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19.12.2003 - 

Soap-APIs von Amazon und Google machens möglich

Dienste der Web-Giganten finden und nutzen

MÜNCHEN (ws) - Die führenden Web-Companies Amazon und Google machen eine Vielzahl von Funktionen und Dokumenten für externe Anwendungen via Web-Services zugänglich. Die vorliegenden Bücher beschreiben die verfügbaren Features und demonstrieren anhand von Codebeispielen, wie man sie nutzen kann.

Als Mitte der 90er Jahre das Web populär wurde, prophezeiten besonders Kritiker des Microsoft-Monopols, dass Software immer weniger die proprietären Programmier-Schnittstellen von Betriebssystemen nutzen würde. Vielmehr sahen diese Visionäre das Internet als dominierende Anwendungsplattform der Zukunft. Auf dem Desktop ist diese Prognose bereits zu einem Gutteil eingetroffen, weil viele Anwendungen als Frontend einen Web-Browser verlangen.

Plattform für Services

Mit der Etablierung von Standards wie Soap oder WSDL bietet sich die Möglichkeit, über Web-Standards Programmier-Schnittstellen in ähnlicher Manier anzusprechen, wie dies in der Anwendungsentwicklung schon lange der Fall ist. Web-Services werden bis dato aber primär für die Integration von Anwendungen innerhalb von Unternehmen genutzt. Microsoft verfolgte schon früh die Absicht, mit den .NET MyServices externe Dienste anzubieten, die Softwareentwickler möglichst zahlreich in Anspruch nehmen sollten. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens greifen nun E-Commerce-Elefanten wie Amazon (http://www.amazon.com/gp/browse.html/103-6205984-3841419?noe=3435361), Ebay (http://developer.ebay.com/DevProgram) oder Google (http://www.google.com/apis) diesen Ansatz auf und positionieren sich als Plattformen.

Im Gegensatz zu Microsoft, das mit den .NET MyServices eher generische Dienste wie Kalender, Benachrichtigung oder Authentifizierung anbot, können die Großen des E-Business aus einem enormen Fundus an Features und Daten schöpfen. Bei Amazon zählt dazu etwa der gesamte Produktkatalog, Rezensionen, Verkaufsstatistiken oder Bewertungen.

Im Lauf der Jahre entstanden zahlreiche Techniken, um Informationen aus der E-Commerce-Site zu extrahieren. Einige davon wurden offiziell angeboten, um Partnerfirmen die Möglichkeit zu bieten, Amazon-Features in ihre Websites einzubetten. Andere wiederum heckten findige Programmierer aus, um Schätze aus einem Meer von Informationen zu heben. Paul Bausch widmet sich ausführlich derartigen Tricks und beschreibt etwa, welche Bedeutung einzelne Abschnitte einer Amazon-URL haben. Daraus lassen sich beispielsweise Produktnummern oder IDs von Warenkategorien gewinnen, so dass sich bestimmte Seiten damit direkt ansteuern lassen. Dazu zählen unter anderem Produktfotos und Käuferrezensionen. Das Buch präsentiert einige HTML-Fragmente und Javascripts, die sich in den eigenen Web-Auftritt integrieren lassen und Amazon-Dienste nutzen.

All diese Verfahren unterliegen bei der Präsentation und Einbindung von Amazon-Daten sichtbaren Einschränkungen, weil sie in der Regel an das Layout des Online-Händlers gebunden sind. Seit Amazon seine Web-Service-Schnittstellen vor ein paar Monaten freigab, entfallen derartige Einschränkungen. Dort werden die Inhalte als XML-Daten übermittelt, und diese lassen sich beliebig darstellen oder auswerten. Vor allem definieren sie aber verlässliche Schnittstellen, die anders als die HTML-Seiten von Amazon keinen unvorhersehbaren Änderungen unterworfen sind. Die nahtlose Integration von E-Business-Diensten in Partner-Sites eröffnet allen Beteiligten neue Geschäftsmöglichkeiten. Als Beispiel gelten Reiseveranstalter, die zu angezeigten Urlaubszielen die passenden Reiseführer aus dem Katalog von Amazon einblenden und so am Verkauf von Büchern mitverdienen können.

Die Stärke des Buchs liegt vor allem darin, dass die Beispielprogramme nicht einfach aneinander gereiht werden, sondern dass es nach geschäftlichen Einsatzmöglichkeiten gegliedert ist. Dazu zählen Funktionen für das Partnerprogramm, der Verkauf eigener Waren über Amazon oder die Teilnahme an der Community.

Ganz ähnlich bauen die Autoren von Google Hacks ihr Buch auf und gliedern die Tipps nach den verschiedenen Diensten der Suchmaschine. Dabei stellen sie ebenfalls "URL Hacks" und die Extraktion von HTML-Fragmenten vor. Darüber hinaus gehen sie erwartungsgemäß ausführlich auf die Web-APIs ein. Ähnlich wie das Amazon-Pendant glänzt das Werk mit vielen anregenden Codebeispielen und Hintergrundinformationen zur Suchmaschine.

Neue Perspektiven

Beide Bücher dienen nicht nur als nützliche Anleitung, um Funktionen der E-Commerce-Riesen in die eigene Website zu integrieren. Sie vermitteln zusammen mit "Ebay Hacks" aus dem gleichen Verlag einen guten Eindruck davon, welche neuen Perspektiven sich dank Web-Services für die Softwareentwicklung eröffnen. Programme, die nicht für Windows oder Unix, sondern auf Basis von Amazon oder Ebay geschrieben werden, sind jedenfalls schon Realität.