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18.12.1992 - 

Wachstum erst wieder ab 1995

Diebold: Die IT-Branche geht sehr schweren Zeiten entgegen

FRANKFURT(CW) - Die Zeiten, als die Informations- und Kommunikationsindustrie nicht von der konjunkturellen Gesamtlage abhängig war, sind vorbei. Die heraufdämmernde Rezession wird den Beratern der Diebold Deutschland GmbH zufolge den IT-Markt in den nächsten Jahren stagnieren lassen.

Gerhard Adler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Diebold Deutschland GmbH, sagte dem deutschen Markt für Informations- und Kommunikationstechnik schwere Zeiten voraus. Zwar dürfte sich der DV-Bereich 1992 noch um vier bis fünf Prozent vergrößert haben, aber für 1993 befürchtet er Stagnation. So werde der IT-Markt 1993 höchstens um zwei Prozent wachsen, wahrscheinlicher sei jedoch eine Nullrunde, weil institutionelle Anwender ihre Investitionen hinausschieben würden. Erst ab 1995/96 geht es Adlers Aussagen zufolge, die er auf dem von Diebold veranstalteten "Markt Forum '92" machte, wieder aufwärts. In drei Jahren erst rechnet er mit einem Wachstum von sieben bis neun Prozent.

Alexander Steuernagel, Berater bei Diebold, verdeutlichte die Trends im deutschen Hardwaremarkt. Die sich abschwächende Gesamtkonjunktur, ein verstärktes Kostenbewußtsein der Klienten und zunehmende Marktsättigung führten zur Stagnation im Markt. Die Folgen seien Preisverfall und sinkende Margen Lediglich der Workstation- und der Unix-Markt können seiner Meinung nach zulegen. Im PC-Bereich sei dagegen kein Umsatzwachstum mehr zu erwarten, nur noch Mengenwachstum - und selbst das werde mittelfristig (1995) aufgrund voranschreitender Marktsättigung abflachen.

Der Berater sieht den künftigen PC-Markt geteilt: Die eine Hälfte sei der klassische Single-user-Markt, in dem der Preis das kaufentscheidende Kriterium darstelle und für den Hersteller die Wahl des richtigen" Vertriebsweges wesentlicher Faktor werde. Die zweite Hälfte bezeichnete er als "Netzwerkmarkt", der sich durch holte Qualitätsanforderungen sowie Nachfrage der Kunden nach Know-how und Serviceleistungen auszeichne. Diese Klientel setze die Mikros in PC-LANs Kooperativer DV und im Client-Server-Bereich ein.

Den Workstations konzidiert der Diebold-Mann weiteren Aufschwung, obwohl sich hier ein ähnlicher Preiskampf abzeichne wie im PC-Markt Dabei werden die RISC-Maschinen immer stärker ins kommerzielle Umfeld vordringen; die Hersteller dürften versuchen, einen Teil des PC-Marktes für sich zu erobern.

Gebremstes Wachstum für Minicomputer prognostiziert

Von gebremstem Wachstum sei der Markt für kleinere und mittlere Mehrplatzsysteme gekennzeichnet. Letztendlich, so Steuernagel, entschieden hier die verfügbaren Anwendungslösungen Erfolg oder Mißerfolg Unix-Systeme nehmen allerdings weiter zu Lasten proprietärer "MDT-Welten" zu. Einzig die AS/400 bleibe ein stabiler Marktfaktor und trotzte weiterhin der Unix-Welt.

Der Mainframe-Markt gehe aufgrund der erreichten Sättigung zurück. Dieses Segment werde vom Ersatz- und Erweiterungsgeschäft geprägt: Neukundengeschäft sei nur noch durch Verdrängung und damit durch hohe Preisnachlässe zu generieren. Die hohen Betriebskosten, Ressourcenprobleme und stark zyklische CPU-Lasten führen nach Meinung Steuernagels verstärkt zum Outsourcing und zumindest zu partiellem Downsizing.

Neue Wachstumsmärkte wie Multimedia, Pen Computing, Image-Processing stehen dem Berater zufolge erst am Anfang der Entwicklung und werden nicht vor 1994/95 für Wachstumsimpulse sorgen. Steuerangel ist davon überzeugt, daß künftig "nicht Innovationszyklen, sondern Marktzyklen" über die Nachfrage entscheiden.

Der deutschen Software- und Servicemarkt wird nach dem Urteil von Diebold-Berater Frank Besserer weiterwachsen. 1991 wies der SW-Bereich - inklusive Produkte, Projekte, Services und Wartung - ein Volumen von 28,3 Milliarden Mark auf.

Dieses Jahr werde einer Diebold-Hochrechnung auf Basis der ersten neun Monate zufolge das Volumen auf 31,1 Milliarden ansteigen. Für 1993 erwartet der Berater eine durchschnittliche Steigerung von 4,5 Prozent und im besten Fall von 6,5 Prozent auf 33,2 Milliarden Mark. Dabei dürfte der Produktbereich mit sieben bis neun Prozent am stärksten zulegen und auf 12,4 Milliarden Markt ansteigen.