mit monatlich 3929,14 Mark rechnen müssen.

Soweit die reinen Postgebühren; Gebühren für Informationsabrufe sind in den Diebold-Berechnungen nicht enthalten.